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Elektronische Sirenen sind leistungsfähiger aber vielen Kommunen zu teuer

Elektronische Sirenen sind leistungsfähiger aber vielen Kommunen zu teuer

Die Motorsirene hat offenbar ausgedient - zumindest gehen vor allem größere Städte dazu über, ein elektronisches Alarmsystem zu installieren.

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Neueste Technik auf dem Feuerwehrgerätehaus in Mahlis: Die elektronische Sirene wurde vor einigen Jahren auf dem kommunalen Gebäude installiert.

Quelle: Dirk Hunger

Region. Von Lisa Garn

 

 

 

Mahlis kam eher zufällig zur neuen Sirene. "Die motorbetriebene war sehr alt, deshalb mussten wir sie vor einigen Jahren erneuern", sagt Lutz Abitzsch, Hauptamtsleiter der Wermsdorfer Verwaltung. "Sie ist nicht nur lauter, bei einer Erweiterung wären auch Lautsprecherdurchsagen möglich. Diese neueste Technik ist gerade vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophen in Sachsen zu sehen." Und Claus Feustel, dessen Firma aus Stollberg die selbst entwickelte Anlage in Mahlis installiert hat, ergänzt: "Elektronische Sirenen funktionieren auch bei Stromausfällen und sie besitzen eine höhere Leistung." Um die Vorteile der Anlagen weiß auch Frank Reichel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz: "Die Anschaffung ist zwar nicht billig, dafür ist die Wartung weniger aufwändig und man kann Menschen auch durch Sprachansagen auf Gefahren hinweisen. Sirenen sind, egal ob neu oder alt, äußerst wichtig, weil man im Ernstfall auch die Bevölkerung erreicht, die nicht per SMS oder Handy erreichbar ist. Und es gibt ja in den vergangenen Jahren immer mehr Katastrophen."

Zum Einsatz werden Feuerwehren übrigens neben Sirenen zusätzlich durch digitale Funkmeldeempfänger alarmiert. Wehren wie Wermsdorf und Luppa, die oft ausrücken, haben mehrere Geräte. In kleineren Ortschaften sind es meist der Wehrleiter und der Stellvertreter.

Im Altkreis Oschatz sei eine elektronische Sirene nach Reichels Kenntnis nur in Mahlis und Ochsensaal auf Dächer gebaut worden. Rund 9000 Euro hat die Anlage in Mahlis gekostet. Gern würde Wermsdorf flächendeckend auf moderne Technik zur Alarmierung zurückgreifen. "Aber das ist einfach zu teuer, momentan sind auch die Fördermittel sehr gering", sagt Lutz Abitzsch. 2003 hatte die Verwaltung ein Konzept zum Warnsystem in der Gemeinde erarbeitet: Rund 250 000 Euro würde es kosten, die Kommune mit modernen Sirenen auszustatten. Dabei ist auch die Möglichkeit zur Sprachdurchsage berücksichtigt.

Künftig will Wermsdorf elektronische Sirenen installieren lassen, wenn die motorbetriebenen kaputt sind. "Sie sind aber noch sehr robust und funktionieren ganz gut", sagt Lutz Abitzsch. In jedem Ortsteil - außer Wadewitz und Wiede-roda - stünde mindestens eine. In der Gemeinde Cavertitz beispielsweise sind es insgesamt zwölf. "Wir haben Sirenen auch in den Orten, in denen es keine Feuerwehr gibt", erklärt Abitzsch. "Andere Kommunen bauten Anlagen ab und ließen sie dann doch wieder errichten. Wir haben alle behalten, weil sie ein wichtiges Mittel sind, um die Bevölkerung zu warnen." Ein Weg, den Feustel als vorbildlich beschreibt: "Chemnitz oder Bautzen hatten ihre Sirenen nach der Wende komplett abgebaut und vor Kurzem für viel Geld wieder aufbauen lassen. Grimma hat sie auch entfernt, obwohl wir davor gewarnt hatten. Nach dem Hochwasser 2002 haben sie die als erstes wieder hingebaut", erklärt Feustel.

Claus Feustel stellt einen Nachfrage-Anstieg für elektronische Sirenen in größeren Städten, aber auch Gemeinden fest. "Es werden alte ausgetauscht oder komplett neu gebaut, auch weil man feststellte, dass die Reichweite nicht genügt." Er hält ein flächendeckenderes Alarmsystem für dringend erforderlich. "Damit die Bevölkerung bei Ereignissen wie Hochwasser, Unwetter, Unfällen mit Gefahrguttransporten gewarnt werden kann. Stellen Sie sich vor, es gibt eine Katastrophe und man kann nicht Bescheid geben, weil die Anlagen dafür fehlen."

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