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Ende des Jahres geht's mit dem „Glühweinexpress“ nach Kemmlitz

Fördermittelbescheid Ende des Jahres geht's mit dem „Glühweinexpress“ nach Kemmlitz

Fast genau zehn Jahre ist es her, dass zum letzten Mal ein Zug der Döllnitzbahn nach Kemmlitz fuhr. Noch in diesem Jahr soll es dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz möglich sein, diesen Abschnitt wieder zu befahren. Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, übergab gestern den Fördermittelbescheid.

Im Beisein des Landrates und der Bürgermeister der Region übergibt Dr. Harald Lengenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig (2.v.r) den Bescheid über eine Förderung in Höhe von 50000 Euro an Lutz Haschke vom Förderverein „Wilder Robert“ (l.).
 

Quelle: Dirk Hunger

Nebitzschen.  Fast genau zehn Jahre ist es her, dass zum letzten Mal ein Zug der Döllnitzbahn nach Kemmlitz dampfte. Noch in diesem Jahr soll es dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz möglich sein, diesen Abschnitt wieder zu befahren. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, übergab am Freitag am Bahnhof Nebitzschen den Fördermittelbescheid für den Wiederaufbau der Strecke.

Er beinhaltet, dass die Stiftung insgesamt 50 000 Euro für den denkmalgerechten Wiederaufbau der 1903 in Betrieb genommenen Strecke zur Verfügung stellt. Das Geld wird in mehreren Raten bis zum Jahr 2017 an den Förderverein „Wilder Robert“ ausgezahlt. Dr. Harald Langenfeld sieht diese Unterstützung als Fortsetzung des Engagements, das 2011 mit einer Zuwendung von 10 000 Euro für die Revision des Dampfkessels der Lok 99 574 begann.

„Damals stand die Bahn auf der Kippe. Nach unserer Unterstützung begann der Freistaat Sachsen, nach einer Lösung für die Finanzierung seiner Schmalspurbahnen zu suchen“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Leipzig. Mit der aktuellen Förderung würdige die Stiftung das starke ehrenamtliche Engagement des Fördervereines.

Eisenbahnbetriebsleiter Lutz Haschke betonte, dass der Anschluss von Kemmlitz dem „Wilden Robert“ in einer Zeit, als viele Schmalspurstrecken stillgelegt wurden, das Überleben gesichert habe. Wegen des Kaolintransportes von Kemmlitz zur Hauptstrecke nach Oschatz hatte diese Bahn ihre Existenzberechtigung – lange nachdem im Mügelner Kleinbahnnetz der Personenverkehr eingestellt worden war.

Perspektivisch spiele der Abschnitt nach Kemmlitz eine neue Rolle. Während im Mügelner Bahnhof ein Geoportal entsteht, in dem über die Geschichte das Kaolin und seinen Abbau informiert wird, bietet die Döllnitzbahn die Möglichkeit, von dieser Ausstellung mit historischen Fahrzeugen auf denkmalgerecht sanierter Strecke zu den Schauplätzen des Bergbaus zu gelangen.

„Erster Schwerpunkt unserer Arbeit wird die Brücke über den Kemmlitzbach gleich hier in Nebitzschen sein“, sagte Lutz Haschke. Der Förderverein habe zwar in Eigenleistung einen im Jahr 2005 in Oschatz ausgebauten Brückenträger angepasst und die Widerlager erneuert – ein neuer Oberbau habe jedoch die Kräfte des Vereines überfordert. Dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung lagen am Freitag auf dem Güterwagen des kurzen Zuges, mit dem die Döllnitzbahn in Nebitzschen eintraf, die in Wülknitz (Landkreis Meißen) angefertigten Brückenschwellen. „Sobald man nicht mehr befürchten muss, noch einmal einzuschneien, legt der Verein los“, betonte Lutz Haschke, dem die Freude über die Unterstützung ins Gesicht geschrieben stand. Ziel sei, noch in diesem Jahr wieder in Richtung Kemmlitz zu fahren. Realistisch sei, zu den Glühweinfahrten Ende des Jahres einen Halt an der Station Kemmlitz Ort anbieten zu können.

Der Förderverein hat die Spendenaktion „Schienenstrang zur Weißen Erde“ gestartet, um den über die 50 000 Euro hinausgehenden Finanzbedarf für die Ertüchtigung der Strecke abzudecken.

Von Axel Kaminski

Kemmlitz 51.239736 13.01015
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