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Dreiste Diebe klauen auf dem Mügelner Friedhof Blumen von den Gräbern

Kriminalität Dreiste Diebe klauen auf dem Mügelner Friedhof Blumen von den Gräbern

Entsetzt stand Gabriele Schreiber aus Mügeln jetzt auf dem kirchlichen Friedhof vor dem Grab ihres Mannes. Unbekannte hatten zwei Pflanzen gestohlen, die sie erst tags zuvor in die Erde gebracht hatte. Dass der Diebstahl kein Einzelfall ist, bestätigt Friedhofsverwalter Peter Fritzsch. Der Diebstahl auf dem Mügelner Friedhof sei gang und gäbe, sagt Fritzsch.

Ein schneller Griff der Diebeshand – und schon sind die Blumen vom Grab verschwunden.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Mügeln. Als Gabriele Schreiber jetzt das Grab ihres Mannes auf dem kirchlichen Friedhof in Mügeln besuchte, stand sie vor zwei Riesenlöchern. Erst am Tag zuvor hatte die Mügelnerin dort zwei große Knollenpegonien liebevoll gepflanzt, die nun verschwunden waren. „Das ist einfach pietätlos. Die Pflanzen waren schön groß und auch nicht billig“, ist Gabriele Schreiber entsetzt über die Dreistigkeit der Diebe. „Da weiß man nicht, was man dazu sagen soll“, hat es der Mügelnerin die Sprache verschlagen. Und: Dieser Diebstahl ist kein Einzelfall, bereits vor Jahren, büßte sie einen frischen Blumenstrauß ein und immer wieder klagen Angehörige, dass Grabschmuck spurlos verschwindet.

Auch Grableuchten und Vasen werden gestohlen

„Es ist traurig, aber auf diesem Friedhof leider gang und gäbe, dass immer wieder mal von Grabstellen etwas gestohlen wird. Mit welcher Dreistigkeit die Pflanzen ausgegraben und dann vielleicht drei Gräber weiter wieder eingepflanzt werden, ist für mich völlig unverständlich“, ärgert sich Friedhofsverwalter Peter Fritzsch und fügt hinzu: „Auch wir als Friedhofsverwalter dürfen nichts stehen lassen. Wenn zum Beispiel Gärtner vor der Friedhofskapelle Ware abstellen, kann es sein, dass ein Teil davon keine zwei Stunden später verschwunden ist. Hier muss man alles wegschließen.“ Gestohlen würden aber nicht nur Blumen und Pflanzen, sondern auch Grableuchten, besondere Vasen oder Keramikschalen, zählt Fritzsche ein paar Beispiele auf – und das nicht nur nachts in aller Heimlichkeit. Sogar am hellerlichten Tag schreckten die Grabräuber nicht davor zurück. fremdes Eigentum zu stehlen.

Regina Colditz vom Pfarramt Mügeln kann sich an einen ganz besonders krassen Fall erinnern, der zwar schon einige Jahre her, aber in ihrem Gedächtnis haften geblieben ist. „Auf einem schönen großen Familiengrab hatten die Angehörigen eine Kupferplatte installiert, auf der ein Bauer mit einem Pferdefuhrwerk zu sehen war. Über Nacht verschwand die Platte spurlos. Für den Dieb ist das Kupfergeld nicht gerade üppig, aber für die Angehörigen der verlorene ideelle Wert enorm.“

Hoher Schaden durch Klau von Kupferrohren

Da verursachte beispielsweise der Diebstahl von Kupferrohren vor einigen Jahren wesentlich höheren materiellen Schaden für die Friedhofsverwaltung. Unbekannte hatten damals die gerade neu installierten Kupferrohre und Blitzableiter, die immerhin rund 2000 Euro kosteten, von der Feierhalle abmontiert. Zwar wurde der Diebstahl damals bei der Polizei angezeigt, doch die Täter kamen ungeschoren davon, weil sie nicht ermittelt werden konnten. Das Verfahren wurde eingestellt.

Gabriele Schreiber fragt im Zusammenhang mit dem jüngsten Diebstahl, ob denn das vor einiger Zeit neu eingesetzte Tor nachts verschlossen werde. Das verneint Fritzsche mit der Begründung, dass man auch nach Sonnenuntergang den Angehörigen den Zutritt zum Friedhof nicht verwehren möchte. Das Tor sei lediglich eingebaut worden, um das pausenlose Parken von Fahrzeugen auf dem Friedhofsgelände zu verhindern.

„Wer auf den Friedhof möchte, käme auch bei verschlossenem Tor herein, denn von allen Seiten gibt es Schleichwege und befinden sich Lücken in der Hecke“, so Fritzsch. Wer merkwürdige Gestalten auf dem Friedhof herumdrücken sieht, sollte dies der Friedhofsverwaltung melden.

Von Heinz Großnick

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Mügeln
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