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Oschatz Deutschmeister blasen vor 1400 Zuhörern am Wermsdorfer Schloss Hubertusburg
Region Oschatz Deutschmeister blasen vor 1400 Zuhörern am Wermsdorfer Schloss Hubertusburg
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11:33 29.05.2017
Dem Konzert der 25 Musiker der Original Hoch- und Deutschmeister lauschten 1400 Besucher im Schlosshof der Hubertusburg. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Wermsdorf

„Wir sind begeistert von der beeindruckenden Kulisse des Schlosses und freuen uns auf unser Konzert“, sagte Kapellmeister Reinhold Nowotny kurz vor dem Aufmarsch der Original Hoch- und Deutschmeister aus Wien am Sonntagabend auf Schloss Hubertusburg. „Es passt heute einfach alles zusammen. Das Wetter. Die Kulisse. Die vielen Besucher.“ Rund 1400 Musikfreunde hatten sich auf den Weg nach Wermsdorf gemacht, um die Traditionskapelle und deren Sängerin Anja Markwart zu erleben.

Die als Verein geführte Kapelle hat ihre Wurzeln im Jahr 1696, als im Juni die erste Musterung durchgeführt wurde. Bald danach konnte der erste Regimentsinhaber, der Pfalzgraf bei Rhein und Herzog von Neuburg, Franz Ludwig, zugleich Hochmeister des Deutschen Ordens, ein Regiment mit insgesamt 2400 Mann sein eigen nennen. Schon bald nach der Aufstellung 1714 war die Regimentsmusik eine der bekanntesten in der österreichischen Armee. Kaiserin Maria Theresa ließ sie bei Paraden spielen. Josef II. stationierte sie 1721 in Wien. Die Hoch- und Deutschmeister Kapelle wurde zum Aushängeschild österreichischer Marschmusik. Viele ihrer Kapellmeister waren nicht nur begnadete Musiker, sondern auch berühmte Komponisten.

Die Musiker gehen heute im wahren Leben verschiedenen Berufen nach, betreiben ihr Hobby Musik und die damit verbundene Traditionspflege mit großer Leidenschaft. Gut 30 Mal im Jahr sind sie zu Konzerten unterwegs. Immer wieder, so auch im Jubiläumsjahr 2017, führt sie diese Tour auch nach Deutschland.

Unter der Deutschmeister Fanfare marschierten die Musiker in ihren dunkelblauen Uniformen auf. Was folgte, bewegte das Publikum im Schlosshof immer wieder zu spontanem Beifall: Marschmusik, Polkaklänge, Melodien aus bekannten Operetten. Natürlich durften Wiener Lieder nicht fehlen. Die Namensliste der Komponisten mit Strauß, Lehar, Suppe, Stolz spricht für sich. Und die Kulisse von Schloss Hubertusburg sorgte auf ihre Weise dafür, dass sich die Konzertbesucher auf eine musikalische Zeitreise begeben konnten. „Es war einfach schön. Die Anfahrt und das Schwitzen haben sich gelohnt“, erklärte Ralf Purschwitz aus Dautzschen, der mit Johann Federsel nach Wermsdorf gekommen war. Die Männer waren Stunden vorher angereist und konnten sich so einen der wenigen Parkplätze auf den dafür vorgesehenen Flächen sichern. Andere, vor allem Ortsunkundige waren da schlechter dran. In ihrer Not, den Konzertbeginn nicht zu verpassen, parkten sie an der Schlossmauer, obwohl das nicht gestattet war. Ein Knöllchen könnte ihnen demnächst zugehen.

Von Bärbel Schumann

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