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Döllnitzbahn erneuert Brücke und Durchlass auf ihrer Strecke

Infrastruktur Döllnitzbahn erneuert Brücke und Durchlass auf ihrer Strecke

Lange Zeit ist an der Infrastruktur der Döllnitzbahn nur das Nötigste oder gar noch weniger passiert. Seit 2013 gewährt der Freistaat Fördermittel für die Instandsetzung des Schienenweges sowie der Brücken und Durchlässe, über die er führt. Am Montag begann ein weiterer Bauabschnitt.

Die Döllnitzbahn auf der historischen Strecke.

Quelle: Sven Bartsch

Mügeln. Auf der Straße sind Schäden für jedermann erkennbar. Schnell wird dann nach einer Deckensanierung oder zumindest dem Beseitigen der Schlaglöcher gerufen. Auf der Schiene sind solche Schäden, die zu einer Absenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit führen, zunächst nur für die Fachleute erkennbar. Der Laie kommt in der Regel den Gleisanlagen nicht so nahe. Tatsächlich überdauern Schienenwege aber genau wie Straßen die Zeit nicht ohne Wartung und Pflege.

Sei es aus Mangel an Geld oder anders gesetzten Prioritäten – für die Strecke der Döllnitzbahn gab es zu diesem Zweck jahrelang keine Förderung. Das hat sich erst 2013 geändert, als ein erster Bauabschnitt saniert wurde. Am Montag vergangener Woche begannen die Arbeiten am fünften Bauabschnitt. Wie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) kürzlich mitteilte, habe die Döllnitzbahn GmbH dafür einen Bescheid über Fördermittel des Freistaates Sachsen in Höhe von rund 450 000 Euro erhalten. Das Geld sei für die „weitere Teilinstandsetzung der Infrastruktur der Döllnitzbahn auf der Strecke Oschatz - Mügeln - Kemmlitz/Glossen gedacht. Die genannte Summe entspreche 75 Prozent der förderfähigen Ausgaben für dieses Projekt. „Die Mittel werden vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Rahmen der Förderung zur Verbesserung der Bedingungen im schienen- und straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellt!", heißt es in der Pressemitteilung des Lasuv.

Wesentliche Ziele dieser Maßnahme seien der nachhaltige Erhalt der Verkehrsfunktion bei Beibehaltung der Trassierungsparameter, die Sicherung der Reisezeit nach den möglichen Streckengeschwindigkeiten und die Verminderung des Unterhaltungsaufwandes sowie die Herstellung des Standes der Technik beziehungsweise der gesetzlichen Auflagen.

Wie Eisenbahnbetriebsleiter Lutz Haschke erläutert, werde seit Montag an einer Brücke am Kilometer 10,7, also in der Nähe des Bahnhofs Mügeln und an einem Durchlass am Kilometer 5,7 gearbeitet. Dieser befinde sich an einem Feld zwischen Thalheim und Naundorf.

Bei der Brücke handele es sich um ein Bauwerk aus der Anfangszeit der Bahn. Es sei also rund 130 Jahre alt. „Problematisch ist an dieser Stelle der Baugrund“, erläutert Lutz Haschke. Deshalb würden sich die Widerlager neigen. „Wir hätten dieses historische Bauwerk gern erhalten, aber der Aufwand dafür wäre nicht vertretbar“, betont der Eisenbahnbetriebsleiter. Der Zustand der Brücke sei mittlerweile so gewesen, dass die Bauarbeiten kaum noch länger hätten aufgeschoben werden können. „Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Neubau deutlich weniger Kontroll- und Reparaturaufwand an dieser Stelle haben werden“, benennt Lutz Haschke einen der Effekte der Arbeiten. Zu den Anpassungen, die das Lasuv mit gesetzlichen Forderungen umschreibt, gehöre, aktuelle Forderungen hinsichtlich des Abflusses bei Hochwasser zu berücksichtigen.

Die Döllnitzbahn sei im Zusammenhang mit dem Förderbescheid darauf hingewiesen worden, dass die Mittel aufgrund des Haushaltsbeschlusses des Sächsischen Landtages ausgereicht werden, diese Bahninfrastruktur also mit Hilfe von Steuergeld ertüchtigt werde.

Wegen der Bauarbeiten finden die geplanten Sommerfahrten der Döllnitzbahn lediglich auf den Abschnitten zwischen Mügeln und Kemmlitz Ort beziehungsweise Glossen statt. Vorgesehen ist nach bisherigen Einschätzungen, die Arbeiten bis Ende Juli abzuschließen.

Von Axel Kaminski

Mügeln 51.2364187 13.045206
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