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Einsatz beim Abwasserverband in Oschatz: Knietief im Fäkalschlamm

Feuerwehreinsatz Einsatz beim Abwasserverband in Oschatz: Knietief im Fäkalschlamm

Es war ein Rettungseinsatz, den es so schnell wohl nicht noch einmal geben wird. Denn der Abwasserverbandes „Untere Döllnitz“ meldete einen Arbeitsunfall im Fäkalschlamm des Schlammstapelbehälters. Was die etwa 25 Kameraden aus Oschatz und Schmorkau am Montag nicht wussten: Es handelte sich dabei um eine Übung.

Zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr stiegen in den Behälter, um das Opfer zu bergen.

Quelle: Kristin Engel

Oschatz. Mit lautem Sirenengeheul sausen drei Feuerwehrfahrzeuge aus Oschatz und eines aus Schmorkau auf das Gelände des Abwasserverbandes „Untere Döllnitz“. Gegen 18.50 Uhr geht Montagabend die Meldung bei 25 Kameraden ein, dass es einen schweren Arbeitsunfall gegeben hat. Schnelle Hilfe ist notwendig.

Was die Kameraden beim Antritt ihres Einsatzes nicht wissen: Es handelt sich um eine Übung. Das Opfer, dass im Fäkalschlamm liegt, ist eine Puppe. Das bedeutet aber nicht, dass die Kameraden ihre Aufgabe nicht ernst nehmen. An einem großen Drehleiter wird eine Trage befestigt, zwei Kameraden mit Helm und Atemschutzmasken ausgestattet. Denn es gilt, ein Leben zu retten. So steigen die beiden Männer, mit wasserfesten Hosen und Sauerstoffgerät ausgestattet, in den Schlammbehälter. „Es war für die Kameraden eine Art Hindernislauf, bis sie das Opfer überhaupt erreichen konnten. Denn unter dem Schlamm befinden sich Rohre mit Belüftungsteller. Zudem sind dort Pumpensenken“, erklärt die Öffentlichkeitsbeauftragte des Abwasserverbandes, Ricarda Wohllebe.

Das Team hat die Möglichkeit einer Feuerwehrübung auf dem Gelände des Abwasserverbandes bereits Anfang des Jahres angeboten. „Der Wehrleiter, Lars Natzke, kam nun darauf zurück. Die Gelegenheit passte uns gut, da wir ohnehin vor hatten, den Schlammstapelbehälter zu leeren. Es sind noch etwa 60 Zentimeter Fäkalschlamm im Becken. Die maximale Füllhöhe liegt bei 5,50 Meter“, sagte Peter Jahn, Teamleiter Kanalnetz.

Knietief im Klärschlamm

Die Feuerwehrkameraden kämpfen sich indes durch den Schlamm zum Opfer, legen es vorsichtig auf die Trage. Der Gerettete wird nach oben gezogen und – bei einem echten Einsatz – vom Rettungsdienst versorgt und gegebenenfalls ins nächste Krankenhaus gebracht. Rund 25 Minuten sind von der Alarmierung bis zur endgültigen Rettung vergangen. Eine gute Zeit, findet Lars Natzke, Wehrleiter der Oschatzer Feuerwehr. Er räumt ein, dass es wohl noch etwas schneller gegangen wäre, hätte es sich um einen echten Unfall gehandelt. „Dennoch haben wir das volle Programm durchgezogen. Es war nicht einfach und für die beiden Kameraden, die in den Behälter gestiegen sind, eine echte Überwindung. Doch auch wenn sie etwas geflucht haben, konnten sie kurz nach dem Einsatz bereits wieder lachen“, sagt der Wehrleiter – und kann sich selbst ein Grinsen nicht verkneifen.

Die Übung wurde zuvor beim Kreisbrandmeister Ingo Weber angemeldet, Genehmigungen eingeholt und nach der Alarmierung gab die Rettungsleitstelle dann die vereinbarten und notwendigen Informationen heraus. „Übungen sind wichtig, um die Ausbildung der Kameraden auf dem hohen Niveau zu halten. Hier werden Sachen getestet, die eher selten vorkommen, wie in diesem Fall die Höhen- und Tiefenrettung. Es gibt aber auch verschiedene Schwerpunktobjekte, wie zum Beispiel Krankenhäuser, bei denen regelmäßig der Einsatz getestet werden muss“, erklärt Lars Natzke.

Von Kristin Engel

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