Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 10 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Erhalt der Oschatzer Geburtsstation hat keine Chance

Nach Rundtischgespräch Erhalt der Oschatzer Geburtsstation hat keine Chance

Vor einer Woche protestierten vor allem Oschatzer Mütter gegen die Schließung der Geburtsstation. Am Mittwoch gab es ein Rundtischgespräch zwischen den Entscheidungsträgern und der Bürgerinitiative. Das ernüchternde Ergebnis: Es gibt keine Chance für den Erhalt der Geburtsstation an der Collm Klinik.

Vor einer Woche protestierten vor allem Oschatzer Mütter gegen die Schließung der Geburtsstation. Am Mittwoch gab es ein Rundtischgespräch zwischen den Entscheidungsträgern und der Bürgerinitiative.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Als Reaktion auf die Schließung der Oschatzer Geburtsstation versammelten sich in der vergangenen Woche etwa 30 Mütter vor dem Rathaus, um Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der "Collm Klinik" ist, eine Petition zum Erhalt der Geburtsabteilung zu überreichen. Bis zum gestrigen Tag haben 1600 Menschen die Onlinepetition unterschrieben. Kretschmar nahm die Unterlagen entgegen und lud Vertreter der Müttergruppe für diese Woche zu einem Rundtischgespräch ein, von dem sich die eine Seite eine bessere Erläuterung der Gründe für die Schließung und die andere Seite eine Rücknahme des Beschlusses versprach. "Als wir von der Entscheidung gehört hatten, haben wir uns gesagt, das kann es doch nicht gewesen sein. Etwas, was gut ist, kann doch nicht einfach so verschwinden", sprach Karolin Jäckel von der Bürgerinitiative über ihre Beweggründe.

"In meiner Brust schlagen zwei Herzen - einmal für die Frauen und ihre verständlichen Anliegen. Auf der anderen Seite aber auch für die Klinikleitung, die durch die nicht zu übersehenden Argumente zu dem Schritt gezwungen wurde", formulierte Moderator Dr. Manfred Schollmeyer die Situation. Und um es vorweg zu sagen. Die Entscheidung, die Geburtsstation an der Oschatzer "Collm Klinik" zum 1. Januar 2016 zu schließen, bleibt unangefochten. Dabei wurde in der Runde deutlich, dass die Scheidungsgründe viel komplexer sind, als der Mangel an Hebammen in der Collm-Region. "Die Situation bei den Hebammen ist nicht der Grund, sondern war der Auslöser der Entscheidung", bestätigte Geschäftsführerin Sabine Trudel. Viel entscheidender sei die niedrige Geburtenzahl, die damit einhergehende mangelnde Routine und gefährdeten Qualitätskriterien. Verschärfend kommt hinzu, dass es an der Klinik keinen Kinderarzt gibt und auch keine medizinische Versorgung im Falle einer Frühgeburt vorhanden ist.

In der Oschatzer "Collm Klinik" kamen in diesem Jahr 199 Kinder zur Welt. In Fachkreisen geht man davon aus, dass eine Klinik zwischen 500 und 700 Geburten benötigt, um eine fachliche Routine zu bekommen. "Uns geht es hier nicht um Geld, sondern darum, wer übernimmt vor der Mutter oder der Ärztekammer die Verantwortung, wenn etwas schief geht und von unserer Seite keine optimalen Bedingungen vorgelegen haben", fragte Stefan Härtel, Aufsichtsratsvertreter der Asklepion-Klinikgruppe. "Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht. Mein Herz blutet und wir haben viele Stunden diskutiert. Aber ich sehe letztlich keinen anderen Entscheidungsspielraum", so auch Andreas Kretschmar. "Es gibt Dinge, die man einsehen muss", verdeutlichte letztlich Stefan Härtel die Situation des Aufsichtsrats. Er betonte aber, dass diese Entscheidung keine Auswirkungen auf den Weiterbestand der Gynäkologischen Abteilung haben wird. Dies wurde auch von der Klinikleitung beteuert. Ganz sicher ist, dass es ab dem kommenden Jahr im Haus keine Geburten geben werde. Für die Vor- und Nachsorge der Mütter oder die Weiterführung des Babyschwimmens stehe die "Collm Klinik" weiter zur Verfügung.

Hagen Rösner

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr