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Oschatz Dunkle Wolken über dem Oschatzer Anglerparadies: Der Abriss droht
Region Oschatz Dunkle Wolken über dem Oschatzer Anglerparadies: Der Abriss droht
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06:00 20.01.2017
In einer Chronik sind ist die Geschichte des Oschatzer Anglerheims festgehalten. Quelle: Foto: Hagen Rösner
Oschatz

Zugegeben – das Oschatzer Vereinsheim im Anglerparadies ist keine architektonische Schönheit. Der lang gestreckter Flachbau mit dem typischen Charme der 1950er DDR-Jahre erfüllt aber seit fast 60 Jahren seinen Zweck. Hier konnten sich die Angler aus Oschatz und dem Umland treffen, ihrem Hobby und ihrem Sport nachgehen. Außerdem war das Anglerparadies auch lange Zeit eine angesagte Adresse für stimmungsvolle Feste, die mit einem Feuerwerk gekrönt wurden. Alles offenbar Geschichte. Das Vereinsheim scheint dem Untergang geweiht. In einer Versammlung sprachen sich die Angler mehrheitlich dafür aus, das Objekt aufzugeben.

Dieter Barz ist untröstlich. Der Oschatzer war seinerzeit Übungsleiter in Oschatz für den Angelsport, war bei Weltmeisterschaften und nationalen Ausscheiden im Angelsport. Und ganz nebenbei erholt er sich beim Angeln. „Den Anglern ist es nicht mehr möglich, ihr einstiges Schmuckstück zu erhalten“, bedauert Barz und erläutert, dass Grund und Boden der Stadt Oschatz gehören und an den Landesverband Sächsischer Angler verpachtet sind. Das Geld für die Erhaltung des Hauses besitzen die Oschatzer Angelfreunde nicht und auch vom Landesverband ist keine Finanzspritze zu erwarten. Neben dem Zahn der Zeit, der an dem Objekt nagt, haben auch Randalierer und Einbrecher ihren Teil dazu beigetragen, dass das abseits gelegene Gebäude immer stärker verkam. Inzwischen gibt es eine Schätzung, die von einem Sanierungsaufwand von rund 1800 Euro ausgeht. „Einbrüche, Diebstahl und Vandalismus waren hier draußen ständig an der Tagesordnung. Werkzeuge, ein Rasenmäher und auch die Wasserpumpe für den Springbrunnen wurden im letzten Jahr gestohlen. Die Täter konnten nie ermittelt werden“, klagt Dieter Barz.

Außerdem macht sich auch bei den Oschatzer Anglern der demografische Wandel bemerkbar. Von den ursprünglich fast 300 Anglern aus der DDR-Zeit sind noch knapp 100 Aktive übrig. Das Haus selbst wird kaum noch genutzt, ganz im Gegenteil zum daneben gelegen Steinbruchsee, der noch gut beangelt wird.

In der Oschatzer Stadtverwaltung gibt es offiziell noch keine schriftliche Mitteilung des Landesverbands der Sächsischen Angler über die Zukunft des Objekts. „Es gab ein Telefonat mit dem Vorsitzenden des Verbandes, der eine schriftliche Mitteilung angekündigt hat“, sagt Bauamtsleiter Michael Voigt. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, werde dann entschieden, wenn die Information eingegangen ist. Auch Voigt ist bekannt, dass das Anglerheim einst eine begehrte Adresse war: „Es war so zusagen das Herzstück eines Naherholungsgebietes und wurde auch entsprechend intensiv genutzt.“. Noch vor zehn Jahren bot das Anglerheim ein frisch saniertes Bild. In rund 2000 freiwilligen Arbeitsstunden hatten es die Petrijünger wieder auf Vordermann gebracht. Damals wurde das Objekt vom Schulungsraum bis zu den Toiletten in Eigenregie saniert.

Wann verbindlich über die Zukunft des Objektes entschieden wird, ist noch unklar. Für die Angler ist es ein Dilemma: Auf der einen Seite würden sie ihr Objekt gern behalten, aber können das nicht finanzieren.

Von Hagen Rösner

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