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Oschatz Die Zweigstelle in Dahlen
Region Oschatz Die Zweigstelle in Dahlen
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14:29 27.01.2014
Die Zweigstelle der Molkereigenossenschaft in Dahlen. Quelle: Privat

Die Milchmenge wurde durch Zwangszuweisungen sichergestellt. Dem bisherigen Besitzer zahlte die Genossenschaft für die Nutzung der Räume Miete. Maschinen und Geräte wurden käuflich erworben. Später hatte sich die Zwangswirtschaft etwas gelockert.

Der Geschäftsführer der Mügelner Molkerei Hameister suchte zusammen mit dem des Dahlener Stadtgutbesitzers Haufe die umliegenden Landwirte auf. Beide verwiesen auf die Vorteile einer Genossenschaft und schnell zeigten die Bauern ihr Interesse. Tierzuchtinspektor Dr. Marx unterstützte durch Vorträge im Landwirtschaftlichen Verein in Dahlen diese Werbung. Schließlich meldeten sich 15 Landwirte aus der Umgebung und wurden Mitglied, sie lieferten, im Jahre 1923, etwa 1000 bis 1100 Liter Milch pro Tag an die Molkerei.

Als Kunze sein Grundstück anderweitig verkaufen wollte, musste sich die Molkereigenossenschaft um andere Räumlichkeiten bemühen. Ein Neubau kam aus Kostengründen nicht in Frage. Die stillgelegte Brennerei vom Stadtgutbesitzer Lamm, konnte die Molkerei auf 20 Jahre anmieten und mit den neuesten Maschinen und Anlagen zweckmäßig ausstatten.

Zum Einzugsgebiet der Molkerei Dahlen gehörten folgende Ortschaften: Börln, Bortewitz, Bucha, Calbitz, Dahlen, Deutsch-Luppa, Großböhla, Kleinböhla, Lampertswalde, Malkwitz und Wendischluppa,

Zur gleichen Zeit kaufte die Genossenschaft in Leipzig die Bezirksmilchverwertung. Damit entwickelte sich die Molkereigenossenschaft Mügeln zu einem Großunternehmen der Milchwirtschaft in unserer Region. Über viele Jahre bestand dieses Unternehmen und erst nach 1930 wurden die drei Zweigbetriebe selbstständige Molkereigenossenschaften. Aus der Milchverwertung Leipzig entstand später der Milchhof Leipzig.

Die Molkerei in Casabra wurde von Gustav Sommer 1904 erbaut. Er hat sie bis zu seinem Tod im Jahre 1933 betrieben. Danach führte seine Tochter Maria den Betrieb weiter. Mitte der 30er Jahre kam Max Samel von Ostpreußen nach Casabra und hat als gelernter Molkereiarbeiter bei Maria Sommer gearbeitet, Nachdem beide 1938 heiraten, stellten sie den Molkereibetrieb ein. Maria Samel, geborene Sommer, führte in dem Grundstück die vorhandene Milchverkaufsstelle bis 1967 weiter. Max Samel arbeitete nach dem Krieg noch einige Jahre in der Molkerei Oschatz. Ursprünglich sollte die Molkerei in Kreina entstehen. Dort gab es aber Abwasserprobleme, deshalb wurde der Standort in Casabra gewählt.

Zum Einzugsgebiet gehörten die Orte Casabra, Kreina und Naundorf.

Die Molkerei in Hof wurde Mitte des 19. Jahrhundert erbaut, ihr damaliger Besitzer ist nicht mehr bekannt. Um 1900 kaufte ein Herr Müller den Betrieb, nutzte ihn bis 1925 und verkaufte wieder. Danach kam der ausgebildete Molker Otto Dienel von Leuben bei Lommatzsch und betrieb die Molkerei bis 1948. Nach dem Krieg begann Otto Dienel einen Umbau, aber noch in der Bauphase wurde die Molkerei 1948 - auf staatliche Anweisung hin - geschlossen. Zum Einzugsgebiet gehörten die Orte: Gastewitz, Hof, Nasenberg, Raitzen, Rochzahn, Salbitz, Stauchitz und Weichteritz.

Die Molkerei in Gallschütz hat Herr Lubatzsch, um die Jahrhundertwende erbaut, aber 1930 musste der Betrieb geschlossen werden. Zum Einzugsgebiet gehörten die Orte: Gallschütz, Göldnitz und Wollsdorf.

Siegfried Tietze

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