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Oschatz Der Sandmann in Oschatz
Region Oschatz Der Sandmann in Oschatz
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00:18 15.12.2016
Der Sandmann ist da.. Quelle: Stadt- und Waagenmuseum
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Oschatz

Weißer Ziegenbart, rote Zipfelmütze, roter Mantel und ein kleines Säckchen voll mit zauberhaftem Sand: So kennt ihn jeder, den Fernseh-Sandmann aus der DDR. Am 22. November 1959 – und damit eine Woche vor dem West-Sandmännchen – flimmerte er zum ersten Mal über die ostdeutschen Bildschirme, um allen Kindern die schönsten Träume zu schenken. Bis heute hält er an dieser ehrenvollen Aufgabe allabendlich fest. Das bekannte Lied „Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht soweit­...“ können ganze Generationen textsicher begleiten.

„Sandmann, lieber Sandmann ...“, so heißt auch die neue Sonderausstellung, die seit dem 12. November im Stadt- und Waagenmuseum Oschatz gezeigt wird. Sie stellt die Abenteuer des kleinen bärtigen Gesellen in den Mittelpunkt. Wie Museumschefin Dana Bach gegenüber dieser Zeitung verrät, erweist sie sich dabei als wahrer Besuchermagnet: „Die Ausstellung läuft sehr, sehr gut. Es kommen überdurchschnittlich viele Besucher.“ Hauptsächlich seien es Familien mit Kindern, die den Weg in die Frongasse 1 finden. Aber auch Erwachsene sollen zu den staunenden Gästen gehören. „Am stärksten war die Resonanz am ersten Ausstellungswochenende. Da kamen die meisten Besucher“, so Bach. Eine genaue Zahl wollte sie allerdings nicht nennen.

Rund 160 Exponate zum Thema Sandmännchen

Wer den Inhalt der Sandmann-Sendung kennt, weiß: Der freundliche Gute-Nacht-Sager reist stets mit einem besonderen Gefährt an. Das kann zum Beispiel eine elektrische Eisenbahn sein, ein Schlitten, ein Heißluftballon, eine alte Dampflok oder ein futuristisches Raumschiff. Mithin legt die Ausstellung einen besonderen Fokus auf die – zum Teil fantasievollen – Fahrzeuge und Fluggeräte, von denen das Sandmännchen Gebrauch macht. Knapp 80 sollen es laut Bach insgesamt sein. Hinzu kommen noch einmal genauso viele Trickpuppen, -tiere und -figuren, die große und kleine Besucher aus nächster Nähe zu Gesicht bekommen.

Aber wie hat es den Spitzbart überhaupt an die Döllnitz verschlagen? Nach eigener Aussage verfolgte Bach die Idee einer speziellen Ausstellung schon seit Längerem. „Ich bin da bereits einige Jahre dran gewesen“, so die Museumsleiterin. Sie sei zu vergleichbaren Veranstaltungen in Meißen, Großenhain und Döbeln gefahren, habe sich diese genau angeschaut. „Danach stand die Entscheidung für mich fest.“ Es habe anschließend nur noch einiger Telefonate bedurft, bis die Zusage aus Berlin kam. „Da war aber auch etwas Glück dabei. Der Zeitpunkt, zu dem ich mich gemeldet habe, hat einfach gepasst.“ Schließlich erteilte auch die Stadtverwaltung Oschatz ihrerseits grünes Licht.

Aufbau in Experten-Hand

Alle Exponate stammen aus dem Fundus der Sandmann-Studio Trickfilm GmbH Berlin. „Sie sind als Leihgaben nach Oschatz gekommen und werden nach der Ausstellung wieder in der Hauptstadt eingelagert“, erläutert Bach weiter. Damit gelten die gezeigten Stücke allesamt als Originale. Das heißt: Sie sind in den knapp 500 Abendgruß-Sequenzen auch tatsächlich zum Einsatz gekommen, waren demnach komplett im Fernsehen zu sehen. „Das macht das Besondere dieser Ausstellung aus“, hält Bach fest. Erinnerungen an frühere Episoden wecken zum Beispiel der Märchenwald mit Rapunzel und Rumpelstilzchen, der Weihnachtsmarkt, die Kürbiskinder und der populäre Plumps.

Im Ganzen soll das Berliner ­Studio noch über 30 authentische Sandmännchen sowie mehr als 200 Sandmann-Fahrzeuge besitzen. Aufbewahrt und betreut werden diese von Winfried Kujas, dem ehe­maligen Produktionschef beim DDR-Kinderfernsehen. Nicht zuletzt ihm sei es zu verdanken, dass nun im Oschatzer Museum zahlreiche solcher Einzelutensilien und Requisiten präsentiert werden. „Er hat das alles hier aufgebaut“, sagt Bach mit Anerkennung. Außerdem verweist sie auf die Unterstützung von RBB, MDR und Deutschem Rundfunkarchiv sowie vom Kulturraum Leipziger Raum.

„Sandmann, lieber Sandmann ...“ heißt es in Oschatz noch bis zum 19. März kommenden Jahres. Geöffnet ist die Ausstellung ausdrücklich auch an den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester.

Von Matthias Klöppel

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