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Döllnitzbahn übernimmt Fahrkartenverkauf im Oschatzer Bahnhof

Vertragsunterzeichnung Döllnitzbahn übernimmt Fahrkartenverkauf im Oschatzer Bahnhof

Der Oschatzer Bahnhof ist eigentlich nur noch eine Ruine. Doch jetzt ist Rettung in Sicht: Der Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig gibt Geld für die Sanierung und die Döllnitzbahn will einen Fahrkartenschalter in dem Gebäude betreiben.

Die Döllnitzbahn bewirtschaftet in Oschatz nicht nur den eigenen Bahnsteig, sondern bald auch den Fahrkartenverkauf.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Ab Juli 2016 wird die Döllnitzbahn GmbH einen Fahrkartenschalter im gründerzeitlichen Oschatzer Bahnhofsgebäude bewirtschaften. Dazu unterschrieben im Oschatzer Rathaus Vertreter der Döllnitzbahn sowie des Zweckverbandes Nahverkerhsraum Leipzig einen entsprechenden Vertrag. Damit ist auch der Startschuss für die Revitalisierung des inzwischen stark sanierungsbedürftigen Oschatzer Bahnhofsgebäude gefallen.

Stephan Naue (Deutsche Bahn) Oliver Mietzsch (ZVNL) und Ingo Neidhardt (Döllnitzbahn) vl

Stephan Naue (Deutsche Bahn) Oliver Mietzsch (ZVNL) und Ingo Neidhardt (Döllnitzbahn) v.l. mit dem Vertrag, der künftig regelt, dass es im Oschatzer Bahnhof wieder einen Fahrkartenverkauf geben wird.

Quelle: Dirk Hunger

„Als Vertreter des Zweckverbandes Nahverkehrsraum Leipzig freue ich mich, dass hier eine Win-Win-Situation entsteht, eine Situation bei der sogar vier Seiten gewinnen“, sagt Oliver Mietzsch, Geschäftsführer des Zweckverbandes. Die vier Gewinner sind: die Stadt Oschatz, die Döllnitzbahn, die Deutsche Bahn und der Zweckverband. Am 4. Januar will die Stadt Oschatz einen Kaufvertrag abschließen und das alte Bahnhofsgebäude von einen privaten Besitzer erwerben. Zeitnah sollen die Planungen für die Sanierung des Objektes vorangetrieben werden. „Die Oschatzer werden sehr bald sehen, dass sich etwas an dem Bahnhofsgebäude tun wird“, verspricht Mietzsch. Der Zweckverband wird nämlich nicht nur den Kauf den Objektes erheblich finanziell unterstützen, sondern auch den Löwenanteil für die Sicherungskosten des Hauses beziehungsweise die Kosten für den Ausbau des Fahrkartenschalters im Mittelteil tragen. „Ich freue mich ganz besonders, dass das Bahnhofsbeäude mit einer Nutzung belegt wird, die auch wirklich etwas mit Bahnfahren zu tun hat“, so Mietzsch.

„Ich kann das Glück gar nicht fassen“, sagt der Geschäftsführer der Döllnitzbahn GmbH Ingo Neidhardt. „Wir haben zahlreiche Anläufe unternommen, um das Gebäude nutzen zu können, jetzt wird der Traum wahr.“ Die Döllnitzbahn will nämlich ab dem zweiten Halbjahr 2016 im Auftrag der Deutschen Bahn im Mittelteil des Bahnhofsgebäudes Fahrkartenverkauf mit Imbissbereich betreiben. Mit Glück meint Ingo Neidhardt aber auch noch etwas anderes: „Noch vor wenigen Jahren stand die Döllnitzbahn vor dem endgültigen Aus. Jetzt werden wir den Fahrkartenverkauf übernehmen, haben eine gesicherte Finanzierung für den Schmalspurbahnverkehr, die Investitionen für Streckensanierung und die Streckenreaktivierung nach Kemmlitz.“ Nach Ansicht von Neidhardt habe es bisher auf der Bahnstrecke der Döllnitzbahn einen letzten Schandfleck gegeben. „Dieser Schandfleck war der Bahnhof Oschatz, der jetzt eine Teilnutzung bekommt und dann hoffentlich weiter vermarktet werden kann“, so der Geschäftsführer der Döllnitzbahn. Auch Prokurist Lutz Haschke ist der Meinung: „Wir haben eine vernünftige, ja fast komfortable Lösung für die Döllnitzbahn gefunden.“ Vor allem hofft die Döllnitzbahn über den Fahrkartenschalter, der das volle Angebot bietet, weitere Freunde für die Schmalspurstrecke gewinnen zu können.

„Die DB Regio ist über den Vertrag glücklich. Ich glaube, dass die Döllnitzbahn den Service mit Herzblut betreiben und das sehr gut leisten wird“, sagt Stephan Naue von der DB Regio. Genau wie er ist es auch Oberbürgermeister Andreas Kretschmar wichtig, dass die Bahnreisenden in einen seriösen Umfeld die Stadt erreichen und einen ordentlichen Service vorfinden. „Der Bahnhof ist ein Tor in die Stadt. Der Eindruck, den der Reisende hier erhält, prägt auch den Eindruck von der Stadt. Aus diesem Grund bin ich froh, dass der denkmalgeschützte Oschatzer Bahnhof wieder saniert wird“, so das Stadtoberhaupt.

Von Hagen Rösner

Oschatz, Bahnhof 51.3058186 13.106733
Oschatz, Bahnhof
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