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Oschatz Diebstähle großes Problem in Nordsachsen
Region Oschatz Diebstähle großes Problem in Nordsachsen
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15:55 29.03.2018
Zu schaffen machen den nordsächsischen Gesetzeshütern vor allem Diebstähle (Symbolfoto). Quelle: dpa
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Nordsachsen

Die Zahl der Straftaten in Nordsachsen ist im vergangenen Jahr um 10,6 Prozent zurückgegangen. Exakt 12 031 Fälle aus dieser Zeit sind bei der Polizeidirektion Leipzig aktenkundig, wie aus der kürzlich veröffentlichen Kriminalstatistik der Behörde hervorgeht. Das sind 1421 weniger als im Vorjahr – eine erfreuliche Entwicklung, die aber nicht auf alle Deliktarten zutrifft.

Zu schaffen machen den nordsächsischen Gesetzeshütern vor allem Diebstähle. Mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent unter allen statistisch erfassten Straftaten im Landkreis dominieren diese die breite Palette der Kriminalität. Dabei überwiegen schwere Fälle wie Einbruch gegenüber einfachen Eigentumsdelikten. Doch insgesamt ist eine Minderung zu verzeichnen: 4923 Diebstähle wurden 2017 registriert, 6115 waren es im Jahr zuvor. Während etwa Fahrraddiebstähle (von 959 auf 738) und der Klau aus Büros, Lagerräumen und Werkstätten (von 492 auf 357) zurückgingen, nahmen Ladendiebstähle (von 567 auf 602) und solche auf Baustellen (von 84 auf 105) zu.

Im Delitzscher Polizeirevier macht die Wegnahme von Eigentum rund die Hälfte aller erfassten Straftaten aus. Die Bandbreite reiche von einfachen Delikten bis hin zu Haus- und Wohnungseinbrüchen, sagt Klaus-Dieter Kabelitz. Der Revierleiter bilanziert für sein Gebiet grundsätzlich einen leichten Rückgang der Kriminalitätsrate: „Die Entwicklung ist ruhig und stabil. Aber ausruhen können wir uns nicht. Es gibt noch viel zu tun. Jeder Einbruch ist einer zu viel.“

Auch Jan Müller, der dem Revier Oschatz vorsteht, weiß von einer Abnahme der Straftaten zu berichten: „Wir haben 2060 Fälle verzeichnet. Das sind 137 weniger als 2016.“ Neben Diebstählen seien unter anderem Sachbeschädigungen schwerpunktmäßig aufgetreten. „Bei uns steht die Massenkriminalität im Vordergrund“, so Müller.

Fallzahlen bei Vergewaltigung haben sich massiv erhöht

Landkreisweit massiv erhöht haben sich die Fallzahlen bei Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung. Sind 2016 noch fünf Fälle polizeibekannt geworden, waren es ein Jahr darauf 18. „Das liegt an einer verschärften Gesetzeslage“, erklärt der Oschatzer Revierleiter Jan Müller und verweist auf das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung, das nach den Kölner Silvester-Übergriffen im November 2016 bundesweit in Kraft getreten ist. Sexueller Missbrauch von Kindern ist der Kreisstatistik zufolge seltener aufgetreten. Die Beamten stellten 27 Fälle fest – gegenüber 49 im Jahr zuvor. In der Gesamtheit wurden 114 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert (2016: 133).

Rückläufig ist in Nordsachsen die Entwicklung bei Raubstraftaten (von 64 auf 48) ebenso wie bei Nötigung (von 233 auf 198) und Bedrohung (von 283 auf 262). Zuwächse gab es bei Körperverletzungen, sowohl bei gefährlichen und schweren (von 224 auf 248) als auch bei vorsätzlichen einfachen (von 770 auf 862). Die Zahl der Straftaten gegen das Leben blieb unverändert bei sieben. Ein Mord war darunter (2016: zwei).

Aufklärungsquote macht Sprung nach oben

Im Vergleich zu 2016 erheblich verbessert hat sich die allgemeine Aufklärungsquote im Landkreis. Sie stieg um 5,3 auf 56,8 Prozent. Seit dem Jahr 2013 war die Quote nicht mehr annähernd so hoch. Insgesamt konnten die Polizisten 4900 Tatverdächtige ermitteln (minus 1,0 Prozent), davon 3954 Delinquenten mit deutschem Pass und 946 ohne (2016: 809). Damit liegt der Anteil ausländischer Verdächtiger bei 19,3 Prozent.

Die stärkste Gruppe in diesem Kreis waren Afghanen und Syrer, wobei der Anteil Letzterer um zwölf Prozent zurückging. Die größten Ausschläge nach oben gab es bei Personen aus Polen, dem Irak und Libyen. Eine starke Auffälligkeit bestimmter Nationalitäten ist aus der Statistik allerdings nur bedingt ableitbar. Die erfassten Tatverdächtigen verteilen sich auf zahlreiche Herkunftsländer. Konkret benannt werden neun; der Rest, der knapp die Hälfte ausmacht, bleibt unklar. Die Zahl der aufgeklärten Fälle im Landkreis sank in der Gesamtheit von 6927 auf 6837 (minus 1,3 Prozent).

Kinderkriminalität hat rasant zugenommen

Auffällig ist: Die Zahl der Delinquenten aus der Gruppe der Kinder ist rasant angewachsen. Fast fünf Prozent respektive 234 der im Vorjahr von der Polizei ermittelten Verdächtigen waren nicht älter als 13. Binnen Jahresfrist entspricht das einem Anstieg um satte 55 Prozent. Bei den Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren blieb der Wert mit 424 stabil.

Von Matthias Klöppel

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