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Oschatz Ein Sowjet-Stern für Dahlen: Steinmetz holt Hammer und Sichel aus dem Granit
Region Oschatz Ein Sowjet-Stern für Dahlen: Steinmetz holt Hammer und Sichel aus dem Granit
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00:32 27.08.2015
Sebastian Baumgarten mit dem roten Stern. Quelle: Dirk Hunger
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Dahlen

Von Axel Kaminski

"Der Stern war ursprünglich nicht Teil des Angebotes, das ich der Stadt und damit dem Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit unterbreitet habe", betont Steinmetz Sebastian Baumgarten. Er habe bereits die kleinen Obelisken überarbeitet und die Abdeckung für die Einfassung des Grundstückes angefertigt.

Durch die Neuaufstellung seiner Firma sei der rote Stern etwas in den Hintergrund gerückt. "Ich hatte ursprünglich die Hoffnung, den Originalstern bekommen zu können, aber daraus wurde nichts", erzählt Sebastian Baumgarten. Dann habe er eine Bronzegießerei um ein Angebot gebten. Das Ergebnis bezeichnet Sebastian Baumgarten als "exorbitant".

Bei ihm sei dann der Entschluss gereift, dass man den Stern auch aus Naturstein anfertigen könnte. "Wenn meine CNC-Maschine schon laufen würde, hätten wir das komplett selbst gemacht", betont er. Da aber die dazu erforderlichen 28 Kilowatt nicht zuverlässig aus dem Netz abgerufen werden könnten, habe er die Grundform bestellt. Hammer und Sichel sowie die Strahlen auf dem Stern seien in der Dahlener Firma entworfen und umgesetzt worden.

"Der Rand des Sternes und das Wappen sind aus dem Granit herausgearbeitet und mit Pigmenttusche eingefärbt worden", erklärt Sebastian Baumgarten das, was der Laie von jenseits der Einfriedung kaum erkennen kann. Acht bis zehn Arbeitsstunden plus die Zeit für den Entwurf habe er in den Stern investiert.

Wenn der Steinmetz nicht an die Vorgaben der Behörden gebunden gewesen wäre, hätte er an diesem Ehrenmal einiges anders ausgeführt. "Man wollte ursprünglich gar keine Farbe in der Schrift auf den kleinen Obelisken", erzählt Sebastian Baumgarten. Er konnte wenigsten eine dezente Färbung durchsetzen, die allerdings schwer zu erkennen ist. Das würde er gern noch einmal nacharbeiten. Der Obelisk, der jetzt seinen Stern wieder hat, sollte nur gereinigt und nicht erneuert werden. "Man erkennt nun, dass das ein Terrazzo-Material ist. Es hat offene Poren", erläutert Sebastian Baumgarten. Darin mache sich die Schwarzalge breit. Man müsste ihr zu Leibe rücken und dann das Material imprägnieren. Dann wäre auch die bei feuchtem Wetter aufsteigende Nässe im Stein kaum zu sehen.

Neben diesen Verbesserungen an der Gestaltung hat der Steinmetz noch ein paar kleinere Wünsche für diesen Blickfang. Bei den Arbeiten sei das Areal nach unten hin abgedichtet worden. Unkraut käme also nicht von unten durch. Das schütze aber nicht vor anfliegendem Unkrautsamen. Vielleicht könnte sich dafür jemand zuständig fühlen. Das Denkmal würde auch nicht so kalt wirken, wenn dort ein paar Blumenschalen stünden oder Sträuße liegen würden. Beides wären ja nicht unbedingt Aufgaben der Stadt, aber ein Betätigungsfeld für engagierte Bürger.

Axel Kaminski

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