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Oschatz Diskussion um Leitplanke für Unfallkurve in Neusornzig
Region Oschatz Diskussion um Leitplanke für Unfallkurve in Neusornzig
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06:00 15.11.2017
Gefährliche S 31 in Neusornzig. In dieses Haus krachte vor einer Woche die Fahrerin eines Chrysler, nachdem sie in der Kurve von der Straße abkam. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Neusornzig

Das Thema gefährliche Staatsstraße 31 erregt weiterhin die Gemüter. Vergangene Woche landete eine 33-jährige Frau mit ihrem Chrysler im Vorgarten von Polizist Carsten Richter, nachdem ihr Fahrzeug aufgrund zu hoher Geschwindigkeit aus der Kurve getragen wurde. Das Auto flog über den Gartenzaun, krachte gegen zwei abgestellte Fahrzeuge, schnellte aufgrund des Aufpralls drei Meter in die Höhe und knallte dann gegen die Hauswand. Rund 40 000 Schaden entstand an Autos und Grundstück. Dabei hatte Richter schon vor drei Jahren beim Ausbau der Straße aufgrund der Gefahr gefordert, vor seinem Grundstück Leitplanken zu errichten. Das Amt lehnte ab (wir berichteten).

Holger Schilke aus Kemmlitz gegen den Bau von Leitplanken

Jetzt spricht sich auch Holger Schilke aus Kemmlitz gegen den Bau von Leitplanken in Neusornzig und auch gegen die bereits außerhalb der Ortschaft entlang der S 31 vorhandenen aus. „Der Geschädigte fordert ja – aus seiner Sicht verständlich – Leitplanken. Das ist sicher nicht die Lösung des Problems.“ Vielmehr sei in erster Linie das Anlegen eines straßenbegleitenden Rad- und Fußweges erforderlich, damit die Straße sicherer werde. Sollte dies nicht kurzfristig möglich sein, fordert Schilke wirkungsvolle Maßnahmen, wie eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf der S 31, damit die offensichtliche Gefährdung reduziert werde.

Die Leitplanken außerorts und beidseitig entlang der Staatsstraße bezeichnet der Kemmlitzer als ganz großes Ärgernis, weil die für Radfahrer eine große Gefahr darstellten und ein Ausweichen vom Verkehr nicht möglich sei. „Aus meiner Sicht wäre eine begründete Forderung, an den Ortseingängen Verkehrsinseln zu errichten, damit die Geschwindigkeit auch tatsächlich reduziert werden muss. Nur der Appell an die Vernunft der Autofahrer reicht nicht, weil die Straße ja auch suggeriert, dass man schnell fahren kann“, so Schilke.

Anbringen von Zebrastreifen hilfreich

Nicht zuletzt wäre das Anbringen von Zebrastreifen hilfreich. Für den Kemmlitzer ist völlig unverständlich, dass der Niederlassungsleiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) trotz besseren Wissens noch Ende August des Jahres als Begründung mitgeteilt habe, es gebe keine Notwendigkeit, einen Rad- und Fußweg zu errichten. Das sei im Jahr 2014 geprüft worden. Allerdings wisse das Landesamt laut Schilke seit März des Jahres, dass die tatsächliche Verkehrsbelastung von 3000 bis 3500 Fahrzeugen täglich die Forderung nach einem Rad- und Fußweg unterstreiche.

Unterdessen hat Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katja Meier zur Verkehrszählung geantwortet. Die sei vom 1. bis 7. März 2017 erfolgt, da aufgrund der damaligen Vollsperrung keine frühere Datenerfassung möglich war. Für die Ortslage Neusornzig nannte Dulig ein tägliches Verkehrsaufkommen von 3050 bis 3450 Fahrzeugen. „Für alle Verkehrsteilnehmer wurde eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht“, so Dulig. Als Begründung nannte er den Neubau der Ortsumgehung Mügeln/Schweta. Und: Der Ausbau der Ortslage Neusornzig sei gemäß des Planfeststellungsbeschlusses „S 31, Ausbau nördlich A 14 bis Mügeln“ umgesetzt worden. „Besondere zusätzliche Forderungen zur Schulwegsicherung wurden von keiner Seite im Verfahren vorgetragen“, so Dulig.

Missverständnis zwischen Behörden

Zur Anfrage der Stadtverwaltung Mügeln zu aktuellen Verkehrszahlen in Neusornzig sprach das Lasuv von einem Missverständnis. Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke hatte in einer Stadtratssitzung erklärt, das Amt gebe die Zahlen nicht heraus. Dem widersprach Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert: „Uns ist keine Anforderung der Stadt zu Verkehrszahlen bekannt, die wir abgelehnt hätten.“ Zur Absage von Lasuv-Chef Markus Heier an der Teilnahme bei der Fahrrad-Demo sagte sie: „Die Vorwürfe sind allemal nicht gerechtfertigt. Herr Heier hat seine Absage nicht auf eine Verkehrszählung bezogen. Maßnahmen an der S 31 wären außerdem im Bedarfsfall durch die Verkehrsbehörde des Landratsamtes beziehungsweise durch die Unfallkommission festzulegen und einzuordnen.“

Von Heinz Großnick

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