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Oschatz Drei Wandertipps fürs Land der weißen Erde rund um Mügeln
Region Oschatz Drei Wandertipps fürs Land der weißen Erde rund um Mügeln
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00:22 11.02.2018
Kloster Sornzig am Lutherweg. Quelle: Sven Bartsch
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mügeln

Am Freitag ist der letzte Schultag vor den Winterferien. Dann ist endlich Zeit für Erholung – vielleicht auch bei einer Wanderung durch die Heimatregion. Seit Jahren organisiert der Mügelner Heimatverein „Mogelin“ Wanderungen in der Region um Mügeln, teilweise auch im Zusammenwirken mit der Döllnitzbahn. Dabei spielen die Schmalspurbahn selbst und auch das „Land der weißen Erde“ eine Rolle. So wird die Region wegen der Kaolingewinnung im Kemmlitzer Revier genannt.

Die 1903 in Betrieb genommene Teilstre

Die drei Wanderrouten. Quelle: Grafik Mügeln

cke Nebitzschen-Kroptewitz des Mügelner Schmalspurbahnnetzes diente über viele Jahrzehnte vor allem dem Abtransport des im Kemmlitz-Börtewitzer Revier geförderten Roh- und aufbereiteten Kaolins, der Zuführung von Grubenholz für den Abbau unter Tage sowie Kohle für die Trocknung der Schlämmkaoline. Weiterhin wurden landwirtschaftliche Produkte, vor allem Zuckerrüben und Getreide, transportiert. Die ehemals 6,3 Kilometer lange Strecke querte ein Gebiet, das heute im geotouristischen Sinne als „Land der weißen Erde“ bezeichnet wird.

2006 wegen Streckenschäden vorübergehend stillgelegt

Im Jahre 2006 wegen Streckenschäden vorübergehend stillgelegt, konnte der 2,7 Kilometer lange Streckenteil bis Kemmlitz im Juni 2017 nach seiner Instandsetzung wieder in Betrieb genommen werden. Damit besitzt die von Oschatz über Mügeln verkehrende Döllnitzbahn derzeit zwei „Endstationen“: den Bahnhof Glossen und die Haltestelle Kemmlitz-Ort.

In den vergangenen Jahren hat sich die Gegend um Mügeln zu einer – wie es scheint – beliebten Wanderregion entwickelt. Wäre zu fragen, was den besonderen Reiz der Landschaft um Mügeln ausmacht, was das Charakteristische dieser Region darstellt?

Reizvolle Landschaftsformen

Einerseits sind es wohl reizvolle Landschaftsformen des flachwelligen nordwestsächsischen Hügellandes, geprägt vor allem durch Erosionsvorgänge nach der letzten Eiszeit. Die der Döllnitz zufließenden Bäche bilden teilweise interessante und sehenswerte Seitentäler.

Zum anderen sind es Fakten, die durch das Wirken der Menschen geschaffen wurden: Neben einer intensiv betriebenen Landwirtschaft – das Gebiet um Mügeln bildet den nordwestlichen Ausläufer der Lommatzscher Pflege – ist ab Ende des 19. Jahrhunderts hier besonders auch der Obstanbau heimisch geworden.

Seit über zwei Jahrhunderten wird in der Region Bergbau auf Kaolin betrieben. und in der Zwischenzeit ist in Teilen davon eine interessante Bergbaufolgelandschaft entstanden. Halden aus Aufbereitungsrückständen – die Kemmlitzer Sandberge sind inzwischen zu bewaldeten kleinen Bergen geworden – und Tagebaurestlöcher bilden heute reizvolle Seen.

Bau des Mügelner Schmalspurbahn-Netzes

Verkehrstechnisch erschlossen wurde das Land zwischen Mulde und Elbe gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch den Bau des Mügelner Schmalspurbahn-Netzes, der für Landwirtschaft und Industrie gleichermaßen bedeutend war. Zum Glück konnte diese Bahn für die Nachwelt erhalten werden, eingebunden in den öffentlichen Nahverkehr stellt sie heute vor allen eine touristische Bereicherung der Region dar.

Somit dürfte das Typische unserer Region wohl in dem ziemlich einmaligen Zusammenspiel von reizvoller Landschaft mit traditioneller Nutzung für Landwirtschaft, besonders Obstbau, verkehrstechnischen und bergbauhistorischen Besonderheiten liegen, das der Wanderer hier erleben kann.

Mit der Wiedereröffnung des Streckenteils von Nebitzschen nach Kemmlitz erweitern sich die mit der Döllnitzbahn zu erreichenden Ausgangspunkte für interessante Wanderungen in der Region um Mügeln.

Bahnhöfe als Ausgangs- oder als Zielpunkt

Für die drei Wandervorschläge (siehe Kästen rechts) können die drei Bahnhöfe Mügeln, Kemmlitz und Glossen als Ausgangs- oder als Zielpunkt der Wanderung dienen. Bei der Kurzbeschreibung der Touren wurde von den beiden „Endstationen“ der Döllnitzbahn ausgegangen. Wie schon erwähnt, kann man generell natürlich auch den Bahnhof Mügeln als Ausgangspunkt der Touren wählen und von den Stationen Glossen oder Kemmlitz aus die Rückfahrt nach Mügeln oder Oschatz antreten, wie in der beigefügten Kartenskizze zu erkennen ist.

Fahrtage und Fahrpläne der Döllnitzbahn können dem Internet unter www. doellnitzbahn.de entnommen werden.

Tour 1 Glossen-Mügeln:

Von Glossen aus lässt sich aber auch das Gebiet nördlich der Döllnitz auf zwei Routen, ca. 8,5 bzw. 11 km lang, erwandern. Beide Touren passieren zunächst Gröppendorf (2), die längere Tour verläuft dann durch das landschaftlich sehr schöne Streitbachtal, durch den Wermsdorfer Wald (Allee 8) und über Berntitz nach Mügeln zurück. Eine kürzere Variante führt über Seelitz und Nebitzschen, vorbei am aktiven Kaolintagebau Schleben/Crellenhain (6) nach Mügeln. Je nach Zeitplan kann man natürlich auch ab Mügeln über die angegebene Strecke wandern und ab Glossen mit dem „Wilden Robert“ zurückfahren.

Tour 2 Kemmlitz-Mügeln:

Von Kemmlitz aus wandert man auf einer sehr schönen Route über den Naturerlebnispfad am ehemaligen Tagebau Frieden und einen Feldweg zunächst bis Neusornzig. Hier muss man sich zwischen zwei Streckenlängen entscheiden: Über Sornzig (Kloster Marienthal besuchen!), weiter zur Kranichau bei Oberhof, dann den Gaudlitzer Weg nach Mügeln, Länge der Tour ca. 9 km. Mit ca. 7 km ist die Tour ab Neusornzig über Baderitz (3) und Paschkowitz nach Mügeln etwas kürzer. Diese Wanderungen sind besonders in der Zeit der Obstbaumblüte zu empfehlen. Schließlich ist es auch möglich, ab Kemmlitz parallel zur Bahn und das Kemmlitzbachtal abwärts auf einem Wiesenweg über Poppitz nach Nebitzschen zu wandern. Der Rückweg führt am Kaolintagebau S/C (6) vorbei über Altmügeln zum Bahnhof Mügeln.

Tour 2 Glossen-Kemmlitz:

Starten wir am Bahnhof Glossen, so kann man auf kurzem Wege (ca. 3,0 km) über den Wachberg und die Straße S37 nach Kemmlitz, dem Zentrum der Kaolingewinnung in Sachsen seit 1883, wandern. Zu bestimmten Zeiten (siehe z.B. Fahrplan Dampfzüge an ausgewählten Terminen 2018) ist es möglich, von hier mit dem „Wilden Robert“ nach Mügeln bzw. Oschatz zurückzufahren. Eine längere Tour von ca. 10,5 km führt von Glossen über Pommlitz, Querbitzsch (Döllnitzquelle im Haus Nr.1) und Börtewitz durch das reizvolle Kemmlitzbachtal, vorbei am „Silbersee“ (5) und durch eine typische Bergbaufolgelandschaft nach Kemmlitz

Von günter schwerdtner

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