Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ein Pfarrer für die Katholiken von Diesbar bis Wermsdorf

Ein Pfarrer für die Katholiken von Diesbar bis Wermsdorf

Nach dem Weggang von Pfarrer Georg Wanzek ist Ludger M. Kauder für die Seelsorge der rund 1000 Katholiken der Pfarrei St. Hubertus zuständig.

Wermsdorf.

 

Das ist jedoch nicht das einzige Aufgabengebiet des Pfarrers. Nach wie vor betreut er - wie seit Oktober 2006 - die Gemeinde Riesa. In Zahlen ausgedrückt sind das 1300 Katholiken. Geografisch reicht sein bisheriger Wirkungskreis von Hirschstein und Diesbar-Seußlitz elbaufwärts von Riesa über die Große Kreisstadt bis hin nach Zeithain mit Ortsteilen und Strehla. Damit grenzt die Gemeinde an das Gebiet der Pfarrei St. Hubertus. In diesem hat Ludger M. Kauder in den vergangenen zwei Jahren schon mehrmals ausgeholfen: meist einmal monatlich beim Gottesdienst in Oschatz, aber auch beim Jugendgottesdienst in Wermsdorf oder Beerdigungen.

 

Ludger M. Kauder entstammt einem katholischen Elternhaus, wurde 1964 in Gößnitz, im Altenburger Land geboren. Nach der Schule erlernte er zunächst, obwohl ein Studium ins Auge gefasst war, etwas "Solides": Zerspaner. Während der Armeezeit entschied sich Ludger Kauder dafür, statt Musik lieber Theologie zu studieren. Diese Ausbildung begann er 1985. Zum Priester wurde der Gößnitzer dann 1992 geweiht. Seine bisherigen Stationen als Pfarrer waren Glauchau, Zittau und Leutersdorf - das rollende R aus der Oberlausitz hat er noch drauf - und schließlich Riesa.

 

Bisherige Präsenz des Pfarrers nicht mehr möglich

 

"Ich darf für Zwei arbeiten", antwortet Ludger Kauder schmunzelnd auf die Frage, ob es in Riesa und Wermsdorf so weitergehen werde wie bisher, nachdem Georg Wanzek in den Ruhestand gegangen ist. Das gehe schon deshalb nicht, weil er nicht an zwei Orten gleichzeitig sein könne. In der Riesaer Gemeinde habe es bisher drei bis vier Gottesdienste am Wochenende gegeben und in Wermsdorf ebenso viele. Dazu kam ein Gottesdienst pro Wochentag in jeder der beiden Gemeinden. Diese Präsenz könne einer allein nicht sicherstellen. "Ich war bisher nicht unter 30 000 Kilometer im Jahr unterwegs. Es wird mehr werden", ist sich Ludger Kauder sicher.

 

Mehr selbstständiges Handeln in der Gemeinde gefragt

 

Er werde auch beim Fahren arbeiten, sein Auto habe eine Freisprechanlage. So könne er unterwegs Absprachen treffen. Den Januar bezeichnete der Pfarrer als "Experimentierphase". Was sich gegenüber der Amtszeit von Georg Wanzek ändern werde, weiß Ludger M. Kauder noch nicht exakt. Man müsse sehen, was es bis jetzt gab und welche Erwartungen bestehen. "Wir müssen schauen, welche Aufgaben wir auf breitere Schultern verteilen können", sagt der weit reisende Pfarrer und meint damit ausdrücklich beide Gemeinden. Sicher sei, dass mehr selbstständiges Handeln gefragt ist. Klar sei aber auch, dass es keine ständige Präsenz eines Pfarrers in Wermsdorf mehr gibt. Kurzfristig vereinbarte und durchgeführte Führungen durch die Schlosskapelle, die sein Vorgänger abgesichert hat, seien deshalb in Zukunft eher unwahrscheinlich.

 

Wie lange diese Regelung gilt, ist ungewiss. Im Schreiben, das Kauder vom bischöflichen Ordinariat erhalten hat, ist von "bis auf Weiteres" die Rede. Was danach kommt, wisse er nicht. Das entbinde ihn und die Gremien beider Gemeinden aber nicht von der notwendigen Diskussion darüber, was in der Zukunft notwendig und was verzichtbar ist.

 

Mit Enttäuschung möchte Kauder die Reaktionen darauf, dass es Einschnitte geben wird, nicht beschreiben. "Bisher trafen solche Entscheidungen immer Gemeinden weit weg. Und bisher war Georg Wanzek noch nicht endgültig im Ruhestand. Jetzt, da wir hier neue Wege finden müssen, mischen sich Staunen und Erschrecken", beschreibt er die gegenwärtige Lage.

 

Dass Papst Franziskus das Interesse an der Katholischen Kirche verstärken kann, hält der Riesaer und nun auch Wermsdorfer Pfarrer für möglich. "Er ist dabei, unseren Blick zu weiten, den Fokus auf Dinge zu lenken, die wir bisher nur marginal gewusst haben", meint Kauder. Andererseits müsse man sich vor Augen halten, dass unsere Region ein Abwanderungsgebiet sei. Es sei Realität, dass das Wirken der Gemeinden hier kaum zu spüren ist. "Wie wir unser Christsein leben, bleibt vielen Menschen eher verborgen", stellt Kauder fest. Aber erst, wenn man das Christsein authentisch und öffentlich wahrgenommen vorlebe, könne man erwarten, dass jemand fragt: "Warum machst Du das so?" Axel Kaminski

Axel Kaminski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr