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?Die Polizei wird bemerkt?

?Die Polizei wird bemerkt?

Seit Jahresanfang ist Oschatz wieder ein eigenständiges Polizeirevier. Geleitet wird es von Jan Müller, der im OAZ-Interview die Änderungen benennt.Frage: Sie sind nun 100 Tage Revierleiter in Oschatz.

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Jan Müller

Quelle: Dirk Hunger

Seit Jahresanfang ist Oschatz wieder ein eigenständiges Polizeirevier. Geleitet wird es von Jan Müller, der im OAZ-Interview die Änderungen benennt.

 

Frage: Sie sind nun 100 Tage Revierleiter in Oschatz. Wie würden Sie diese Zeit beschreiben?

 

Jan Müller: Die letzten 100 Tage, und nicht nur diese, waren für mich herausfordernd, interessant, spannend und zugleich lehrreich. Wir haben bereits im Oktober vergangenen Jahres mit einem Team unter meiner Leitung die Grundlagen für einen ordnungsgemäßen Start des Polizeireviers Oschatz gelegt. Dies war notwendig, da es das jetzige Polizeirevier Oschatz in dieser Form und Größe noch nicht gab. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit bedanken. Aus heutiger Sicht holperte es natürlich auf dem Weg der Vorbereitung und auch noch in den ersten 100 Tagen. Dennoch kann ich sagen, dass die Grundvoraussetzungen, welche in personeller und technischer Hinsicht für das neue Polizeirevier Oschatz vorgegeben waren, bis zum heutigen Tag sehr gut sind. Insbesondere meine ich hiermit die Aufstockung des Personalbestandes auf insgesamt 74 Stellen sowie die komplette Ausstattung.

 

Was ist in Oschatz anders als in anderen Kreisen?

 

Der Kreis ist mir ja nicht ganz fremd, da ich selbst in einem Ortsteil von Torgau wohne. Darüber hinaus habe ich als ehemaliger Pressesprecher, der nicht mehr existierenden Polizeidirektion Torgau oder auch als Revierleiter in Delitzsch, seit 15 Jahren in der Region meinen Dienst versehen. Mit der jetzigen Funktionsübernahme habe ich erlebt, dass sich über die Jahre die Zusammenarbeit nicht verschlechtert hat. Ich wurde hier in Oschatz beziehungsweise im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Oschatz sehr gut aufgenommen.

 

Was war für Sie in Oschatz die erste wichtige Erkenntnis?

 

Dass eine Menge Geduld aufgebracht werden muss. Trotzdem wurden die Aufgaben erfüllt.

 

Was unterscheidet den Altkreis Oschatz in der Polizeiarbeit von anderen Regionen?

 

Der Altkreis Oschatz unterscheidet sich zu anderen Kreisen in der Kriminalitätsstruktur nicht, jedoch in der Anzahl der erfassten Straftaten. In der Regel ist es so, dass mit der Entfernung zu einem Ballungsgebiet auch die Anzahl der Straftaten abnimmt. Dies trifft natürlich auf Oschatz zu. Sicherlich ist das Einsatzgeschehen bei weitem nicht so hoch wie in Leipzig oder anderen Ballungszentren und damit nicht vergleichbar. Besonderheiten hat aber die Region hier gegenwärtig nicht aufzuweisen.

 

Gab es in den 100 Tagen auch ein Ereignis, das hervorzuheben wäre?

 

Anfänglich waren rund um die Uhr drei Funkstreifenwagen im Einsatz, was der Bevölkerung auffiel. Es war auch für uns ungewöhnlich, da keine Urlaubs- oder Lehrgangszeit herrschte und auch kaum ein Kollege krank war. Und ungewöhnlich war es auch deshalb, weil es diesen Personalansatz in Oschatz zu normalen Dienstzeiten noch nie gegeben hat. Fazit - die Polizei wird bemerkt und so soll es auch sein, wenn auch nicht überall.

 

Gibt es etwas, das sich als besonders schwierig erwiesen hat?

 

Schwierig sind aus meiner Sicht immer die Dinge, die nicht gleich geklärt werden können oder nicht sofort zum Erfolg führen. Als Beispiel nenne ich einmal die Containerbrände. Auch wenn die Anzahl mit sechs strafbaren Handlungen in diesem Jahr im Vergleich zu anderen Städten nicht höher liegt, ist es relativ schwierig, die oder den Tatverdächtigen zu überführen. Ein Brand birgt immer die Gefahr, dass es zu größeren Ausmaßen kommt und Menschenleben bedroht werden. Auf Grund der latenten Gefahr und zur Klärung der Straftaten ist der Ermittlungsaufwand hoch. Schwierig in einem gewissen Sinne sind auch Einsätze, die viel Personal binden und zeitaufwendig in der Vorbereitung und Durchführung sind. So zum Beispiel am 23. Januar, als ein Tatverdächtiger eine Mitarbeiterin eines Jobcenters telefonisch in Kenntnis setzte, andere mit einer Maschinenpistole erschießen zu wollen.

 

Was wünschen Sie sich für Ihre Polizeiarbeit?

 

Ich wünsche nicht nur mir, sondern uns im Polizeirevier Oschatz ein weiteres gutes Zusammenwachsen, einen vertrauensvollen Umgang und ein gemeinsames Erfüllen der polizeilichen Aufgaben.

Gabi Liebegall

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