Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 1 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Die Weiche ist gestellt: Döllnitzbahn soll wieder bis Kemmlitz dampfen

Große Pläne Die Weiche ist gestellt: Döllnitzbahn soll wieder bis Kemmlitz dampfen

Wenige Meter hinter dem Bahnhof des Ortes teilt sich die Schmalspurstrecke. Der eine, 2006 wieder aufgebaute Ast führt nach Glossen. Der andere Strang quert die Straße. Wer sich auskennt, weiß, dass er dort nicht auf Loks aufpassen muss. Denn seit April 2006 ist die Strecke nach Kemmlitz gesperrt. Ein Hochwasser gab der bereits angeschlagenen Strecke damals den Rest.

Stellen gemeinsam die Weiche nach Kemmlitz: Roger Glanz vom Förderverein "Wilder Robert", Landrat Kai Emanuel, der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, der Mügelner Bürgermeister Johannes Ecke, Döllnitzbahn-Betriebsleiter Lutz Haschke und Stephan Seeger, Direktor der Stiftungen der Sparkasse Leipzig (v.l.).

Quelle: Dirk Hunger

Nebitzschen. Seit dieser Woche gibt es Anzeichen dafür, dass die Autofahrer in Nebitzschen bald wieder aufmerksam beobachten müssen, ob Züge von oder nach Kemmlitz unterwegs sind. Diese Hoffnung verbreitete vor neun Jahren auch der damalige Geschäftsführer der Döllnitzbahn Gerhard J. Curth. Er verkündete, dass die Bahn ab dem 2. Juli wieder nach Kemmlitz fahren würde und meinte damit tatsächlich 2006.

Grund für den aktuellen Optimismus bietet eine Förderzusage der Stiftung der Sparkasse Leipzig. Sie fördert den Wiederaufbau des technischen Denkmals mit insgesamt 50.000 Euro. Das Geld soll bis 2017 in vier Teilsummen ausgezahlt werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Stiftung dem Förderverein "Wilder Robert" Unterstützung gewährt. "Wir haben 2011 die Untersuchung des Dampfkessels der Lok 99 574 mitfinanziert" erinnerte Stephan Seeger, Direktor der Stiftungen der Sparkasse Leipzig. Vielleicht habe man damit einen Anstoß für das Engagement des Freistaates Sachsen zum Erhalt der Schmalspurbahnen im Land gegeben. In Torgau fördere die Stiftung zum 500-jährigen Reformationsjubiläum den Wiederaufbau des Spalatinhauses mit 50.000 Euro. Man wolle nicht warten, bis die Döllnitzbahn 500 Jahre alt wird.

"Unser Motto ist 'Bewahren, was uns ausmacht'", betonte Stephan Seeger. In dieser Hinsicht sei die Unterstützung der Schmalspurbahn bestens platziert. Viele Menschen würden sich mit ihr identifizieren und sich für sie engagieren. In Zeiten, in denen der Stiftung die Erlöse wegbrechen würden, konzentriere man die Förderung auf Projekte, bei denen es bereits ein Engagement der Bürger gäbe. Stephan Seeger betonte, dass die 50.000 Euro für eine so kleine Stiftung ein großer Posten seien.

Lutz Haschke, Eisenbahnbetriebsleiter bei der Döllnitzbahn, unterstrich, dass der 1903 geschaffene Anschluss nach Kemmlitz der Bahn ab 1993 mit dem Transport von Kaolin eine Überlebenschance bot. Der Mügelner Bürgermeister Johannes Ecke (FWV) betonte, dass es insbesondere im Zusammenhang mit dem im Mügelner Bahnhof geplanten Geoportal, das die Geschichte und Bedeutung des Kaolinabbaus reflektieren soll, wichtig sei, mit dem Wiederaufbau der "Kaolinbahn" ein Zeichen zu setzen.

"Zum Abschnitt nach Kemmlitz bekommen wir von Einheimischen und Bahnfreunden viele Nachfragen", sagte Lutz Haschke. Der Oschatzer Oberbürgermeisters Andreas Kretschmar (parteilos) ist optimistisch, dass man zu den Glühweinfahrten 2017 wieder Fahrten nach Kemmlitz anbieten könne. Lutz Haschke möchte das sogar noch schneller erreichen.

Allerdings hieße das Ziel zunächst Kemmlitz Ort. Die Aufgaben seien umfangreich: "Es ist notwendig, eine größere Anzahl an Holzschwellen zu tauschen, eine Brücke über den Kemmlitzbach zu ertüchtigen, den vorerst geplanten Endpunkt Kemmlitz Ort herzurichten und auf der gesamten Strecke das Lichtraumprofil wieder herzustellen", erläuterte er.

Letztmalig sei die Strecke im Jahr 1981 ertüchtigt worden, merkte Roger Glanz vom Förderverein "Wilder Robert" an. Diese Sanierung habe in etwa so ausgesehen, dass rund ein Drittel der Holzschwellen ersetzt worden sei - allerdings durch bereits gebrauchte Schwellen.

Der Förderverein werde Eigenleistungen und einen Eigenanteil für den Wiederaufbau der Strecke erbringen. Nur so sei es - trotz der umfangreichen Förderung durch die Stiftung - möglich, Kemmlitz tatsächlich wieder ans Schmalspurnetz zu nehmen.

Von Axel Kaminski

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. Hier das Ergebnis! mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lädt am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos in unserem Special. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

26.04.2017 - 12:24 Uhr

Der Stadtliga-Aufsteiger fährt trotz dezimierten Kaders am Kantatenweg den 22. Saisonsieg ein.

mehr