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?Eine Jugendeinrichtung schließt?

?Eine Jugendeinrichtung schließt?

In der Region Oschatz leben immer weniger Kinder und Jugendliche. Dies hat zur Folge, dass auch die Gelder für die Kinder- und Jugendarbeit sinken.

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Irene Schmidt

Quelle: Dirk Hunger

Region Oschatz. Aktuell wird über erhebliche Kürzungen bei der Fachkraftförderung im Bereich der Freien Kinder- und Jugendarbeit sowie Schulsozialarbeit diskutiert. OAZ sprach dazu mit der Schulsozialarbeiterin an der Robert-Härtwig-Schule Irene Schmidt vom Kinderschutzbund.

 

Frage: Die Kürzungen treffen die freie Kinder- und Jugendarbeit sowie die Schulsozialarbeit. Wo sehen Sie die Problemfelder?

 

Irene Schmidt: Mein Anliegen ist es, klar zu machen, dass sowohl Schulsozialarbeit als auch offene Kinder- und Jugendarbeit notwendig und einem jeweils anderen fachlichen und gesetzlichen Auftrag verpflichtet sind. Sie ersetzen sich nicht gegenseitig, wie mancher vielleicht annehmen mag. Tatsache ist, dass mindestens eine der drei Jugendeinrichtungen in Oschatz - Jugendhaus "Grünes Sofa", Jugendarbeit im E-Werk, Freizeitzentrum Zschöllau - 2014 schließen wird.

 

Stichwort offene Kinder- und Jugendarbeit. Vielen Lesern ist nicht klar, worum es dabei geht. Würden Sie das etwas näher erklären?

 

Die offene Kinder- und Jugendarbeit in Jugendhäusern oder Freizeitzentren hat ein völlig anderes Angebotsspektrum als die Schulsozialarbeit. Während offene Kinder- und Jugendarbeit freizeit- und bildungsorientiert ist und zum normalen Alltag von Kindern und Jugendlichen gehört, ist Schulsozialarbeit eher problemlösungsorientiert und richtet sich nach den Erfordernissen an der jeweiligen Schule.

 

Man kann also nicht sagen, man schafft die offene Kinder- und Jugendarbeit ab, weil es ja die Schulsozialarbeit gibt?

 

Genau. Beide Formen sind nicht gegeneinander austauschbar, sie haben unterschiedliche Zugangszeiten, Inhalte, räumliche sowie pädagogische Ausstattung und Herangehensweisen. So notwendig Schulsozialarbeit auch ist, kann sie jedoch nicht die sozialpädagogisch begleiteten Freizeitorte der Kinder und Jugendlichen ersetzen.

 

Was sind denn die Kernpunkte der Schulsozialarbeit?

 

Schulsozialarbeit will Kinder und Jugendliche beim Erwachsenwerden begleiten. Es geht um die Förderung ihrer Kompetenzen zur Lösung von persönlichen oder sozialen Problemen. Sie erreicht jedoch nicht alle Kinder und Jugendlichen über die Schule.

 

Wie sehen denn die gesetzlichen Regelungen aus?

 

Die Jugendarbeit ist im Sozialgesetzbuch VIII verankert. Dort sind folgende Schwerpunkten der Jugendarbeit aufgezählt: die außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung. Die Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit. Die arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit. Die Kinder- und Jugenderholung und Jugendberatung.

 

Wie sieht die Realität in Oschatz aus?

 

Seit 20 Jahren gibt es in Oschatz eine sehr fruchtbare trägerübergreifende Zusammenarbeit der sozialpädagogischen Fachkräfte. Dies ist eine der grundlegenden Qualitätsanforderungen jeder Sozialarbeit. Wir haben beispielsweise den Jugendkulturtag, Fachtagungen, "Wir. Hier!", den Weltkindertag, die Stadtrallye, die U 18-Wahlen oder die Jugendstadtratswahlen.

 

Wo sehen Sie die Ursachen für den Kahlschlag in der Jugendarbeit?

 

Die Streichung von Sozialpädagogenstellen in ganz Sachsen seit 2010 ist nur bedingt bei den sinkenden Kinder- und Jugendlichenzahlen zu suchen. Mit der rigorosen Kürzung der Jugendpauschale des Freistaates Sachsen von 14,70 Euro auf 10,40 Euro pro Jahr und Kopf der 0- bis 27-Jährigen entfiel seit damals ein Drittel aller finanziellen Mittel für die Kinder- und Jugendarbeit in der gesamten Region! Die sozialpädagogischen Fachkräfte aller Einrichtungen versuchen seitdem, die Folgen für die Kinder und Jugendlichen weitestgehend zu kompensieren. Wir sollten uns jedoch davor hüten, beschönigende Beschreibungen für diese Entwicklung gut zu heißen.

Hagen Rösner

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