Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Döllnitzbahn im Jahr des Drachen
Region Oschatz Döllnitzbahn im Jahr des Drachen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:47 29.01.2012

[gallery:600-20353824P-1]

In schwelende Rauchschwaden gehüllt kam der "Wilde Lobert" - Chinesen sprechen ja kein "R" - am Sonntag wie ein chinesischer Wasserdrache auf die Fahrgäste zugeflogen. Er nahm die reiselustigen Passagiere auf und schnaufte davon. Er eilte zwischen Glossen und Oschatz hin und her und hinterließ auf seinem Weg staunende Gesichter und tiefe Rauchwolken, die noch eine Zeit lang auf den Feldern verweilten. Nun flog der Döllnitzdrache aber nicht durch asiatische Reis-Terrassen, sondern pflügte über schneebedeckte Felder, die nur mit viel Fantasie an die Weite Chinas erinnerten. Blitzlichtgewitter säumte die Route der Bahn, fast wie die Feuerwerke zum chinesischen Neujahrsfest. Da dieses Jahr das Jahr des Drachen ist, stand die Döllnitzbahn am Wochenende ganz in seinem Zeichen. Es ist ja auch kaum zu übersehen, wie viel die Döllnitzbahn und der chinesische Drache gemeinsam haben. Der Drache ist das Symbol des Kaiserhauses - im Wilden Robert wird man immer kaiserlich verwöhnt. So gab es allerhand asiatische Leckereien. Der Duft der Möhren-Ingwer-Suppe erfüllte die Abteile und für die Herren, die es handfester mochten und das neue Jahr begießen wollten, stand jede Menge "Geschenk des gelben Flusses" zur Verfügung, also Bier.

Wie exzentrisch er sein kann, sah man an der Dekoration der Waggons. Der Drache ist aber ebenso sehr willensstark. Der Beweis dafür liegt ja in der Existenz der Bahn, stand diese ja noch im letzten Jahr auf sehr wackeligen Beinen. Es war also die perfekte Symbiose, die Beiden zusammenzubringen. Stolz darauf war auch Denise Zwicker. Als Beauftragte fürs Marketing kümmerte sie sich mit ihrem erlesenen Team um die Verwirklichung ihrer Idee. In einen seidenen Kimono gehüllt, erzählte die Teilzeit-Geisha, wie sehr sie sich freute. "Es war zwar stressig, aber es hat alles geklappt und wir sind sehr zufrieden mit unserem Konzept." Das konnten sie auch sein, denn sie fungierten ja nicht nur als Zubringer für das Leubener Glühweinfest, sondern lockten durch die ausgefallene Idee reichlich Gäste an. "Ich bin sehr interessiert an allem, was mit Asien zu tun hat. Daher musste ich heute einfach mitfahren", erzählte die Schülerin Jessica Kühne und nascht nebenbei genüsslich an ihrem "Obstschälchen mit chinesischen Nüssen". Durch die Monsunartigen Regenfälle der letzten Wochen war leider die Sonderhaltestelle Leuben gesperrt, aber auch da wussten sich die pfiffigen Sonntagschinesen schnell zu helfen. Es wurde eben umdisponiert und die Fahrgäste konnten ab Naundorf auf eine Pferdekutsche umsteigen. So viele Rikschas waren auf die Schnelle ja auch nicht aufzutreiben in unseren Breiten. Und so schaukelte der Oschatzer Orientexpress bis in die Dunkelheit ins Jahr des Drachen.

Janett Petermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bald beginnt für sie ein neuer Abschnitt, dem mancher sicher mit zwiespältigen Gefühlen entgegensieht. Mit dem Tag der offenen Tür hat das Thomas-Mann-Gymnasium in Oschatz den künftigen Fünftklässlern den Einstieg erleichtert.

29.01.2012

Sie haben ihr Abi lange hinter sich, die Ehemaligen des Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasiums. Am Wochenende weilten sie in der Stadt.

29.01.2012

Doppik (doppelte Buchführung in Kommunen) - siehe auch OAZ vom 27. Januar, Seite 4) - war das Thema zur Sitzung des Verwaltungsausschusses am Donnerstag im Rathaus.

27.01.2012