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Die "Maskenbildner" aus Naundorf

Die "Maskenbildner" aus Naundorf

Die Geschichte des Roten Kreuzes und später des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist vielfältig.Helgard und Heinz Wutschke aus Naundorf haben in der Region das DRK mit aufgebaut.

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Helgard (79) und Heinz (74) Wutschke aus Naundorf stöbern in Erinnerungen. Sie sind seit Jahrzehnten mit dem DRK verbunden.

Quelle: Sven Bartsch

Sie kennen Geschichten aus Jahrzehnten. Einen Namen haben sie sich später mit ihrer realistischen Unfalldarstellung gemacht. Sie schminkten Personen so, dass es aussah, als hätten sie gerade einen schweren Unfall gehabt und liegen jetzt mit Blut verschmiertem Gesicht und verletzten Armen oder Beinen auf der Straße. Die OAZ besuchte die beiden engagierten Senioren. Von Gabi Liebegall "Waren Sie denn schon bei Wutschkes?" Diese Frage hört die OAZ mehrmals unabhängig voneinander, wenn es darum geht, aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des Roten Kreuzes Geschichten in der Region zu finden. Helgard Wutschke ist bereits seit 1952 DRK-Mitglied, ihr Mann Heinz seit 1955. "Mein Vater war schon Mitglied im Roten Kreuz", sagt er. Die Anfänge seien schwer gewesen, bestätigen beide, denn das DRK musste von Grund auf aufgebaut werden. Das Wissen dafür holten sie sich bei Lehrgän gen. Zur so genannten realistischen Unfalldarstellung haben beide einige Jahre später gefunden. "Dazu brauchten wir einen Koffer mit den notwendigen Utensilien, also Farbe zum Schminken und Spatel zum Beispiel. Das alles kostete 200 Mark. Das musste ich selbst bezahlen", erinnert sich Heinz Wutschke. "Das Besondere an der realistischen Unfalldarstellung war und ist, dass die Personen wirklich aussehen, als würden sie bluten." Dann könne geschlussfolgert werden, dass die "Maskenbildner" ihre Arbeit gut gemacht haben. Bei der Schminke habe es sich um sämige Flüssigkeit gehandelt, die den vermeintlichen Opfern bei Übungen oder Lehrgängen aufgebracht wurde. "Ich kann mich erinnern, dass wir an den Tonwerken zwischen Oschatz und Naundorf einen Unfall nachgestellt hatten und wissen wollten, wie sich dazukommende Kraftfahrer verhalten", erzählt die Ehefrau. Das Ergebnis sei katastrophal gewesen. "Fast alle sind vorbeigefahren." Dabei schüttelt sie verständnislos den Kopf. Helgard Wutschke versteht nicht, dass es Menschen gibt, die Bedürftigen nicht helfen, sie in dem konkreten Fall einfach auf der Straße liegen lassen."Ich war 40 Jahre hauptamtlich beim DRK, und zwar Krankentransport-Fahrer", so der Senior. Ausgebildet wurde zunächst in der Säuglingspflege, in der Krankenpflege und der Ersten Hilfe. "Im Altkreis Oschatz gab es 15 DRK-Arbeitskreise", erinnert sich Heinz Wutschke, der den Ortsverein Naundorf 30 Jahre leitete. "Ich bin auch an Schulen gegangen, habe obere Klassen in Säuglingspflege unterrichtet und aufgeklärt", berichtet Helgard Wutschke. Beide haben viele Weiterbildungen besucht und abgehalten. "Es gab auch jedes Jahr Ausscheide. Da sind meine Frau und ich gegeneinander angetreten", ergänzt der Ehemann lächelnd Das Wort "helfen" hat für die beiden Christen eine ganz besondere Bedeutung. Der Begriff ist ein Wutschke-Lebensmotto. Unermüdlich engagiert sich das Rentnerehepaar seit vielen Jahren für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe. Dank ihres Einsatzes können sich Menschen in Weißrussland, der Ukraine, Rumänien, Bulgarien und Moldawien regelmäßig über Sachspenden freuen.

Liebegall, Gabi

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