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Oschatz Entdeckungstour zur alten Königs-Eiche zwischen Mahlis und Collm
Region Oschatz Entdeckungstour zur alten Königs-Eiche zwischen Mahlis und Collm
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06:00 27.02.2017
Der langjährige Oberförster Helmut Striegler zeigt den Teilnehmern der Wanderung das Foto mit der kahlen Königs-Eiche. Sie musste gesprengt werden. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Collm

Angeregt durch den OAZ-Bericht über das berühmte Gemälde „Jagdpause im Wermsdorfer Wald“ das Ferdinand von Rayski im Auftrag des sächsischen Hofes 1859 schuf, organisierte der Mahliser Heimatverein am Sonnabend eine Wanderung. Sie führte die Teilnehmer zu jenem Flecken im Wald an der Verbindungsstraße zwischen Mahlis und Collm, wo sich einst die abgebildete Jagdgesellschaft versammelte. Ulf Müller vom Verein hatte die Idee zu dieser Tour und übernahm auch die Führung. Mehr als 20 Interessierte fanden sich voller Neugier am Treffpunkt am ehemaligen Gasthof Strohbach ein. Nicht mal zwei Kilometer weit mussten sie gehen, bis sie nur wenige Meter von der Straße entfernt im Wald einen besonders gesicherten Baum erblickten. „Das ist ja unscheinbar. Allein hätte ich den Ort nicht gefunden“, bemerkt ein Mann im Tross. Kein Wunder, denn die auf dem berühmten Gemälde gezeichnete Königs-Eiche steht nicht mehr. Sie wurde gesprengt, weil ein Umsägen nicht mehr möglich war. Innen hohl und morsch, stellte der Baum eine Gefahr da, berichtet der ehemalige Oberförster Helmut Striegler, der an der Wanderung teilnimmt. Er hat verschiedene Fotodokumente mitgebracht. Ein Bild zeigt die kahle Eiche vor ihrer Sprengung. Ein weiteres dokumentiert die Pflanzung des heutigen Baumes in der Nähe des Sprengloches. Revierförster Mario Erdmann, der die Gruppe begleitet, kann sich gut erinnern, wie es dazu kam: „Als ich vor 23 Jahren das Revier übernahm, entdeckte ich in alten Karten immer wieder den Eintrag der Königs-Eiche, fand sie aber nicht. Ich habe dann Herrn Striegler gefragt, der mir den Standort zeigte und die Geschichte erzählte.“ 1998 wurde schließlich eine neue, junge Eiche als „Königs-Eiche“ gepflanzt.

Ulf Müller hat eine Kopie des Gemäldes mitgebracht. Als sie von Hand zu Hand gereicht wird, erzählt Helmut Striegler, dass das Gemälde bis 1922 im Alten Jagdschloss hing und anschließend auf Schloss Moritzburg. 1945 zu Kriegsende habe sich die Spur des Gemäldes verloren. Anders sei es bei dem Vorbild zum Gemälde, das den Ort im Wald ebenso zeigt allerdings ohne die Jagdgesellschaft. Dieses gehört zum Bestand der Gemäldegalerie Neue Meister in Dresden. Die Wermsdorferin Helga Pappisch regte spontan an, an der neuen Königs-Eiche eine Schautafel aufzustellen, die auf die besondere Geschichte dieses Fleckchens hinweisen könnte. Eine Anregung, die die teilnehmenden Vorsitzenden des Wermsdorfer und des Mahliser Heimatvereines aufgreifen wollen. So könnte der historisch bedeutsame Ort in die Radlehrroute Wermsdorfs und seiner Ortsteile aufgenommen werden.

Von Bärbel Schumann

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