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Oschatz Einsatz von Blitzern soll Raser bei Mügeln bremsen
Region Oschatz Einsatz von Blitzern soll Raser bei Mügeln bremsen
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08:59 03.08.2016
Mobile Blitzer, in unregelmäßigen Abständen im Einsatz, sollen auf der Umgehungsstraße Mügeln Bleifußfahrer abschrecken Die Kreisbehörde plant zudem, einen fest installierten Blitzer einzurichten. Quelle: Dirk Hunger
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Mügeln

Raser sollen auf der Umgehungsstraße Mügeln künftig noch viel öfter zur Kasse gebeten werden. Die Unfallkommission des Landkreises Nordsachsen, bestehend aus Verkehrsbehörde, Straßenbaulastträger und Polizei, ist strikt gegen die alleinige Aufstellung von Verkehrsschildern, um die Unfallgefahr auf der Umgehungsstraße Mügeln zu entschärfen. Das ist das jüngste Ergebnis einer kurzfristig einberufenen Zusammenkunft, zu der Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) hinzugezogen wurde. „Sie wollen eine Sofortmaßnahme sehen“, informierte der Bürgermeister über das Ergebnis dieser Beratung.

Stellplatz für Blitzer

Auch die Polizei halte die ursprünglich vorgesehene Regelung nicht für ausreichend. Nach eingehender Beratung habe es schließlich eine Einigung gegeben, dass ein Stellplatz für ein Blitzerfahrzeug eingerichtet werden soll, so dass auch aus Richtung Oschatz geblitzt werden könne. „Gegenwärtig laufen außerdem Maßnahmen zur Festlegung eines konkreten Standortes für die Aufstellung eines stationären Geschwindigkeitsmessgerätes. In diesem Zusammenhang wird eine Kostenerhebung für die Einrichtung eines stationären Blitzers durchgeführt. Dabei sollen die zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten des Freistaates Sachsen ausgeschöpft werden“, teilt Peter Stracke von der Stabsstelle Presse/Öffentlchkeitsarbeit des Landratsamtes Nordsachsen mit.

Seit Jahresbeginn habe die Kreisbehörde in unregelmäßigen Abständen an der S 31 in Mügeln Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt und etwa 330 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Das wurde mit Verwarn- beziehungsweise Bußgeldern geahndet. „Die höchste gemessene Geschwindigkeit in der auf 70 Kilometer pro Stunde begrenzten Strecke lag an einem Tag frühmorgens gegen 7.30 Uhr bei 114 Kilometer pro Stunde“, so Stracke.

Sicherheit bei Mügeln wird erhöht

Als weitere Sofortmaßnahme kündigt das Landratsamt an, an allen vier Richtungen an den Kreuzungen Warntafeln in Kombination des Verkehrszeichens „Gefahrenstelle“ und dem Zusatzzeichen „Unfallgefahr“ anzubringen. Die verkehrsrechtliche Anordnung ist laut Stracke bereits ergangen. Auch der mobile Blitzer soll weiterhin in unregelmäßigen Abständen in beiden Fahrtrichtungen der S 31 zum Einsatz kommen.

Um die Sicherheit auf der Piste weiter zu erhöhen, soll zudem laut Ecke der Hang etwas abgetragen werden, um die Einsicht für die Autofahrer zu verbessern. Das könne allerdings nicht als Sofortmaßnahme erledigt werden, sondern erst in den nächsten Jahren, da zuvor für das Vorhaben noch der Erwerb von Grund und Boden erforderlich sei.

„Derzeit sind wir bei der Erarbeitung des Vorentwurfes für den Böschungsabtrag zur Verbesserung der Sichtbeziehungen aus der Zeichaer Straße in Fahrtrichtung Oschatz“, teilt Isabel Siebert, Pressesprecherin beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden, auf OAZ-Anfrage mit. Vorgesehen sei, die Planung noch in diesem Jahr abzuschließen. „Vorausgesetzt, wir können die für die Realisierung der Maßnahme erforderlichen Flächen im freihändigen Grunderwerb sichern, kann im kommenden Jahr die Ausführung erfolgen“, schränkt Siebert ein.

Die Sicherheit auf der Straße steht bereits seit ihrer Inbetriebnahme im Januar 2014 massiv in Kritik, denn mittlerweile ereigneten sich dort mehr als 30 Verkehrsunfälle. Zwei Menschen ließen ihr Leben und es gab zahlreiche Schwerverletzte (wir berichteten). Wiederholte Forderungen von Bürgern, Stadtverwaltung und Stadträten, die Situation durch Einbau von Kreisverkehren beziehungsweise einer Ampelanlage zu entschärfen, wehrte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden immer wieder ab. Stattdessen sollte die Zeichaer Straße als Unfallschwerpunkt von der Umgehungsstraße „abgehangen“ werden, so der Vorschlag der Landesbehörde. Das wiederum zog Proteste von Bürgern, Gewerbetreibenden und Stadtverwaltung nach sich. Schließlich wurde diese Absicht dann von Seiten der Behörde wieder verworfen und nicht in die Tat umgesetzt. „Weder ein Umbau der Kreuzung zum Kreisverkehrsplatz noch die Nachrüstung einer Ampel sind geplant“, bekräftigte die Sprecherin des Landesamtes jetzt erneut.

Von Heinz Großnick

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