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Eine Ernte so gut wie noch nie

Eine Ernte so gut wie noch nie

Wolfram Hirsch hat für die diesjährige Ernte nur den Superlativ im Gebrauch: "So gut und so viel wie noch nie." Und das gilt für fast alle Fruchtarten, welche die Agrar AG Ostrau angebaut hat, mit einer kleinen Einschränkung bei den Kartoffeln.

Ostrau.

Aber der Reihe nach: Die Abteilung Pflanze des Ostrauer Unternehmens bewirtschaftet zur Zeit zirka 2000 Hektar Land, die Mehrheit wird von der Treuhand gepachtet, oftmals, um die Planungssicherheit zu erhöhen, über einen Zeitraum bis zu 16 Jahren. In der Ausdehnung bewegt sich die Fläche bei 35 Kilometern zwischen Kleinpelsen bis ungefähr Beicha/Gödelitz und in der kürzeren Spanne zwischen Zschaitz/Sandgrube bis etwa Jahna und Hof.

 

Bekannt ist die Agrar AG für ihren Kartoffelanbau und -verkauf sowie schließlich das bekannte Ostrauer Kartoffelfest. Aber sie hat weit mehr zu bieten. Zum Sortiment gehören unter anderem Winterweizen und -gerste, Hafer, Raps, Feldgras, Mais, Zuckerrüben und Luzerne. In deren Schlägen sich "massenweise Mäuse tummeln", so Hirsch. Deshalb sind zahlreiche Sitzkrücken für Greifvögel installiert worden. Natürliche Schädlingsbekämpfung. Damit auch andernorts die Früchte gut gedeihen können, wird unter anderem Dung und Gülle auf die Felder gebracht. Dazu nutzt die Agrar AG beispielsweise Abprodukte aus der Milchviehanlage in Kattnitz. Doch wird auch konventionell gedüngt. Seit fast zehn Jahren sind die beiden Düngerstreuer mit Sensortechnik ausgerüstet, die gezieltes Düngen möglich macht und dabei Boden und Pflanzen schont.

 

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: "Beim Getreide haben wir seit Bestehen der Firma noch nie so viel geerntet wie jetzt. Das gilt auch für den Raps, dort haben wir zudem auch einen relativ hohen Ölgehalt zu verzeichnen", so Hirsch weiter. Auch beim extra angesäten Feldgras und den Wiesen seien die Pflanzen extrem gewachsen: "Die Witterung hat einfach gepasst." Ebenso beim Mais: Die Silos sind gefüllt. Mit Wildschweinen gab es keine nennenswerten Probleme. Sie kämen nur vereinzelt vor. "Da ist der Maiszünsler (Kleinschmetterling und Maisschädling) weit schlimmer", betont der Chef der Pflanzenproduktion. Die Mitarbeiter des Landwirtschaftsunternehmens haben versucht, Insektizide zu spritzen. Aber recht schnell habe der Mais sehr hoch gestanden, so dass nur ein Teil behandelt werden konnte.

 

Bei allen positiven Meldungen war es nicht unbedingt das Jahr der Kartoffel. Während der Ernte sei es fast immer zu nass gewesen. Die Traktoristen fanden ungünstige Bedingungen auf den Äckern vor. "Teilweise lagen die Erdäpfel im Wasser, die Maschinen sanken recht tief ein. Es gab Strukturschäden. Alles in allem keine besonders guten Bedingungen", so Wolfram Hirschs Rückblick. Dafür sei aber die Qualität wieder sehr gut und es gab einen sogenannten Anhang (Knollen) bis zu dreißig Stück. Damit die Kartoffel nicht zur Übergröße heranwachsen ("Die wird nicht so gern gekauft."), habe man das Blatt relativ früh entfernt. Am Sonntag wurden die Letzten aus der Erde geholt. Das Lagerhaus ist gefüllt mit festkochenden, vorwiegend festkochenden und mehligen Sorten. Ein Großteil gehe später noch an das Kartoffellagerhaus in Falkenhain.

 

Jetzt ist die Ernte so gut wie abgeschlossen. Von den Feldern werden zur Zeit noch die Zuckerrrüben abtransportiert. Auch hier wurde fast ein Drittel mehr im Vergleich zu den Vorjahren erreicht. Erstmals baut das Ostrauer Unternehmen für das Südzucker-Werk in Brottewitz an, auch die Ernte obliegt dem Unternehmen. Verladen und Abtransport übernimmt aber eine Spedition. Aber die Landwirte arbeiten auch schon fürs nächste Jahr: Momentan kommt der Weizen in den Boden, vergangenen Sonntag wurde bei der guten Wetterlage fast ohne Unterbrechung gedrillt. Neue Pläne fürs kommende Jahr bestehen ebenfalls: 2015 soll weniger Mais, dafür mehr Raps angebaut werden.

 

Darüber hinaus lässt die Agrar AG zur Zeit ihre Felder beproben. Gemessen werden pH-Wert und der Gehalt an Kali, Phosphor und Magnesium. Die Laborresultate fließen in Karten ein, auf denen im Fünf-Hektar-Raster entsprechende Werte aufgezeigt werden. "Eigentlich macht man das alle fünf Jahre, wir versuchen es im Abstand von drei", erklärt Hirsch. Anhand der Auswertung werde der Dünger bestellt und gezielt ausgebracht. Zumeist herrsche ein Mangel an Phosphor und Kali.

Natasha G. Allner

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