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Oschatz Elster im Anflug: Oschatzer nutzen immer öfter die Online-Steuererklärung
Region Oschatz Elster im Anflug: Oschatzer nutzen immer öfter die Online-Steuererklärung
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22:25 18.03.2015
Immer mehr Oschatzer nutzen ihren Computer für die Erstellung ihrer Lohnsteuererklärung. Aktuell ist es jeder Zweite. Das Elsterformular gibt es im Internet, an einer App wird gearbeitet, die gibt es bisher nur auf unserer Fotomontage. Fotomontage: Wolfgang Sens Quelle: Facundo Arrizabalaga
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Auch in den Finanzämter spielt die Digitalisierung und die elektronische Steuererklärung via Elster eine immer größere Rolle. OAZ sprach dazu mit Alexander Schulze, Vorsteher des Finanzamtes Oschatz und Annett Roßberg, Sachgebietsleiterin Einkommenssteuer.

Elektronische Steuerklärung. Mancher bekommt gleich einen doppelten Schreck - auf der einen Seite, wegen der Computerarbeit auf der anderen Seite, weil die Steuerklärung oft als ungeliebte Pflichtaufgabe angesehen wird. Wie stehen Sie als Finanzamtsvorsteher zu diesem Thema?

Wir sind gerade in den vergangenen Tagen in Sachen Elstertag in der Region unterwegs. In der vergangenen Woche erst waren wir im Rathaus Torgau und haben dort eine Veranstaltungen zur elektronischen Steuerklärung angeboten. Hier in Oschatz gibt es ähnliche Veranstaltungen. Ich verrate kein Geheimnis, dass uns daran gelegen ist, dass die elektronische Steuererklärung stark genutzt wird. Es ist ja auch ein Stück Arbeitserleichterung für die Steuerverwaltung. Aus meiner Erfahrung der vergangenen Jahre weiß ich, dass es auf diese Veranstaltungen immer ein positives Feedback gibt.

Beschränkt sich die Arbeitserleichterung nur auf die Finanzbehörde?

Meines Erachtens nach gibt es auch eine große Arbeitserleichterung für den Steuerpflichtigen. Das ist die Thematik Übernahme von Daten aus der Steuerklärung vom Vorjahr. Viele Angaben wiederholen sich jedes Jahr. Das lässt sich mit der Übernahmefunktion mit einem Knopfdruck erledigen. Veränderliche Werte muss man natürlich ergänzen. Dann gibt es ja die Funktion der Plausibilitätsprüfung. Wobei man vom Programm darauf hingewiesen wird, wenn etwas fehlt oder unvollständig ist.

Machen Sie ihre eigene Steuerklärung auch elektronisch?

Klar. Nicht nur weil ich als Vorsteher des Finanzamtes eine Vorbildfunktion haben möchte, sondern weil es wirklich schneller geht. Wer also über einen Internetzugang verfügt, dem würde ich raten, diese Möglichkeit zu nutzen. Das elektronische Steuerformular, fragt ja den Steuerpflichtigen ganz gezielt, wenn er ein Feld nicht ausgefüllt hat. Das kann man bei einer Papiervorlage natürlich nicht erwarten. Es gibt aber auch das Projekt vorausgefüllte Steuererklärung.

Worum handelt es sich bei diesem Projekt?

Nach einer Registrierung werden durch das Finanzamt Daten, die der Steuerverwaltung bereits vorliegen, in das Formular übertragen. Das betrifft Lohndaten, Meldedaten oder dergleichen.

Wie viel Prozent der Steuerpflichtigen nutzen bereits die elektronische Steuererklärung?

Im Arbeitnehmerbereich nutzt etwa die Hälfte der Steuerpflichtigen schon jetzt die elektronische Steuererklärung. Wobei die vielen Arbeitnehmersteuerklärungen, die über Hilfevereine oder Steuerbüros zu uns kommen ohnehin mit dem Computer erstellt werden. Im Unternehmerbereich liegt die Zahl natürlich deutlich höher, weil es ja die Verpflichtung zur elektronischen Abgabe gibt. Als Ausnahme gilt nur ein fehlender Internetanschluss.

Wissen Sie, wer die elektronische Variante am stärksten nutzt - ober mehr Jüngere als Ältere oder mehr Männer als Frauen die elektronische Variante der Steuererklärung verwenden?

Das wird bei unseren Daten nicht erhoben. Allein aus der Vermutung heraus kann man schnell falsch liegen. Letztlich funktioniert die elektronische Variante ähnlich wie die Papierform. Es gibt den Hauptbogen und die entsprechenden Anlagen. Das Programm liefert aber keine Hilfe in Steuersachen, dass kann es nicht und das darf es auch nicht.

Kann man seine Steuererklärung mit einem der handelsüblichen Steuerprogramme machen und dann die Erklärung zu Elster übernehmen?

Ja, das Gros der Steuerprogramme bietet diese Möglichkeit.

In wie weit wird die Bearbeitungszeit verkürzt gegenüber der Papierabgabe?

Wir haben eine erhebliche Zeiteinsparung. Es müssen also nicht viele Daten per Hand eingegeben werden. Der Mitarbeiter kann sofort mit der echten Bearbeitung der Steuerklärung anfangen. Die Prüfungsintensität und die Prüfungsdichte ändert sich dabei natürlich nicht.

Wird dieser Bonus an den Steuerpflichtigen weitergegeben?

Es gab einmal eine Zeit, da wurde gesagt, das Elstererklärungen vorrangig bearbeitet werden. Das ist eine Aussage, die am Anfang auch galt. Das funktioniert natürlich nur solange wie die Minderheit elektronisch einreicht und die meisten Erklärungen in Papierform kommen.

Glauben Sie, dass eines Tages alle Steuerklärungen elektronisch eingereicht werden?

Ziel aus meiner Sicht wäre natürlich, wenn jede abgegebene Steuerklärung über Elster kommt. Ich bin mir aber im Klaren, dass das nicht machbar ist.

Wie sieht der aktuelle Stand der Abarbeitung der Steuerklärungen für 2013 aus?

Die Abarbeitung ist noch nicht abgeschlossen. Allein darum, weil noch nicht alle Steuerpflichtigen ihre Erklärung für das Jahr 2013 abgeben haben. Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, kann noch einige Zeit später seine Unterlagen einreichen. Da insbesondere bei Arbeitnehmern oft eine Steuererstattung zu erwarten ist, würde ich aber hier zur zügigen Abgabe einer Steuererklärung auch dann raten, wenn keine Abgabeverpflichtung besteht. Ansonsten liegen wir bei der Abarbeitung der eingereichten Erklärungen für 2013 in den letzten Zügen. Wir konzentrieren uns jetzt hauptsächlich auf die Bearbeitung des Steuerjahres 2014. Interview: Hagen Rösner

Hagen Rösner

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