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Ein Kontinent der Kontraste

Ein Kontinent der Kontraste

Oschatz/Australien.Ihr letzter Bericht endete mit: "Am gefährlichsten sind jedoch die kleineren Spinnen mit roten Malen auf dem Rücken. Diese sollten am besten sofort getötet werden, bevor sie mit ihrem Biss unerträgliche Schmerzen verursachen.

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Ziemlich mutig: Julia Wagner auf einem Felsvorsprung im Grampians National Park.

Quelle: Privat

Oschatz/Australien. Julia Wagner aus Oschatz berichtet von ihrem derzeitigen Aufenthaltsort Australien (wir berichteten):

 

Ihr letzter Bericht endete mit: "Am gefährlichsten sind jedoch die kleineren Spinnen mit roten Malen auf dem Rücken. Diese sollten am besten sofort getötet werden, bevor sie mit ihrem Biss unerträgliche Schmerzen verursachen. Alles in allem werden Spinnen jedoch als nützlich angesehen, da sie die Fliegen oder Mücken im Haus fressen."

 

Albury. Das Abenteuer Australien geht weiter. Nach einigen Wochen als Gap-Student an der Scots School Albury stellte sich langsam aber sicher ein wenig Routine ein, die Namen der Lehrer und Schüler blieben größtenteils im Kopf, und die andauernde Gelassenheit der Australier wurde zur Gewohnheit. Bald standen zweiwöchige Ferien auf dem Programm, in denen es das erste Mal auf große Reise gehen würde. Der Weg bis zu diesen Ferien wurde allerdings noch von einigen Höhepunkten begleitet.

 

Bunte Plakate in der Schule machten mich auf die sogenannte Trivia-Night aufmerksam, und als ich um Hilfe für diese Veranstaltung gebeten wurde, kam ich nicht umhin zu fragen, was eine Trivia-Night denn eigentlich sei? Ich erntete die gleichen erstaunten und überraschten Blicke, wie als ich erzählte, dass wir in Deutschland unsere Säfte mit Wasser mischen und dies gerade im Fall von Apfelsaft ein sehr beliebtes Getränk, nämlich Apfelschorle, ergibt. Säfte werden in Australien genauso wenig gemischt, wie es eine Trivia-Night in Deutschland gibt. Aber ich erfuhr und erlebte bald, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Eine Trivia-Night ist ein sehr beliebter Quiz-Abend, der in diesem Fall mit Lehrern und Eltern veranstaltet wurde. An einem Freitagabend trafen sich also alle, die ein Ticket für 25 Dollar erworben hatten, im großen Speisesaal der Schule. Ich hatte geglaubt, dass im Eintrittspreis Essen und Getränke beinhaltet wären. Weit gefehlt. Als die Eltern und Lehrer dann mit großen Kühlboxen, Bierkästen, Sektkisten und Bergen von Snacks ankamen, wurde mir klar, dass Selbstbedienung angesagt war. Dementsprechend fröhlich nahm der Abend seinen Lauf. Jeder Tisch bildete ein Team, in welchem es galt, möglichst viele Fragen richtig zu beantworten. Wie viele Länder sind größer als Australien? Wer sind die beiden Hauptcharaktere in "Fifty Shades of Grey"? In welchem Film spielen die meisten Schauspieler mit? Von Unterhaltung ging es also abwechslungsreich quer durch Geschichte, Politik und Wirtschaft der Erde - oder es wurde einfach nur geschätzt. Das Ergebnis des Abends war für den Gewinnertisch ein Drei-Gänge-Menü in einem angesagten Restaurant und für alle anderen zumindest ein hoher Alkoholpegel und ein paar soziale Kontakte mehr.

 

Vertrauter kam mir dann die "Rallye for Life" oder einfach Sponsorenlauf vor - auch hier an der Schule eine Tradition mit dem Unterschied, dass der Erlös für wohltätige Zwecke gespendet wird und nicht in die Schule fließt. Die Motivation der Schüler, für eine Stunde lang um den Sportplatz zu laufen, hielt sich jedoch in Grenzen. Der Grund dafür war, dass der Sponsorenlauf in der einstündigen Mittagspause statt fand und nicht, wie es am TMG üblich ist, die Schüler dafür einen Tag frei bekommen. Anstatt des Verkaufs von Kuchen und Sandwichs ziehen die Australier außerdem ein Barbecue vor. Und nicht unerwähnt bleiben sollten die kreativen Kostümierungen, mit denen sich einige Schüler schmückten.

 

Mit Kostümen sparten die Schüler auch am Casual-Day nicht, einem Tag im Schuljahr, an dem die verpflichtende Schuluniform aufgehoben ist. Das ist für alle so ein aufregendes Erlebnis, dass sie etwas über das Ziel hinausschießen und anstatt zu Jeans und T-Shirt zu Masken und Hüten greifen.

 

Hüte sind in Australien sowieso eine Thematik für sich. Mit Beginn des Sommerhalbjahres ist ein Hut Bestandteil der Schuluniform, auch wenn es trotzdem nur 15 Grad sind und die Sonne nicht scheint. Der Hut muss getragen werden, und ich habe zugegebenermaßen noch nie so viele Menschen mit einem Hut gesehen. Wobei ich es in meiner Schulzeit auch nicht erlebt habe, dass Schüler Sonnencreme mit zur Schule brachten.

 

Meinen ersten eigenen Hut erwarb ich dann auf den Henty Field Days, einer sehr großen Ausstellung auf einem Feld mitten im nirgendwo. Mit bis zu 2000 weißen Ausstellungszelten verwandelte sich das Feld allerdings schnell in eine zentrale Attraktion, die über 60 000 Besucher anzog. Neben Schulen, Firmen und Projekten präsentierten sich vor allem auch Farmer mit ihren Tieren und Maschinen, die teilweise mehr als das Dreifache meiner Körpergröße hoch waren. Aber in Australien scheinen sowieso immer andere Relationen zu gelten, wenn es um Größenverhältnisse geht.

 

Da der Kontinent größer ist als Europa, trat ich meine erste Reise zu Beginn der Ferien mit dem Flugzeug an. Von Melbourne ging es nach Alice Springs, der Stadt, die genau im Herzen Australiens, also im Outback, liegt. Die Entfernung entspricht etwa der von München nach Moskau.

 

Fortsetzung folgt

Julia Wagner

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