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Oschatz Dreiseithof mit Ausstellung besteht 25 Jahre
Region Oschatz Dreiseithof mit Ausstellung besteht 25 Jahre
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06:00 27.09.2018
Bäuerliches Museum Schmannewitz mit Gudrun und Roland Dietze vom Verschönerungsverein. Quelle: Foto: Museum Schmannewitz
Schmannewitz

Das jährliche Erntefest im bäuerlichen Museum Schmannewitz ist zugleich ein echtes Jubiläum: Am 3. Oktober 1993 wurde die Ausstellung erstmals geöffnet. Damals noch in nur wenigen Räumen des einstigen Wohnhauses. Heute dagegen ist der komplette Dreiseithof saniert und beherbergt zahlreiche Ausstellungen zum ländlichen Leben und die Tourismusinformation des Heidedorfes.

Spielzeug wie diese Eisenbahn gehört ebenfalls zur Ausstellung. Quelle: Museum Schmannewitz

Das war vor über 25 Jahren noch nicht absehbar. „Anfang der 1990er Jahre war sogar ein Abriss im Gespräch“, erinnert Gudrun Dietze vom Verschönerungsverein Schmannewitz. Initiator Heinz Martin und vier Familien aus dem Ort wollten dagegen das Haus erhalten, um darin die historische Wohn- und Arbeitswelt auf dem Land vorzustellen. „Wir wollten einfach eine kleine Heimatstube“, so Gudrun Dietze. Der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Trudel – der Hof gehörte der früheren Gemeinde Schmannewitz – gab den Akteuren grünes Licht. „Erst einmal haben wir nur auf- und ausgeräumt, die Sanierung begann erst 1995, als es Fördermittel gab“, beschreibt Roland Dietze. Man habe das Fachwerk wieder freigelegt, die zwischenzeitlich eingesetzten großen Fenster aus- und kleine Sprossenfenster eingebaut und das Dach erneuert, bis die Ausstellung 1996 schließlich wieder eröffnet werden konnte.

So berichtete die OAZ zur Eröffnung des bäuerlichen Museums in Schmannewitz im Oktober 1993. Quelle: OAZ

Heute kommen jährlich bis zu 6000 Besucher in die immer wieder erweiterte Schau. Neben ausgestatteten Wohnräumen gehören dazu auch eine Schmiede, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte oder ein Schulraum. Außerdem haben die Schmannewitzer Vorführungen vom Brotbacken, Buttern, Schafscheren, Spinnen oder Dreschen auf DVD festgehalten, damit jederzeit ein Einblick in alte Arbeitsweisen möglich ist. Aus den Reha-Kliniken kommen Gäste ins Museum, ganze Familienfeiern buchen Besichtigungen und sogar Reiseveranstalter steuern die Alfred-Brehm-Straße an. „Fremde sind immer wieder begeistert“, freut sich Roland Dietze über den Zuspruch. Rund 5000 Exponate haben die Museumsfreunde des Verschönerungsvereins mittlerweile zusammengetragen und sich für ihre Veranstaltungen zu Ostern oder am 3. Oktober immer wieder Neues einfallen lassen.

Roland Dietze (r.) und Bäckermeister Uwe Rentzsch mit den beliebten Zuckerkuchen. Quelle: Dirk Hunger

Als Besuchermagnet haben sich dabei zuverlässig die Brote und Zuckerkuchen erwiesen, die frisch im historischen Ofen gebacken werden. „Es hat dabei auch schon den ganzen Tag geregnet, und trotzdem war der Hof voll und die Besucher standen Schlange, um Brot zu kaufen“, erzählt Roland Dietze. 120 solcher runder Sauerteig-Laibe gehen dann über den Ladentisch, angesetzt wird dafür vom Buchaer Bäckermeister Uwe Rentzsch eine besondere Mischung mit Gewürzen. „Das gibt es so nur bei uns und nicht im Laden. Das ist das spezielle Museumsbrot“, betont Gudrun Dietze.

Schauvorführungen im Schmannewitzer Museum. Quelle: Axel Kaminski

Für das Erntefest am 3. Oktober beginnt Roland Dietze bereits heute, den Ofen anzuheizen. „Jeden Tag muss ein Feuer gemacht werden, damit der Ofen zum Fest schnell auf Betriebstemperatur ist“, beschreibt er. Mit Unterstützung von Uwe Rentzsch wird dann der Zuckerkuchen zubereitet. „Wir haben hier kein Thermometer, das geht alles nach Gefühl.“ Verbreite sich dann auf dem Hof der Duft des ofenwarmen Hefegebäcks, bekommen die Frauen am Verkaufstisch viel zu tun.

Das Erntefest und das 25-jährige Jubiläum am 3. Oktober wird ab 14 Uhr gefeiert. Mit Schauvorführungen alter Techniken, Kinder dürfen sich am Dreschflegel und in einem landwirtschaftlichen Parcours versuchen. Es spielen die Original Jahnataler Blasmusikanten.

Von Jana Brechlin

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