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Der Schwarze Weg wirft jede Menge Fragen auf

Der Schwarze Weg wirft jede Menge Fragen auf

Sie sind wieder da - die Schlaglöcher im Schwarzen Weg - tiefer als zuvor, beklagt Thomas Kunze aus Hohenwussen. Er wies bereits im vergangenen Jahr auf die Schäden hin (OAZ vom 1. Juli 2010).

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Thomas Kunze aus Hohenwussen misst eines der Schlaglöcher auf dem Schwarzen Weg aus - bis zu 12 Zentimeter tief sind diese.

Quelle: Dirk Hunger

Mügeln/Naundorf/Oschatz. Von CHRISTIAN KUNZE

Weil die Straße auf Gemarkungen dreier Kommunen liegt und nicht gewidmet ist, gestaltet sich die Ausbesserung allerdings äußerst schwierig, erfuhr die OAZ.

 

 

 

Im Falle eines Unfalls mit Sach- oder Personenschaden liege die Verantwortung beim Unterhaltspflichtigen für die Straße, so Thomas Kunze. "Anstatt durch dutzende Löcher fahre ich auch gerne einen Umweg", räumt er ein. Wichtig sei ihm, dass das Problem geklärt wird. "Auch im Interesse der anderen Kraftfahrer, die den Weg nutzen, muss eine Lösung her", fordert er.

Als nach der Wende Flächen von der Treuhand auf die Kommunen übergingen, wurde der Schwarze Weg vergessen. Armin Möbius weiß seit einigen Jahren um das Problem. "Ich habe darüber bereits mit den beteiligten Kommunen gesprochen", so der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Naundorf-Niedergoseln. Sein Unternehmen, dessen Mitarbeiter mit ihren Fahrzeugen den Weg nach wie vor nutzen, erledigt regelmäßig den Winterdienst auf der Straße. Er sieht die Kommunen in der Pflicht. "Sie müssen zueinanderfinden und einen Konsens erarbeiten." Zum Ausbessern der groben Straßenschäden sei Möbius, auch im eignen Interesse, weiterhin bereit.

Vor der Wende war der Schwarze Weg für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Geht es nach dem Naundorfer Bürgermeister Michael Reinhardt, sollte das auch wieder so sein. "Eine Kommune allein kann den Weg jedoch nicht sperren lassen. Weil der Weg nicht gewidmet ist, sind wir nicht berechtigt, Schilder aufzustellen", so das Gemeindeoberhaupt. Er weist auf ein weiteres Problem hin. "Ein Teil der Strecke ist längs zwischen Naundorf und Mügeln geteilt. Unser Bereich ist zum Teil Privatgrund." Insgesamt verlaufen 800 Meter der Straße auf Mügelner, 330 Meter auf Naundorfer und 260 Meter auf Oschatzer Flur.

Im Bauamt der Stadt Mügeln ist man über das Problem im Bilde. "Die Schäden auf unserem Abschnitt wurden jüngst durch eine ortsansässige Firma mit Bitumen verfüllt", erklärt Mitarbeiterin Rita Schmidt. Damit wolle man eine Gefährdung der dort verkehrenden Kraftfahrer ausschließen.

Von Seiten der Stadt Oschatz war gestern bis Redaktionsschluss noch keine Stellungnahme zu bekommen.

Mit der Widmung von Straßen beschäftigt sich die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes Nordsachsen. "Wir können eine Straße widmen, wenn es sich um eine Orts- oder Gemeindeverbindungsstraße handelt", so Pressesprecher Rayk Bergner. Dann müsse die Widmung jedoch beantragt werden. "In diesem Fall wären wohl eine oder mehrere der beteiligten Kommunen dafür zuständig, die Widmung zu beantragen", mutmaßt Bergner. Könne der Schwarze Weg aber im Sinn des Paragraf 6 des Sächsischen Straßengesetzes als sogenannte Orts- oder weitere Straße eingestuft werden, dann obliegt der Kommune die Widmung. Selbiges gelte in diesem Fall für die Sperrung der Trasse. "Für diese Art von Straßen haben die Kommunen als örtliche Polizeibehörde die Befugnis dazu", erklärt Rayk Bergner weiter.

-Standpunkt

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