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Ein Hauch von Poetry Slam in Oschatz

Offene Lesebühne im Jugendcafé Wake up Ein Hauch von Poetry Slam in Oschatz

Lesen und (vor)lesen lassen: Beim offenen Mikrofon, dem „Open Micro“ in Oschatz, treffen sich Freunde des geschriebenen, gelesenen und gesungenen Wortes. Zur zweiten Auflage der Mini-Lesebühne im Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum E-Werk kamen ein Dutzend gleichgesinnte. Die nächste Runde ist im April geplant.

Die Oschatzer Vorleser in Aktion.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Wo treffen sich der Philosoph Friedrich Nietzsche und das Schnapspralinen naschende, revolutionsbegeisterte Känguru, Schöpfung des Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling? Beim Open Micro, dem offenen Mikrofon im Jugendcafe des Oschatzer E-Werks. Mit zwölf Besuchern, von denen ein Drittel selbst vorgelesen hat, ist die Veranstaltung bei ihrer zweiten Auflage so etwas wie die kleinste Lesebühne weit und breit.

Am Freitagabend gab es eine Abwechslung für die jungen Besucher des Treffpunkts in der Lichtstraße. Und egal, ob man selbst etwas vortrug oder nur zuhörte – man wurde ein Teil einer einfachen, aber unterhaltsamen Perle. Das literaturaffine Dutzend, dieses Mal unter anderem bereichert durch Bibliotheksleiterin Eleonore Reichel und Buchhändlerin Alexandra Roscher, kam nicht nur in den Genuss von Texten, sondern tauschte sich auch darüber aus, wie man seine Leseauswahl trifft. Liam Breitfeld und Hans Rädler, beide Abiturienten des Thomas-Mann-Gymnasiums, legten die Niveau-Leiste mit ihren Nietzsche-Auszügen gleich ein ganzes Stück nach oben. „Wir sind Nietzsche-Fans“, bekannte Hans Rädler und machte keinen Hehl daraus, dass er selbst bei der Lektüre an diesem Abend nicht jede Formulierung des Denkers ergründen konnte.

Dass es auch simpler, geht, bewiesen die jungen Männer im Anschluss daran mit kurzen Episoden aus der Text-Sammlung „Über Wachen und Schlafen“. Die Anthologie vereint diverse Autoren, die sich auf Lesebühnen einen Namen gemacht haben. Ihre Texte sind in der Regel alltags- und gesellschaftskritisch und beweisen, dass denen, die sie vortragen, die momentan herrschenden Zustände genau so wenig egal sind, wie denen, die die Texte selbst geschrieben haben. Wenn Gören im Grundschulalter dem Nikolaus E-Mails schreiben, sich dabei im Ton vergreifen und auch der rhetorische Gegenschlag des Nikolaus nicht ausgespart wird, prangert das vor allem die völlige Fixierung auf den Konsum an. Es ist aber auch schlicht und ergreifend wunderbar witzig und gut beobachtet.

Einzig an Autoren, die ihre eigenen Werke vortrugen, fehlte es bei der jüngsten Vorleserunde. Zugegeben: In Oschatz von heute auf morgen einen Poetry Slam zu veranstalten, wird kaum gelingen. Aber vielleicht nutzen ja mutige Nachwuchsautoren die nächste Auflage des offenen Mikrofons im Jugendcafé Wake up des E-Werks am 15. April, ab 20 Uhr für einen öffentliche Lesung.

Von Christian Kunze

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