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Oschatz Einbrecher im Luppaer Naturbad überwältigt
Region Oschatz Einbrecher im Luppaer Naturbad überwältigt
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16:38 10.08.2017
Das Naturbad Luppa war in der Nacht zu gestern Ziel eines Einbrechers. Pächter Holger Kühn hat den Unbekannten selbst vor Ort gestellt. Quelle: Fotos: Jana Brechlin/Dirk Hunger
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Luppa.

Ein Alptraum: In der Nacht zu Donnerstag schreckte Holger Kühn (38) aus dem Schlaf, weil im Naturbad Luppa, dessen Pächter er ist, eingebrochen wurde. Dem plötzlichen Aufwachen folgte schließlich ein Happy-End, denn als der Oschatzer Kühn gegen 2.45 Uhr am Naturbad ankam, setzte er mit langen Schritten auf den ungebetenen Gast zu, überwältige diesen und übergab ihn kurz darauf der Polizei.

Alarmsystem hat sich bewährt

„Wir haben ein ausgefeiltes Alarmsystem, das hat sich hier bewährt“, sagt der Pächter mit Genugtuung. Sollte sich während der Schließzeiten jemand an den Einrichtungen des Naturbades zu schaffen machen, wird ein Alarm ausgelöst, der direkt auf Kühns Handy landet. Davon bekommen die Täter vor Ort allerdings nichts mit. Donnerstagmorgen war genau das passiert: Jemand war in Kassenhäuschen, Büro und Aufenthaltsraum eingedrungen. Der Pächter fackelte nicht lange, alarmierte die Polizei und machte sich auf den Weg nach Luppa.

„Auf dem Parkplatz stand ein Motorrad und direkt dahinter, zwischen Bordstein und Bepflanzung, hatte sich jemand versteckt“, beschreibt Holger Kühn die nächtliche Szene.

Motorradfahrer überwältigt

Normalerweise kommen Kühns Gäste bei strahlendem Sonnenschein. „Nachts und im Regen kommt nur lichtscheues Gesindel“, findet er deutliche Worte. Mit ein paar langen Schritten war er bei dem 32 Jahre alten Unbekannten und überwältigte ihn. „Er hat sich nicht gewehrt“, erzählt er, „allerdings mussten wir ein paar Minuten warten, bis die Polizei kam, und in dieser Zeit hat er mich bequatscht, dass ich ihn doch laufen lassen soll.“

Kühn seinerseits wollte von dem Motorradfahrer wissen, was ihn getrieben hat, nachts ins Bad einzusteigen. „Da hat er mir erzählt, dass er hier baden war und sich ausgerechnet hat, dass hier etwas zu holen ist“, berichtet der Pächter kopfschüttelnd.

Tatsächlich hatte der Unbekannte zwei Ferngläser, ein Funkgerät und einen Neoprenanzug mitgehen lassen. Mehr gab der vereitelte Beutezug nicht her. „Im Bad ist nichts zu holen“, unterstreicht der Pächter. Früher habe er auch Lehrgeld zahlen müssen, als ihm Diebe etwa Motorsense, Rasenmäher und andere Gartengeräte klauten. „So etwas lasse ich schon lange nicht mehr vor Ort, sondern nehme die Geräte nur an den Tagen mit, an denen ich sie auch brauche.“ Die Kasse wird täglich geleert und Zigarettenautomaten – häufig Objekt der Begierde bei Dieben – gebe es aus Prinzip nicht mehr im Gelände

Betreiber schützen sich vor ungebetenen Gästen

„Schwimmbäder sind ja meist etwas abgelegen, das ist nicht nur in Luppa so. Auch im Waldbad Schmannewitz, dem Mügelner Freibad oder am Platsch bekommt es so schnell niemand mit, wenn dort eingebrochen wird. Darauf sind wir Betreiber eingestellt – mit Sicherheitstechnik und eigenen Vorkehrungen“, beschreibt Holger Kühn. Mittlerweile sei er schon seit Jahren von Einbrüchen verschont geblieben.

Die Höhe des Gesamtschadens wird von der Polizeidirektion Leipzig auf etwa 700 Euro geschätzt. Der Einbrecher hatte nach Angaben der Beamten keine Ausweise bei sich. Um seine Identität festzustellen, wurde er vorläufig festgenommen und aufs Revier gebracht. Dort stellte sich heraus, dass der 32-Jährige als Betäubungsmittelkonsument registriert ist. Gegen ihn wird nun wegen besonders schweren Diebstahls ermittelt. Das Diebesgut wurde dem Pächter übergeben.

Von Jana Brechlin

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