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Oschatz Die Bodenqualität macht’s: Hohe Preise für Ackerpacht rund um Oschatz
Region Oschatz Die Bodenqualität macht’s: Hohe Preise für Ackerpacht rund um Oschatz
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00:31 26.05.2018
Landwirte rund um Oschatz zahlen höhere Pachtpreise als ihre Kollegen in Ost- oder Südsachsen. Quelle: Dirk Hunger (Archiv)
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Oschatz

Rund um Oschatz ist die Verpachtung von landwirtschaftlichen Ackerflächen gängige Praxis. Für die Eigentümer stellen sich in diesem Zusammenhang immer wieder Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind: Wie hängen Pacht und Kaufpreis von der Grundstücksgröße ab? Hat die Bodenqualität heute noch einen Einfluss, wo doch so viel gedüngt wird? Sind Äcker in Stadtnähe teurer, weil Transportwege kürzer sind? Und vor allem: Welcher Pachtpreis ist angemessen?

Langzeitstudie wird heute veröffentlicht

An die Beantwortung dieser Fragen hat sich nun der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte gewagt. Um die Marktsituation für alle Teilnehmer transparenter zu gestalten, haben das unabhängige Gremium und seine ehrenamtlich agierenden Mitglieder mehr als 15 000 Pachtdatensätze und 7 000 Vergleichskaufpreise aus ganz Sachsen analysiert.

Am Mittwoch werden die Ergebnisse in einem Bericht veröffentlicht, der auf der Website des Staatsbetriebs Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Kaufpreise seit 2005 förmlich explodiert

Die auffälligste Entwicklung der vergangenen Jahren: Während der Anstieg der Pachtpreise konjunkturbedingt in konstantem Maße verlaufen ist, sind die Kaufpreise seit 2005 förmlich explodiert.

Matthias Kredt, Leiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung Leipzig, Vorsitzender des Gutachterausschusses und Mitautor der Studie, führt dieses Phänomen auf die Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre zurück. „Das ist aber kein sachsentypisches Phänomen – in Bayern sieht die Situation ganz ähnlich aus.“

Investoren aus verschiedenen Bereichen hätten landwirtschaftliche Flächen verstärkt als Kapitalanlagen entdeckt: „Längst ist der Markt nicht mehr auf den regionalen Verkehr beschränkt. So sind Erwerbsvorgänge mit spekulativen Ansätzen ebenso vertreten wie Ankäufe von ausländischen Großunternehmen.“ Die Gefahr einer Spekulationsblase sieht Kredt jedoch nicht.

Bodenqualität und Ackerzahl sind wichtigste Faktoren

Die höchsten Preise in Sachsen werden entlang der Achse Dresden-Döbeln-Grimma-Leipzig erhoben. Grund dafür sei die hohe Bodenqualität des Mittelsächsischen Lößgebiets. Die Ackerzahl übe ebenfalls „einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Pachtpreises“ aus.

Weniger relevant seien hingegen die Größe der verpachteten Flächen sowie ihre Nähe zur Stadt. „Möglicherweise besteht dieser zwar, wird aber durch andere, bedeutendere Einflussfaktoren überlagert.“ In erster Linie sei das die Bodenqualität, die nicht unwesentlich durch Überdüngung bedroht sei. Inwiefern diese Entwicklung jedoch Auswirkungen auf die Preisentwicklung hat, sei – wenn überhaupt – sehr schwer festzustellen.

Region Oschatz: Pachtpreise über sächsischem Durchschnitt

Zwar liegt Oschatz nicht unmittelbar auf dieser hochpreisigen Achse, profitiert aber dennoch davon: Mit Pachtpreisen zwischen 200 und 500 Euro pro Hektar (siehe Grafik) liegen die Kosten über dem sächsischen Durchschnitt und weit über den Preisen in Ost- und Südsachsen.

Pachtpreise in Sachsen von 2012 bis 2015 Quelle: GeoSN

Den Vorteil einer Pacht sehen die Autoren darin, dass sie keinen Raum für spekulative Ansätze biete: „Da das Pachten einer Fläche die Nutzung derselben erwarten lässt, ist davon auszugehen, dass der vereinbarte Pachtpreis sehr eng mit der wirtschaftlichen Nutzbarkeit verbunden ist.“

Grundstücksbesitzern und Landwirten bietet die Studie eine praktische Hilfe in Form von Formeln und Berechnungsbeispielen,wodurch sich ein optimaler Pacht- oder Kaufpreis ermitteln lässt.

www.geosn.sachsen.de

Von Christian Neffe

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