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Ein Traum in Blau: Bastler aus der Region Oschatz fahren auf Oldtimer ab

Ein Traum in Blau: Bastler aus der Region Oschatz fahren auf Oldtimer ab

Oldtimer liegen im Trend. Zum Jahreswechsel 2014/15 waren deutschlandweit 310 694 Pkw mit einem H-Kennzeichen gemeldet. Die alten Fahrzeuge sind Hobby und Wertanlage zugleich - und erfreuen sich auch in Oschatz zunehmender Beliebtheit.

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Peter Sperling mit seinem Traumauto - einem F 9, Baujahr 1953.

Quelle: D. Hunger

Oschatz. Von Frank Hörügel und Nikos Natsidis

Die beiden ältesten zugelassenen Autos in der Stadt Oschatz - ein BMW und ein Ford - stammen aus dem Jahr 1930. In jenem Jahr war Heinrich Brüning Reichskanzler, Max Schmeling erkämpfte sich als erster Deutscher den Titel des Box-Weltmeisters im Schwergewicht und ein BMW (15 PS) kostete 2475 Reichsmark.

Der 85 Jahre alte BMW und Ford aus Oschatz sind Oldtimer, wie sie den landläufigen Vorstellungen entsprechen und ganz normal auf der Straße fahren dürfen. Wobei Oldtimer nach geltender Rechtslage auch jünger sein können. So wie der F 9, der im Jahr 1953 zugelassen wurde und Peter Sperling aus dem Oschatzer Stadtteil Merkwitz gehört. "Mit diesem Auto habe ich mir einen Traum erfüllt. Und der F 9 ist mit seiner geteilten Front- und Heckscheibe eine echte Rarität", sagt der 63-Jährige. Von seinem Vater hat er das Schrauber-Gen geerbt und bereits ein halbes Dutzend Motorräder restauriert. Seit 1978 ist Peter Sperling im Motorsportclub (MSC) Oschatz organisiert und sorgt sich über den fehlenden Nachwuchs im Verein. Persönlich engagiert er sich dafür, dass die Faszination für Oldtimer nicht ausstirbt. "Ich schraube mit meinem vier Jahre alten Enkel Janek an der Blutblase. So wird das Motorrad DKW Luxus 200, Baujahr 1928, wegen seines knallroten Tanks genannt", sagt der Merkwitzer, der zusammen mit seiner Frau schon dutzende Pokale bei Oldtimer-Rallyes in Sachsen, Brandenburg und Tschechien geholt hat. Als Wertanlage sieht er seine Oldtimer vordergründig nicht - obwohl die Preise für die rollenden Raritäten seit Jahren nach oben gehen. "Mir ist wichtig, dass die Oldtimer in der Familie bleiben", betont er.

Ein Fahrzeug, das eine sogenannte Oldtimerzulassung erhalten kann, muss mindestens 30 Jahre alt sein, sollte weitgehend dem Originalzustand entsprechen und gut erhalten sein. "Die Fahrzeuge können als Transportmittel im Alltagsverkehr eingesetzt werden", sagt Ellen Hartmann von der Kfz-Zulassungsbehörde des Landkreises Nordsachsen. Das bedeutet, dass auch ein Wartburg Tourist aus dem Jahr 1978 oder ein VW Golf der ersten Produktionsreihe 1974 heutzutage Oldtimerstatus haben. Sich damit einfach in Bewegung zu setzen, ist allerdings nur mit einer sogenannten Alltagszulassung möglich. Dazu muss für das betagte Gefährt ein spezielles Oldtimergutachten vorgelegt werden, das Dienste wie etwa der TÜV oder die Dekra erstellen. Dann kann das Fahrzeug ein H-Kennzeichnen bekommen - H wie historisch. Damit sind laut Straßenverkehrsamt 678 Fahrzeuge in Nordsachsen unterwegs.

Wer seine Oldtimer nicht zum Einkaufen oder zur Fahrt in den Urlaub nutzen will, kann auch ein alternatives Kennzeichen beantragen. Dann enthält das Nummernschild die Ziffernfolge 07, was die Nutzung des Autos einschränkt. Im Landkreis Nordsachsen sind 112 Oldtimer-Kennzeichen vergeben. "Für Fahrten zur Teilnahme an Veranstaltungen aber auch für Probe- und Überführungsfahrten und zum Zwecke der Reparatur und Wartung der Fahrzeuge kann das rote Kennzeichen genutzt werden", so Ellen Hartmann. Es handelt sich also um ein spezielles Kennzeichen für Liebhaber, die ihre Autos in der Regel eher im Schuppen oder auch einem Museum haben als in regelmäßigem Gebrauch.

Der nächste Teilemarkt des MSC Oschatz findet am morgigen Sonntag von 7 bis 15 Uhr auf dem Parkplatz am Marktkauf statt.

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 19.09.2015

Hörügel, Frank

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