Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 13 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Die Zweigstelle in Dahlen

Die Zweigstelle in Dahlen

Wohl bedingt durch den Ersten Weltkrieg hatte die private Molkerei in Dahlen, unter ihrem Besitzer Kunze, den Betrieb eingestellt. Ähnlich wie in Oschatz drängte auch hier die Amtshauptmannschaft Oschatz, dass Mügeln diesen Betrieb pachtweise übernehmen sollte.

Voriger Artikel
Umgestaltung des Landpostdienstes
Nächster Artikel
Bezahlung nicht entscheidend

Die Zweigstelle der Molkereigenossenschaft in Dahlen.

Quelle: Privat

Die Milchmenge wurde durch Zwangszuweisungen sichergestellt. Dem bisherigen Besitzer zahlte die Genossenschaft für die Nutzung der Räume Miete. Maschinen und Geräte wurden käuflich erworben. Später hatte sich die Zwangswirtschaft etwas gelockert.

 

Der Geschäftsführer der Mügelner Molkerei Hameister suchte zusammen mit dem des Dahlener Stadtgutbesitzers Haufe die umliegenden Landwirte auf. Beide verwiesen auf die Vorteile einer Genossenschaft und schnell zeigten die Bauern ihr Interesse. Tierzuchtinspektor Dr. Marx unterstützte durch Vorträge im Landwirtschaftlichen Verein in Dahlen diese Werbung. Schließlich meldeten sich 15 Landwirte aus der Umgebung und wurden Mitglied, sie lieferten, im Jahre 1923, etwa 1000 bis 1100 Liter Milch pro Tag an die Molkerei.

 

Als Kunze sein Grundstück anderweitig verkaufen wollte, musste sich die Molkereigenossenschaft um andere Räumlichkeiten bemühen. Ein Neubau kam aus Kostengründen nicht in Frage. Die stillgelegte Brennerei vom Stadtgutbesitzer Lamm, konnte die Molkerei auf 20 Jahre anmieten und mit den neuesten Maschinen und Anlagen zweckmäßig ausstatten.

 

Zum Einzugsgebiet der Molkerei Dahlen gehörten folgende Ortschaften: Börln, Bortewitz, Bucha, Calbitz, Dahlen, Deutsch-Luppa, Großböhla, Kleinböhla, Lampertswalde, Malkwitz und Wendischluppa,

 

Zur gleichen Zeit kaufte die Genossenschaft in Leipzig die Bezirksmilchverwertung. Damit entwickelte sich die Molkereigenossenschaft Mügeln zu einem Großunternehmen der Milchwirtschaft in unserer Region. Über viele Jahre bestand dieses Unternehmen und erst nach 1930 wurden die drei Zweigbetriebe selbstständige Molkereigenossenschaften. Aus der Milchverwertung Leipzig entstand später der Milchhof Leipzig.

 

Die Molkerei in Casabra wurde von Gustav Sommer 1904 erbaut. Er hat sie bis zu seinem Tod im Jahre 1933 betrieben. Danach führte seine Tochter Maria den Betrieb weiter. Mitte der 30er Jahre kam Max Samel von Ostpreußen nach Casabra und hat als gelernter Molkereiarbeiter bei Maria Sommer gearbeitet, Nachdem beide 1938 heiraten, stellten sie den Molkereibetrieb ein. Maria Samel, geborene Sommer, führte in dem Grundstück die vorhandene Milchverkaufsstelle bis 1967 weiter. Max Samel arbeitete nach dem Krieg noch einige Jahre in der Molkerei Oschatz. Ursprünglich sollte die Molkerei in Kreina entstehen. Dort gab es aber Abwasserprobleme, deshalb wurde der Standort in Casabra gewählt.

 

Zum Einzugsgebiet gehörten die Orte Casabra, Kreina und Naundorf.

 

Die Molkerei in Hof wurde Mitte des 19. Jahrhundert erbaut, ihr damaliger Besitzer ist nicht mehr bekannt. Um 1900 kaufte ein Herr Müller den Betrieb, nutzte ihn bis 1925 und verkaufte wieder. Danach kam der ausgebildete Molker Otto Dienel von Leuben bei Lommatzsch und betrieb die Molkerei bis 1948. Nach dem Krieg begann Otto Dienel einen Umbau, aber noch in der Bauphase wurde die Molkerei 1948 - auf staatliche Anweisung hin - geschlossen. Zum Einzugsgebiet gehörten die Orte: Gastewitz, Hof, Nasenberg, Raitzen, Rochzahn, Salbitz, Stauchitz und Weichteritz.

 

Die Molkerei in Gallschütz hat Herr Lubatzsch, um die Jahrhundertwende erbaut, aber 1930 musste der Betrieb geschlossen werden. Zum Einzugsgebiet gehörten die Orte: Gallschütz, Göldnitz und Wollsdorf.

Siegfried Tietze

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr