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Oschatz Drama in Oschatz: Killerhund beißt kleinen Terrier tot
Region Oschatz Drama in Oschatz: Killerhund beißt kleinen Terrier tot
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17:32 04.02.2016
Yorkshire Terrier Floyd bei einem Ausflug mit Herrchen Olaf Schurig (67). Das Foto hat Frauchen Helga (69) geschossen. Quelle: LVZ
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Oschatz

Nichts deutete darauf hin, dass dies sein letzter Spaziergang sein sollte. Der kleine Yorkshire Terrier namens Floyd wurde am Nachmittag des vergangenen Sonntags, gegen 16.30 Uhr, von einem großen Hund – möglicherweise eine Dogge – im O-Park totgebissen. Das Herrchen von Floyd, Olaf Schurig, schildert den grausamen Angriff mit Tränen in den Augen: „Die beiden Frauen haben den Hund vorsätzlich von der Leine gelassen. Er hatte keinen Maulkorb. Sofort stürzte er sich auf unseren Floyd und biss ihn tot.“

Für Olaf Schurig (67) und seine Frau Helga (69) war Floyd wie ein richtiges Familienmitglied. Das Drama im O-Park hat das Leben der beiden Rentner schlagartig verändert Am meisten enttäuscht die Oschatzer die Tatsache, dass die beiden Frauen, zu denen der große Hund gehörte, einfach wortlos und kaltblütig den Tatort verließen. „Diesmal war es ein kleiner, ganz lieber Hund. Das nächste Mal vielleicht ein kleines Kind“, so Schurig. Er hat Anzeige bei der Oschatzer Polizei erstattet. „Wir haben die Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Wir ermitteln auf jeden Fall“, so Revierleiter Jan Müller. Allerdings setze Sachbeschädigung einen Vorsatz aus. Aber das gelte nicht für einen Hund.

Anzeige erstattet

Tierrechtler Gabriel Fischer aus Leipzig zeigt auf, wie der Fall weiter behandelt werden könnte: „Zu betrachten sind die strafrechtliche, die verwaltungsrechtliche und die zivilrechtliche Komponente des Falles.“ Durch die Anzeige sei der strafrechtliche Weg bereits beschritten. Im Verwaltungsrecht klinkt sich nach einer Strafanzeige meist die Ordnungsbehörde des Landkreises ein. „Diese prüft nach derartigen Vorfällen regelmäßig zum Schutz der Bevölkerung das Wesen des Hundes.“ Und im zivilrechtlichen Teil geht es um Schadensersatz. „So kostete der Hund ja auch Geld in seiner Anschaffung“, weiß Fischer. Olaf und Helga Schurig könnten hier klagen. Der Leipziger Tierrechtler erklärt, dass bei einem solchen Vorfall alle drei Richtungen zum Tragen kommen könnten.

Den zivilrechtlichen Weg könne das Ehepaar allein gehen, aber mit einem Anwalt stünden die Chancen besser. Voraussetzung sei, dass die Halter des bissigen Hundes ermittelt werden.

Nicht der erste Vorfall

Das Drama vom Sonntag ist nicht der erste Vorfall mit einem Hund im O-Park. Im Juli des vergangenen Jahres wurde ein 30-jähriger Mann im O-Park von einem Hund durch mehrere Bisse am Arm schwer verletzt. Der Oschatzer musste daraufhin operiert werden. Die Staatsanwaltschaft hatte keine Anklage erhoben. Jetzt wird auf dem zivilrechtlichen Weg prozessiert. Der junge Mann ist noch immer krank geschrieben und befindet sich in ärztlicher Behandlung.

Fakt ist, dass Hunde im O-Park an der Leine geführt werden müssen. Im ersten und jetzt in dem aktuellen Fall liefen die angreifenden Hunde frei herum. Der O-Park wird von der Lebenshilfe bewirtschaftet. Dass Hunde an der Leine zu führen sind, ist auf Schildern deutlich zu sehen. Trotzdem halten sich einige Leute nicht daran.

„Passiert ist das nach der Schließung des Parkes um 16 Uhr. Wenn die Mitarbeiter leinenlose Hunde feststellen, werden die Halter immer darauf hingewiesen“, versichert Manja Elschner von der Lebenshilfe.

Zeugen des Vorfalls sowie die Hundehalterin und deren Begleiterin werden dringend gebeten, sich mit dem Polizeirevier Oschatz in Verbindung zu setzen, Telefon: 034356500.

Von Gabi Liebegall

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