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Oschatz Die rätselhafte Reise eines Steins
Region Oschatz Die rätselhafte Reise eines Steins
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16:17 10.01.2014
Hans-Jürgen Höhne, Werner Lippmann und Rudolf Gühne (von links nach rechts) stemmen die verschwundene und wieder aufgetauchte Gedenktafel. Quelle: Sven Bartsch

Jetzt sollte der Steimnetz zum Zuge kommen - doch das gute Stück war plötzlich verschwunden.

Von CHRISTIAN KUNZE

Vor sechs Jahren brachten die Vereinsmitglieder Hans-Jürgen Höhne und Rudolf Gühne die Tafel in den städtischen Bauhof. "Da die Ränder sehr porös sind und die Platte auch sonst nicht mehr in einem guten Zustand ist, möchten wir sie als Verein beim Oschatzer Steinmetz Schmidt restaurieren lassen", berichtet Rudolf Gühne. In Stein gehauen sind darauf die Namen vier gefallener Bürger, die bei der Auseinandersetzung zwischen Frankreich und dem Norddeutschen Bund vor über 140 Jahren starben. Verewigt sind außerdem deren Geburts- und Sterbeort und die jeweiligen Daten.

Die Pflege der Tafel gestaltete sich in den zurückliegenden Jahrzehnten schwierig - wuchs doch eine stattliche Eiche davor. Kurz vor dem Jahreswechsel, nachdem das Anliegen der Geschichts- und Heimatfreunde schon fast in Vergessenheit geraten war, besann sich Rudolf Gühne wieder darauf.

Im Bauhof wurden jedoch weder er noch die städtischen Mitarbeiter um Werner Lippmann fündig. "Die Platte war plötzlich nicht mehr auffindbar", so Lippmann gestern. Auf Nachfrage im Rathaus erfuhr er dann schließlich, dass der Stein zuletzt im Keller des Verwaltungsgebäudes am Markt gesehen wurde, konnte das zunächst aber nicht überprüfen.

Im Rathauskeller ist auch das Archiv untergebracht - ein Ort, den Mügelns Museumsleiter Andreas Lobe in den zurückliegenden sechs Jahren oft aufgesucht hat, um zu recherchieren. "Wenn die Platte vom Bauhof in den Keller gebracht worden wäre, hätte ich sie dort stehen oder liegen sehen müssen - und das ist nicht der Fall", so Lobe gestern auf Nachfrage der OAZ.

Dass die Gedenktafel verschwunden ist, ließ Werner Lippmann keine Ruhe. "Immerhin lagern im Bauhof noch ganz andere Exponate und das schon sehr viel länger als sechs Jahre. Und die sind alle noch da. Ich glaube nicht, dass die Gedenktafel von jemandem geklaut wurde, immerhin hat sie ein nicht zu unterschätzendes Gewicht."

Nach dem Abbau des Mügelner Weihnachtsbaums stattete der Bauhofmitarbeiter dem Rathaus gestern Vormittag einen Besuch ab, sah nochmals im Keller nach - und fand den gesuchten Stein schließlich in einer Ecke. An dieser Stelle habe Andreas Lobe wahrscheinlich nicht nachgeschaut, mutmaßt Werner Lippmann.

Nun kann der Stein nach Oschatz transportiert werden. Bleibt noch die Frage: "Wer brachte ihn in den vergangenen sechs Jahren vom Bauhof in den Keller des Mügelner Rathauses?"

Christian Kunze

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