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Oschatz Dritter Anlauf im Totschlag-Prozess gegen sechs Angeklagte aus Oschatz und Wermsdorf
Region Oschatz Dritter Anlauf im Totschlag-Prozess gegen sechs Angeklagte aus Oschatz und Wermsdorf
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17:27 22.01.2013

Ob es diesmal klappt, ist jedoch noch unsicher.

"Am Freitag ist von einem Urteil auszugehen, ein weiterer Verhandlungstermin ist nicht bekannt", sagte gestern Hans Jagenlauf, Sprecher des Leipziger Landgerichts, auf OAZ-Anfrage. Die Beweisaufnahme in dem Verfahren gegen sechs Jugendliche und Erwachsene aus Oschatz und Wermsdorf ist laut Jagenlauf abgeschlossen. Den Angeklagten wird Totschlag und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Sie sollen den Oschatzer Obdachlosen André K. am 27. Mai 2011 auf dem Gelände des Oschatzer Südbahnhofes so brutal misshandelt haben, dass der damals 50-Jährige am 1. Juni 2011 in der Leipziger Uni-Klinik an seinen Verletzungen starb. André K. wurde in einem anonymen Sozialgrab in Leipzig beigesetzt.

Ob die Angeklagten tatsächlich am Freitag verurteilt werden, steht jedoch noch in den Sternen. Zweimal musste die geplante Urteilsverkündung bereits abgeblasen werden. Anfang September des vergangenen Jahres brach der Hauptangeklagte Ronny S. plötzlich sein Schweigen, neue Zeugen mussten gehört werden. Und Mitte November stellte der Verteidiger des Hauptangeklagten einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht, der schließlich abgelehnt wurde.

Falls am Freitag alles glatt laufen sollte und keine weiteren Anträge der Verteidigung gestellt werden, gibt es aber immer noch ein Zeitproblem. Denn bevor das Gericht die Urteile für die sechs Angeklagten sprechen kann, steht ein Marathon an Plädoyers auf dem Programm. Sowohl Oberstaatsanwältin Claudia Laube als auch die sechs Verteidiger der Angeklagten und die zwei Vertreter der Nebenkläger werden ihre Vorstellungen zum Strafmaß für die Angeklagten ausführlich darlegen. Und das kann dauern. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass für das Verkünden der Urteile ein weiterer Termin angesetzt werden muss.

Anja Kohlbach vom Oschatzer Bündnis für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz wird den Prozess in Leipzig am Freitag zum wiederholten Mal als Beobachterin verfolgen. "Ich hoffe, dass die Sache endlich zum Ende kommt - damit die Familie von André K. für sich damit abschließen kann", sagt die Oschatzerin.

Frank Hörügel

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