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Deutsche Baumkletterer ermitteln in Oschatz ihre Meister

Kleine Gartenschau Deutsche Baumkletterer ermitteln in Oschatz ihre Meister

Am Sonnabend und Sonntag finden im Rahmen der Kleinen Gartenschau die Deutschen Meisterschaften im Baumklettern statt. An den Start gehen 65 Aktive. „Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Außerdem sind zehn ausländische Teilnehmer an den Start“, erklärt Sascha Reich. Er gehört zum „Voraus-Kommando“ der Baumkletterer.

Die Schnellsten ihrer Zunft erklimmen ein 15 Meter hohen Baum in 15 Sekunden.

Quelle: Axel Kaminski

Oschatz. Heute und morgen finden im Rahmen der Kleinen Gartenschau die Deutschen Meisterschaften im Baumklettern statt. An den Start gehen 70 Aktive, darunter neun Frauen. „Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Außerdem sind fünf ausländische Teilnehmer am Start“, erklärt Sascha Reich. Er gehört zum „Voraus-Kommando“ der Baumkletterer. Der Münchener ist am Mittwoch, gegen 18 Uhr zuhause aufgebrochen und am Donnerstag gegen 2 Uhr in Oschatz angekommen. Von Donnergrollen und einem kräftigen Gewitterguss geweckt, war er ab dem Vormittag damit beschäftigt, mit seinen Kollegen die Wettkampfstrecke zu präparieren.

Kollegen darf man dabei im wörtlichen Sinne verstehen. Die Meisterschaft der Baumkletterer ist ein Berufswettbewerb. Landschaftspfleger und -gärtner, die statt der Hebebühne auf Seil und Haken setzen, ermitteln hier die Besten ihrer Zunft. „So etwa die zehn Besten im Feld sind mit sportlichem Ehrgeiz dabei, für die anderen spielt auch der Spaß am Vergleich eine Rolle“, erklärt Reich. Neben den Disziplinen, die dem Arbeitsalltag entlehnt sind und bei dieser Gelegenheit durchaus einem größeren Publikum präsentiert werden, spielten der Erfahrungsaustausch und die Kontaktpflege bei diesem „Innungstreffen“ eine wichtige Rolle.

Disziplin Rettung ist die Königsdisziplin

Als Publikumsmagnet bezeichnet Sascha Reich die Disziplin Rettung. Bei der Arbeit sei es Vorschrift, dass sich mindestens zwei Personen im Baum aufhalten – um sich gegenseitig helfen zu können. Das sei bei der Meisterschaft unter Beweis zu stellen – nicht an Puppen, sondern mit Kollegen, die das Opfer spielen.

„Am Sonnabend werden alle 65 Teilnehmer alle Stationen absolvieren“, erklärt Reich. Dazu haben die am Donnerstag angereisten Kollegen die dafür vorgesehenen Bäume „durchgepflegt“ – also zum Beispiel das Totholz entfernt. Am Sonntag findet die so genannte Master’s Challenge statt. Dann absolvieren die fünf besten Männer und drei besten Frauen des Hauptwettkampfes das Finale mit komplettem Arbeitsgang aus Werfen, Aufstieg, Arbeitsstationen und Abstieg nacheinander an einem Baum. Spitzenleute würden zum Beispiel diesen Aufstieg bis in 15 Meter Höhe in 15 Sekunden bewältigen.

Junge Gartenschau-Besucher dürfen auch klettern

Die Baumkletterer bieten am Sonnabend und Sonntag, jeweils ab 10 Uhr den jüngsten Besuchern der Gartenschau die Möglichkeit, die Bäume zu erklimmen. „Sie bekommen eine eigene Ausrüstung gestellt – und gehen von uns gesichert mit Seil, Helm, Klettergurt und Handschuhen in den Baum“, erläutert Sascha Reich. Sie könnten dabei durchaus bis in 15 Meter Höhe gelangen. Das sei übrigens auch die Mindesthöhe, die ein „Wettkampfbaum“ aufweisen muss. Sportlich müsse man dafür nicht unbedingt sein. Er selbst habe in der Schule nur mäßige Sportzensuren erreicht. „Unser Sportlehrer hat mich zum Schachunterricht geschickt“, erinnert sich der Münchener. Die Eltern könnten darauf vertrauen, dass ihre Kinder im Baum in Sicherheit sind. Ob sein Sohn Lukas, der viereinhalb Jahre alt ist, mitklettern wird, ist noch unklar. Es wäre nicht das erste Mal. Seine Ansprüche, mal Juniorchef zu werden, hat er bereits angemeldet. „Ich habe ihm gesagt, dass ich damit einverstanden bin, wenn in der Schule alles klar geht“, erzählt Sascha Reich. Das habe ihm Lukas versichert.

Der Wettkampfort liegt oberhalb des rechten Döllnitzufers. Wer direkt dorthin gelangen möchte, gelangt sozusagen über die verlängerte Burgstraße an die Lichtung, an deren Rand geklettert wird.

Von Axel Kaminski

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