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Dreck und Wind: die deutsche Enduro-Meisterschaft in Dahlen

„Rund um Dahlen“ Dreck und Wind: die deutsche Enduro-Meisterschaft in Dahlen

Sprünge, enge Kurven und schwieriger Untergrund: Bei der 23. Ausgabe von „Rund um Dahlen“ leisteten die Motorsportler am Wochenende wieder Erstaunliches. Der Parcours hatte einige Neuerungen zu bieten. Die schwierigste Stelle: ein Schlammloch.

Gut gesprungen: Thomas Decker ging beim Rennen mit der Nummer 271 an den Start.

Quelle: Dirk Hunger

Dahlen. „Wenn ihr denkt, euch ist kalt, dann fragt uns mal“, entfuhr es Edward Hübner im Fahrerlager, als er sein Motorrad nach einem Sturz wieder richten musste. Bei kalten fünf Grad und Dauerwind saßen die Fahrer am Sonntag reichlich acht Stunden auf ihren Maschinen – die Dauer eines Arbeitstages. Mindestens drei Runden, die A- Champions sogar vier Runden galt es auf der 65 Kilometer langen Strecke zu absolvieren bei der 23. Ausgabe von „Rund um Dahlen“.

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Schwere Maschinen und ein Parcours, der es in sich hatte: Beim Rennen „Rund um Dahlen“ blieb so mancher im Schlamm stecken.

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Frühes Aufstehen lohnte sich am Sonntag für die Dahlener und Motorsportfreunde so richtig. Auch wenn so mancher noch reichlich Müde vom Vorabend war. Wie in den vergangenen Jahren trugen die Fahrer ihr erstes Duell am Vorabend des Renntages auf dem Gelände von HIT Holz in Dahlen aus. Insgesamt 1500 Besucher zählte der MSC Dahlen am Abend. „Ich erinnere mich noch, wie es als Fahrer war bei einem Prolog zu starten.

Es ist weniger das fahrerische Können, das entscheidend ist, sondern wer die stärkeren Nerven hat. So eine Masse Zuschauer schüchtert jeden ein. Außerdem hat man eine unheimliche Beanspruchung der Unterarme. Die Muskeln werden hart und man hat es gar nicht so einfach, die Kontrolle in dem anspruchsvollen Parcours zu behalten“, erinnerte sich Stefan Richter, der vor einigen Jahren noch selbst für den MSC am Start war.

In die Wertung ging der Prolog natürlich auch mit ein. Allerdings in diesem Jahr mit neuem Regelwerk. Man konnte sich Sekunden dazu gewinnen, die in den Rennen am Folgetag Gold wert waren, oder man bekam Sekunden abgezogen, die man dann wieder raus fahren musste.

Ab 8 Uhr am Sonntag starteten die Sportler im Sekundentakt von der Rampe vor dem Rathaus. Nach einem letzten sonnigen Lächeln der Heidekönigin Theresia gingen dann die stundenlangen Strapazen los. An den markanten Punkten und Sonderprüfungen hatten sich schon am frühen Morgen Scharen von Motorsport Fans versammelt. Bestens ausgerüstet mit Klappstühlen, Thermoskannen und dick eingepackt trotzten sie dem eisigen Wind. „Das ist es absolut wert, wenn man sieht, was die Sportler leisten. Die Strecke ist einfach klasse!“, sagte Jens Fischer, der jedes Jahr an der Strecke steht und den Fahrern zujubelt.

Auf die Plätze, fertig

Auf die Plätze, fertig...!

Quelle: Dirk Hunger

Im Vergleich zum letzten Jahr hatte der Parcours auch einige Neuerungen zu bieten. Die Strecke in Richtung Meltewitz fiel komplett aus. Dafür wurden einige Waldstücke befahren, die in den Vorjahren nicht dabei waren.

Highlight waren natürlich die Sonderprüfungen. Die meisten Zuschauer sammelten sich rund um das Gelände am Burgberg. Die Heimstrecke des MSC war zu einer gewundenen Strecke mit vielen Sprüngen, engen Kurven und schwierigen Untergründen abgesteckt worden und steckte voller Tücken. Ernsthafte Verletzungen gab es jedoch keine. Dafür sorgten die aufmerksamen Streckenposten und Vereinsmitglieder, die das gesamte Wochenende für einen reibungslosen Ablauf sorgten.

Die gewagten Sprünge gehören zu den Highlights des Wettkampfes

Die gewagten Sprünge gehören zu den Highlights des Wettkampfes.

Quelle: Dirk Hunger

Zu den Hindernissen auf der Strecke kamen, wie in den vergangenen Jahren auch, die Wetterbedingungen erschwerend hinzu. Die Durchquerung der eisigen Dahle sorgte bei vielen Fahrern für nasse Socken. Wer clever war, hob die Füße aus dem Wasser. Allerdings musste man aufpassen. Ein Fehler und das Motorrad kippte durch den Wasserstrom um und das Rennen war gelaufen. Besonders für die weit angereisten Fahrer wäre das eine herbe Niederlage gewesen.

Kleine Schäden an Mann und Motorrad wurden im Fahrerlager verarztet. Hier hatten auch die Zuschauer die Chance, ganz nah am Geschehen zu sein. Die Rennteams kümmerten sich um alles. Obst, warme Getränke und sogar trockene Socken lagen bereit. Damit der Fahrer seine Position nicht verlor, sagten die Helfer immer wieder die Zeit durch, doch das Motorrad selbst wurde nur vom Fahrer gerichtet. Oft waren nach den Stürzen die Lenker verzogen. In Sekundenschnelle wurden dann die Schrauben gelöst, die Gabel bewegt um die Spannungen zu lösen und alles wieder fest gezogen. Und ehe man sich versah, rauschten die Fahrer wieder davon. Wenn es gar zu kalt wurde, wurden die Hände am Auspuff gewärmt. Not macht erfinderisch.

Aus diesem Schlammloch schaffte es der ein oder andere nicht mehr aus eigener Kraft

Aus diesem Schlammloch schaffte es der ein oder andere nicht mehr aus eigener Kraft.

Quelle: Dirk Hunger

Es gab allerdings auch Situationen, in denen die Fahrer sich nicht mehr aus eigener Kraft helfen konnten. Am Schlammloch kurz hinter Dahlen nahm so Mancher die Unterstützung der Streckenposten in Anspruch um aus dem Morast zu kommen. Auch Zuschauer streckten ihre helfenden Hände aus und wurden bei Gelingen von einer Ladung Schlamm belohnt, wenn der Fahrer mit Vollgas weiter zog. Doch genau das ist es, was die Zuschauer so lieben: kein Schicki Micki, sondern echter Sport mit allen Konsequenzen.

„Am Ende des Tages hätten alle Fahrer einen Pokal verdient“, waren sich Maria Schleich und ihre Freundinnen einig, die den ganzen Tag an der Dahle ausgeharrt haben. Doch die Sportart kennet da andere Regeln und nur die schnellsten Fahrer wurden am späten Nachmittag auf dem Markt belohnt.

Der MSC Dahlen kann mit dem Wochenende vollkommen zufrieden sein, vor allem, wenn man bedenkt, welche kurze Vorbereitungszeit den Organisatoren nur blieb. Bis vor etwa vier Wochen stand die Austragung noch auf wackligen Beinen.

die Erbnisse des Wettstreits finden Sie unter: http://www.msc-dahlen.de/

Von Janett Rohnstock

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Dahlen
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