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Oschatz Einsatz-Nachsorge-Team 2017 im Raum Oschatz bisher drei Mal im Einsatz
Region Oschatz Einsatz-Nachsorge-Team 2017 im Raum Oschatz bisher drei Mal im Einsatz
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13:07 14.11.2017
Quelle: Sven Bartsch
Oschatz

Sieben Mal war es bereits im Einsatz – das zum Jahresanfang gegründete Einsatz-Nachsorge-Team (ENT) des Landesfeuerwehrverbands Sachsen. Einsatzkräften soll geholfen werden, das Geschehene besser zu verarbeiten. Im Bereich Oschatz wurde das ENT bisher drei Mal gerufen. ENT-Mitglied Marlen Reichel war bei allen drei Einsätzen dabei.

Erster Einsatz bei Verkehrsunfall nahe Oschatz

Das erste Mal wurde das ENT Nordsachsen zu einem Einsatz nach Oschatz gebeten. Ein schwerer Verkehrsunfall forderte am 30. April vier Menschenleben. „Ich ging mit gemischten Gefühlen dort hin. Ich war aufgeregt, da es für das ENT der erste Einsatz überhaupt war. Untypisch war, dass wir direkt zum Einsatzort kommen sollten. Eigentlich sprechen wir mit den Kameraden, die bei einem solchen Unfall waren, erst 24 Stunden später, damit diese genügend Zeit haben, ihre Emotionen herunterzufahren. Erst dann kann man feststellen, ob sie das Erlebte verkraften oder dafür Hilfe benötigen“, erklärt Marlen Reichel. Auch ENT-Koordinator Frieder Hofmann aus Dresden kam hinzu. „Die Kameraden waren noch voll im Einsatz, als wir ankamen. Sie mussten mit ansehen, wie die Unfallopfer am Einsatzort verstarben. Das ist für viele Kameraden nicht einfach zu verkraften. Wir waren Ansprechpartner vor Ort. Auch wenn wir hier noch nicht viel tun konnten wurde uns gesagt, dass es gut war, dass wir mit da waren.“

Tanklöschfahrzeug kippte um

Ein weiterer Unfall in der Region ereignete sich am 19. Mai. Bei der Fahrt zu einem Einsatz kippte ein Tanklöschfahrzeug um. Drei Kameraden wurden dabei verletzt – einer davon schwer. Tilo Reinhardt, Marlen Reichel (beide ENT) und Daniel Hartmann als psychosoziale Fachkraft wurden zu einem Gruppengespräch mit rund zehn Kameraden, die am Einsatzort waren, gerufen. „Sie mussten ihre eigenen Kameraden aus dem Fahrzeug rausschneiden. Auch ein Betroffener des Unfalls, der nur leichte Verletzungen davongetragen hatte, war beim Gespräch dabei. Wir haben uns von den Anwesenden berichten lassen, wie sie den Einsatz erlebt haben. Dabei merkt man bereits, wer mehr und wer weniger Probleme damit hat.“

Ein Bahnunfall mit einem tödlich Verunglückten

Ein Bahnunfall mit einem tödlich Verunglückten ereignete sich bei Dahlen am 11. Juli mit einem Güterzug. Der Wehrleiter informierte das ENT, da dieser unter seinen Kameraden bemerkt hatte, dass dringend Redebedarf bestand. Marlen Reichel, Tilo Reinhardt und Peter Zuchold waren am 28. Juli bei einem Gruppengespräch im Gerätehaus in Börln mit zehn Kameraden dabei. „Was mir hier auffiel war, dass sich auch viele ältere Kameraden beteiligten. Oft erlebt man, dass es mehr die jüngeren sind, die Hilfe bei der Verarbeitung solcher Erlebnisse benötigen. Ich fand es super, dass hier wirklich jung und alt zusammenhielten. Für viele war es der erste Tote in ihrer Laufbahn“, erinnert sich die Lampersdorferin.

Am Mittwoch wird um 19 Uhr im MDR Sachsenspiegel der Blaulichtgottesdienst in Dresden ausgestrahlt. Hier wird auch die Arbeit des Einsatz-Nachsorge-Teams vorgestellt.

Von Kristin Engel

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