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Oschatz Eigene Sozialarbeiterin für Oberschule Wermsdorf
Region Oschatz Eigene Sozialarbeiterin für Oberschule Wermsdorf
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06:00 19.05.2016
Uta Przikopp vom Jugendamt des Landkreises, Dirk Weishaupt vom Träger, Bürgermeister Matthias Müller und Schulleiterin Ilona Dathe (hinten, v.l.) wünschen Jenny Müller für die Schulsozialarbeit in Wermsdorf alles Gute. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Wermsdorf

Wenn Jenny Müller durch die Wermsdorfer Oberschule geht, muss sie immer ein etwas Zeit einplanen. An der Tür zum Klassenzimmer, im Treppenhaus oder auf dem Schulflur wird die junge Frau oft angesprochen. Und das ist gut so, denn Jenny Müller ist Schulsozialarbeiterin in Wermsdorf und für die Sorgen und Nöte der Kinder und Jugendlichen da. In den vergangenen Wochen hat sich die Absolventin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig, wo sie soziale Arbeit studierte, bei Schülern, Lehrern und Eltern vorgestellt. „Ich habe auch hospitiert und an Beratungen des Schüler- und Elternrates teilgenommen, um schnell Kontakt herzustellen. Das ist ganz gut gelungen“, schätzt sie ein.

Kein Wunder, ist die neue Schulsozialarbeiterin mit ihren 24 Jahren doch noch nah dran am Leben der Jugendlichen, die hier täglich die Schulbank drücken. Das und ihre offene Art und die Ruhe, mit der sie ihren Gesprächspartnern begegnet, kommt offenbar gut an. „Die Schüler kommen oft auf mich zu, suchen die Beratung. Manchmal geht es um sehr persönliche Fragen, ein andermal muss ich bei Problemen untereinander vermitteln“, beschreibt Jenny Müller. Konflikte in Trennungsfamilien, Streit mit der besten Freundin, eine Auseinandersetzung mit dem Klassenlehrer oder Zeugnissorgen – die Bandbreite der Probleme, die hinter geschlossenen Türen im Büro unterm Dach besprochen werden, ist groß. Abgesehen von der Einzelfallhilfe hat Jenny Müller ein Konzept für die Wermsdorfer Schulsozialarbeit erarbeitet und Angebote vorgeschlagen. Dazu gehört Neues wie die Kompetenzvermittlung für soziales Lernen oder Arbeiten in der Gruppe genauso wie die Fortsetzung bereits bestehender Projekte wie die Schülerstreitschlichter.

Finanziert wird die Schulsozialarbeit durch die Jugendpauschale des Landkreises und einen Eigenanteil der Gemeinde. 20 000 Euro macht die nordsächsische Behörde dafür im Halbjahr locker, die Wermsdorfer Gemeinderäte haben einen Anteil von 7000 Euro beschlossen, dazu kommen noch die Betriebskosten. Die Kommune musste auch einen Träger für die Stelle suchen, was nicht ganz einfach war, räumt Bürgermeister Matthias Müller (CDU) ein. Fündig wurde man schließlich beim Internationalen Bund, der die Stelle dafür ausgeschrieben hat. „Das ist kein unbekannter Träger, der Internationale Bund hat bereits in Oschatz die Erziehungsberatungsstelle sowie ein Anti-Mobbing-Projekt übernommen“, erklärt Uta Przikopp vom nordsächsischen Jugendamt. Bis auf vier Einrichtungen im Landkreis gebe es eine solche Stelle an allen weiterführenden Schulen – wenn diese sich kümmern. „Wir haben uns schon lange um Schulsozialarbeit bemüht, auch der Elternrat hat das unterstützt“, betont Schulleiterin Ilona Dathe. Eine solche Fachkraft gehöre ihrer Meinung nach an jede Schule. „Wir brauchen einen Ansprechpartner, der nicht Lehrer ist und die entsprechende Ausbildung sowie Zeit für komplexe Fragen hat.“

Schulen müssten offensiv ihren Bedarf anmelden, nennt Uta Przikopp einen Voraussetzung für den Antrag. Zielgruppe seien dann nicht allein die Schüler, sondern auch Eltern oder Lehrer könnten bei Jenny Müller um ein Gespräch bitten.

Mit der Schulsozialarbeit ist die Wermsdorfer Oberschule gut aufgestellt, vor allem, weil es bereits seit einigen Jahren eine Mitarbeiterin im Haus gibt, die sich um die Kompetenzentwicklung der Mädchen und Jungen kümmert. „Darüber ist ein gezieltes Einzelcoaching möglich. In Kombination mit der Schulsozialarbeit ist das ein ideales Angebot“, findet Uta Przikopp.

Von Jana Brechlin

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