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Oschatz Edeltraud Rietig (58) baut in Lonnewitz erfolgreich Kiwis an
Region Oschatz Edeltraud Rietig (58) baut in Lonnewitz erfolgreich Kiwis an
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14:59 30.07.2018
Edeltraud Rietig (58) kann bald Kiwis in ihrem Garten in Lonnewitz ernten: Die gut versteckten Früchte in der Mitte wachsen noch, aber behalten zur Reife ihre grüne Farbe. Quelle: Foto: Manuel Niemann
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Lonnewitz

Kiwis leben nicht gern ledig: Zumindest, wenn sie Kiwifrüchte hervorbringen sollen. Das lernte OAZ-Leserin Edeltraud Rietig aus Lonnewitz, als sie sich auf dem Bauernmarkt in Staucha für die Kletterpflanze interessierte. „Der Verkäufer sagte zu mir: ‚Da müssen sie noch einen Mann dazu nehmen!’“ Das war kein Rat in Sachen Beziehung, sondern eine zweite Pflanze war gemeint: „Die müssen sich nämlich bestäuben“, erklärte er ihr. Kiwis sind zweihäusig: Das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. „Und siehe da: Sie haben sich bestäubt!“, lacht sie. Nun könne sie auf eine reiche Ernte hoffen, sagt Rietig, die als Angestellte bei einem Lebensmitteleinzelhändler arbeitet.

Dafür brauchte es immerhin vier Jahre: Während die weibliche Pflanze bereits im vergangenen Jahr Blüten trug, entwickelte sich aus diesen nichts. In diesem Jahr ist es anders: Das im Vergleich schmächtig wirkende Männchen, das ein paar Meter weiter am Gartenzaun steht, hat dafür gesorgt, dass sich Früchte entwickeln. Da es sich um eine russische Kiwi handelt, die extra für ein gemäßigteres Klima gezüchtet wurde, sehen deren Früchte anders als gewohnt aus: Sie sind kleiner und entwickeln nicht den braunen Haarflaum, den die handelsüblichen Kiwis haben.

Kiwis gehören zur Familie der Strahlengriffelgewächse und bilden Beerenfrüchte aus. Diese wachsen an den lianenförmigen Auswüchsen der Klettersträucher, die oft meterlang sind und daher von Gerüsten getragen werden müssen. Bei Rietigs Miniformat genügt ein Rankhilfe und ab und zu stutzen. Die Früchte sind reich an Vitamin C, Betacarotin und Kalium.

Strahlengriffel waren ursprünglich in Ostasien beheimatet, von der Insel Sachalin über Ostsibirien, Japan, Korea und China bis zum Himalaya und Malaysia. Die beiden chinesischen Strahlengriffel wurden als exotische Früchte erst über einen Umweg populär: Ursprünglich „Chinesische Stachelbeere“ genannt wurden sie Anfang des 20. Jahrhunderts in Neuseeland eingeführt, Mitte der 1950er dann zum Exportgut. Das lieh sich den Namen beim Wappenvogel der neuen Herkunft, dem Kiwi.

Von Manuel Niemann

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