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Oschatz Einmalig in Sachsen:Funde auf Grabungsfeldern in Mügeln aus mehreren Siedlungsperioden
Region Oschatz Einmalig in Sachsen:Funde auf Grabungsfeldern in Mügeln aus mehreren Siedlungsperioden
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20:21 16.11.2011
Dr. Sven Conrad vom Archäologischen Landesamt in Dresden (gelbe Jacke) erläutert den Teilnehmern der Führung die Funde auf der Grabungsstelle am Seniorenheim in Mügeln. Zu sehen ist links unten im Bild der kürzlich freigelegte Verteidigungsgraben aus der römischen Kaiserzeit. Quelle: Dirk Hunger

Von Heinz Großnick

Jüngst präsentierte Dr. Sven Conrad vom Archäologischen Landesamt in Dresden bei einer Führung die Ergebnisse der bisherigen Arbeit.

Die Grabungen in der Region Mügeln, die fünf Felder umfassen, bezeichnete Conrad als etwas Einmaliges in Sachsen. "Bei diesem Straßenbauprojekt gibt es eine ungewöhnlich große Anzahl von Fundstellen aus mehreren Siedlungsperioden", informierte Conrad. So seien beispielsweise Besiedlungen aus der Zeit um 5000 vor Christus, aus der späten Jungsteinzeit zwischen 2200 und 2000 vor Christus, der Bronzezeit 1400 vor Christus sowie der Eisenzeit 600 vor Christus nachgewiesen worden. Auch das Mittelalter sei dabei. Die Archäologen legten Grundrisse von Häusern frei, fanden Steinbeile, aber auch Gefäße, beispielsweise aus der Bandkeramik der Frühgeschichte sowie aus der sogenannten spätneolithischen Glockenbecherkultur. Von Letzterem gibt es laut Conrad in Sachsen nur sehr wenige Funde.

Als besonders selten nannte der Experte den Fund eines fast komplett erhaltenen Gefäßes in Form eines Widderköpfchens. Südlich der Flocke konnte eine Großsiedlung der Jungsteinzeit festgestellt werden, deren Ausdehnung 1000 Meter in Ost-West-Richtung und 700 bis 800 Meter in Nord-Süd-Richtung reicht. Die Besiedlung habe sich dort wahrscheinlich über einen Zeitraum von 500 Jahre erstreckt.

Zu den jüngsten Funden zählt Conrad eine Urne aus der römischen Kaiserzeit, die beim Baggern östlich von Schweta ausgehoben wurde. "Sie stammt vermutlich aus der römischen Kaiserzeit. Auch eine Lanzenspitze war dabei, wahrscheinlich als Beigabe beim Verbrennen der Leiche." Ein Großteil der Grabungen soll laut Conrad noch vor Weihnachten abgearbeitet werden, jedenfalls so lange das Wetter dafür noch mitspielt. Im Frühjahr sollen die Arbeiten dann ihre Fortsetzung finden.

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