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Oschatz Drängler bei der Lebensmittel-Ausgabe: Oschatzer Tafel engagiert Türsteher
Region Oschatz Drängler bei der Lebensmittel-Ausgabe: Oschatzer Tafel engagiert Türsteher
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10:11 01.03.2016
Rita Brückner (hinten l.) von der Oschatzer Tafel ermöglicht Kindern aus bedürftigen Familien einen Besuch einer Zirkustierschau. Quelle: dpa
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Oschatz

Bei der Oschatzer Tafel für Bedürftige brodelt es: Rita Brückner, die die Fäden in der Lichtstraße zusammen hält, fühlt sich ausgetrickst.

Kopfnickend wird das von ihrem Mitstreiter Sven Wittenberg bestätigt. Es geht um Flüchtlinge, die den „Tafelrittern“ die Arbeit schwer machen. Am 19. Februar sei ein junger afghanischer Flüchtling gekommen, um sich Nahrungsmittel zu holen. Er hatte alle seine Papiere auf den Tisch gelegt. „Dabei war ein Schreiben, dass er schon am 15. Februar im Torgauer Gefängnis sitzen sollte. Er war wegen einer Straftat verurteilt worden. Wir haben die Polizei informiert. Mehr konnten wir nicht tun“, so Rita Brückner.

Sie berichtete weiter, dass für Muslime bei der Ausgabe Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln bereitstehen, weil sie in ihrer Kultur nicht alles essen, was hier in Deutschland zu sich genommen wird. „Aber sie wollen trotzdem noch andere Sachen wie Wurst oder Gemüse. Das wird ihnen nicht verwehrt. Aber das verspeisen sie nicht. Das Ende vom Lied: Wir machen Arbeitseinsätze und lesen das, was entlang der Döllnitz weggeworfen wurde, wieder auf.“

Dann hätten irgendwann auch rumänische Bürger mit Bezugsscheinen bei der Tafel „angeklopft“. Aber die Vereinsmitglieder der Tafel in der Lichtstraße wüssten bisher nicht, wer ihnen die Legitimation ausgestellt hat.

Leider sei die Tafel schon einmal gezwungen gewesen, einen Türsteher zu organisieren. „Einige Flüchtlinge wissen nicht, wie man sich richtig benimmt. Sie drängeln bei den Ausgaben mittwochs und freitags und schicken ihre Kinder vor, die unter den Tischen durchschlüpfen und sich selbst bedienen.“ Der Türsteher habe geholfen, Ruhe reinzubringen.

Doch es gibt auch Grund zur Freude für das Tafel-Team. Wirklich glücklich sind die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen über die vielen Spenden, die nach dem Hilferuf von Rita Brückner von der Tafel im vergangenen November eingingen. „Wir hatten zwölf private Spender, die uns zwischen 10 und 300 Euro haben zukommen lassen sowie zehn verschiedene Betriebe und Einrichtungen“, erzählte Rita Brückner, die die Fäden in der Lichtstraße zusammen hält. Vorsitzender des Vereins ist Joachim Rolke: Sponsoren waren zum Beispiel die Sparkasse, die Oschatzer Räte, „Mach dich ran!“ vom Fernsehen und „Expert“ Wunder. Karsten Wunder hatte zwei Herde gesponsert und so das Kinderkochen und -backen gerettet.

„Die Mädchen und Jungen haben in den beiden neuen Herden zwei Blechkuchen gebacken, einen Pflaumen- und einen Apfelkuchen. Damit haben sich zwölf Kinder und zwei Erwachsen kürzlich bei Torsten Wunder für die beiden Herde bedankt.“ Diese Geste sei gut angekommen. Nicht nur, dass das Kinderkochen und -backen wieder stattfinden kann, es konnten bereits Arbeiten an dem maroden Dach und den Toiletten-Anlagen erledigt werden.

Ob Ehrenamtliche oder Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) – die Leute um Rita Brückner zeigen großes Engagement. Für Flüchtlinge zum Beispiel haben sie das Wichtigste in arabisch und anderen Sprachen auf einem Zettel an die Wand gebracht, damit sich die ausländischen Mitbürger zurecht finden.

Von Gabi Liebegall

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