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Oschatz Ehemaliges Oschatzer DHL-Gebäude wird Asylheim
Region Oschatz Ehemaliges Oschatzer DHL-Gebäude wird Asylheim
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14:44 04.02.2016
Anwohner, Geschäftsinhaber und Stadträte verfolgen hier die Ausführungen von OBM Andreas Kretschmar.  Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

 Etwa 150 Flüchtlinge sollen Anfang April im ehemaligen Verwaltungsgebäude des DHL-Logistiklagers am Zeugamt unterkommen. Landratsamt Nordsachsen, Stadt Oschatz, Polizeirevier Oschatz sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Torgau-Oschatz als Betreiber der geplanten Asylunterkunft standen am Dienstagabend eingeladenen Anwohnern, Geschäftsinhabern und Stadträten Rede und Antwort. Alle vorgebrachten Bedenken wurden nicht ausgeräumt.

Landrat Kai Emanuel, Dezernentin Angelika Stoye, DRK-Geschäftsführerin Anne Lissner und OBM Andreas Kretschmar informieren zu Asyl in Oschatz. Quelle: Dirk Hunger

Der Landkreis hat sich für sieben Jahre in dem Objekt eingemietet, zu welchen finanziellen Konditionen gab Nordsachsens Ordnungsdezernentin Angelika Stoye nicht bekannt. Investiert werden muss noch in den Sanitärtrakt, neben eigenen Zimmern mit „spartanischer Einrichtung“ seien Gemeinschaftsräume und eine Küche geplant, sagte Roman Becker, Sachgebietsleiter Migration beim Landkreis. Zugleich räumte er mit dem Gerücht auf, in den angrenzenden ehemaligen NVA-Blöcken seien ebenfalls Unterkünfte geplant. „Hier ist über 20 Jahre niemand drin gewesen. Der Sanierungsstau ist enorm.“ Welche Nationalitäten die untergebrachten Flüchtlinge haben und ob es sich um Familien oder allein Reisende handelt, steht noch nicht fest. „In der Regel erfahren wir solche Details erst drei Tage vor der Zuteilung vom Freistaat“, so Stoye. Zur Orientierung: Bisher kamen die meisten Asylbewerber, die im Landkreis untergebracht sind, aus Syrien, gefolgt von Afghanistan, Albanien und dem Irak. Klar ist nur, dass die Belegung sukzessive erfolgt, also nicht alle vorgesehenen Flüchtlinge sofort einziehen.

Angesichts der Tatsache, dass das Gebäude zwar rund um die Uhr vom Betreiber mit Personal besetzt ist, es aber nur eine Person gibt, die Wachschutz leistet, sorgten sich einige Anwesende um die Sicherheit der Anwohner, Geschäfte und Kindertagesstätten am Dresdener Berg. Kritisiert wurde das Fehlen eines „Sicherheitskonzepts“. Der Leiter des Oschatzer Polizeireviers Jan Müller erklärte, dass es kein zusätzliches Personal geben werde. Jedoch sei der Streifendienst beauftragt, regelmäßig nachzuschauen. „Wir halten Kontakt zur Leitung der Einrichtung“, stellte er in Aussicht.

Neben den Deutschkursen, gleich im benachbarten Beruflichen Schulzentrum, sollen Tätigkeiten in der Unterkunft selbst sowie die Angebote des Oschatzer Bündnisses die Integration erleichtern. „Wir schaffen das nicht allein. Dieser Partner leistet unverzichtbare Arbeit“, verdeutlichte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) – unter anderem mit Besuchen in Firmen, der Bibliothek oder beim Kochen. Das Stadtoberhaupt verwehrte sich zudem gegen das Gerücht, dass Flüchtlingskinder bei der Vergabe von Kita-Plätzen bevorzugt würden.

Sprachbarrieren könne man bereits in der Einrichtung überwinden. DRK-Vorstandsvorsitzende Anne Lissner sagte, dass Bundesfreiwilligendienstler mit Migrationshintergrund als Dolmetscher fungieren. Wer sich nicht an die Hausordnung halte, werde sanktioniert, im schlimmsten Falle erfolgt ein Tausch mit der Ausländerbehörde eines anderen Landkreises, so Angelika Stoye. Im Übrigen hätten alle Flüchtlinge, die der Landkreis aufnimmt, eine Gesundheitsuntersuchung durchlaufen.

Von Christian Kunze

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