Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Drei Ehepaare und ein Ur-Ur-Ur-Enkel auf der Oschatzer Aegidienkirche
Region Oschatz Drei Ehepaare und ein Ur-Ur-Ur-Enkel auf der Oschatzer Aegidienkirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:55 10.08.2017
Die Ehepaare Birke, Löcher und Pommert in der Türmerstube Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Was das lange gemeinsame Glück angeht, sind die früheren Türmersleute Anna und Paul Quietzsch aus Oschatz ein Vorbild – denn die waren über 65 Jahre miteinander verheiratet. Nahezu die gesamte Ehe verbrachten sie über den Dächern der Stadt auf St. Aegidien. Die drei Ehepaare Rosemarie und Frank Birke, Cerstin und Andreas Löcher und Simone-Annett und Thomas Pommert aus Grimma und Bennewitz haben das noch nicht erreicht, bringen es aber jeweils schon auf 32 bis 37 Ehejahre – und fast ebenso viele Jahrzehnte, in denen sie etwas zusammen unternehmen.

Dazu gehörte am Schulanfangswochenende ein Ausflug nach Oschatz. „Wir haben uns einen Nachmittag in der Türmerwohnung reserviert, um hier oben gemeinsam mit den anderen beiden Paaren unsere Geburtstage zu feiern“, sagt Rosi Birke. Das Paar war bei einer Durchreise im vergangenen Jahr auf das Stübchen aufmerksam geworden – damals waren sie allerdings ohne ihre Freunde schon einmal die 199 Stufen aufgestiegen.

Anstrengender Aufstieg

Das Treppensteigen ist für die sechs Besucher der einzige Grund, Eigenheime der Türmerwohnung vorzuziehen. „Hier ließe es sich aushalten – wenn nur das viele Laufen nicht wäre“, meint Simone-Annett Pommert. Ein erneuter Besuch der guten Stube sei für sie keinesfalls ausgeschlossen. „Dann muss aber der Anlass angemessen sein“, findet Cerstin Löcher. In 13 Jahren hat das erste der Paare Goldene Hochzeit – abwarten, vielleicht ist ihnen dann der Aufstieg in Oschatz ja noch ohne Probleme möglich.

Dass ältere Semester den Weg nach oben noch schaffen, bewies wenige Tage zuvor Renate Seyfert aus Schkeuditz. Die in Oschatz geborene Urenkelin der Familie Quietzsch brachte ihren Enkelsohn Oliver (11) mit auf den Turm – und zeigte dem Junior, wie seine Vorfahren sechs Generationen in der Vergangenheit den Alltag bewältigten. Diese Jahrzehnte überdauernden Verbindungen der Nachfahren der Familie Quietzsch, verstreut im gesamten Bundesgebiet, sind ein Kredit für die Bekanntheit des Stübchens und der Kirche, den das heutige Türmerteam nicht mit Geld zurückzahlen kann.

Von Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Mittwochabend folgten etwa 120 Gäste der Einladung der Sächsischen Staatsregierung zur Dialogveranstaltung in Wurzen. Einwohner der Landkreise Leipzig und Nordsachsen waren aufgerufen, sich mit ihren Ideen, Vorstellungen und Lösungsvorschlägen zu vier Schwerpunkten des öffentlichen Lebens im Freistaat einzubringen.

11.08.2017

Das Gewässer, an dem im Oktober viel Besucher beim Fischzug zuschauen, gehört dem Freistaat . Damit Georg Stähler dort Karpfen produzieren kann, hat er einen Pachtvertrag. Dass dessen kurze Restlaufzeit der Planungssicherheit für die Übergabe des Betriebes an Tochter Angela hinderlich ist, war eines der Probleme, das er beim Besuch von Stanislaw Tillich ansprach.

12.08.2017

Jahrelang gab es Kritik daran, dass die Schmannewitzer Kliniken ungenügend durch den öffentlichen Nahverkehr erschlossen seien. Patienten, aber vor allem Besucher und Mitarbeiter mussten von den Bushaltestellen recht weite Fußwege bewältigen, um zur Klinik zu gelangen. Bei Wind und Wetter mag die Wegstrecke lang erscheinen. Jetzt ist sie deutlich kürzer.

09.08.2017