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Erhalt der Oschatzer Geburtsstation hat keine Chance

Nach Rundtischgespräch Erhalt der Oschatzer Geburtsstation hat keine Chance

Vor einer Woche protestierten vor allem Oschatzer Mütter gegen die Schließung der Geburtsstation. Am Mittwoch gab es ein Rundtischgespräch zwischen den Entscheidungsträgern und der Bürgerinitiative. Das ernüchternde Ergebnis: Es gibt keine Chance für den Erhalt der Geburtsstation an der Collm Klinik.

Vor einer Woche protestierten vor allem Oschatzer Mütter gegen die Schließung der Geburtsstation. Am Mittwoch gab es ein Rundtischgespräch zwischen den Entscheidungsträgern und der Bürgerinitiative.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Als Reaktion auf die Schließung der Oschatzer Geburtsstation versammelten sich in der vergangenen Woche etwa 30 Mütter vor dem Rathaus, um Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der "Collm Klinik" ist, eine Petition zum Erhalt der Geburtsabteilung zu überreichen. Bis zum gestrigen Tag haben 1600 Menschen die Onlinepetition unterschrieben. Kretschmar nahm die Unterlagen entgegen und lud Vertreter der Müttergruppe für diese Woche zu einem Rundtischgespräch ein, von dem sich die eine Seite eine bessere Erläuterung der Gründe für die Schließung und die andere Seite eine Rücknahme des Beschlusses versprach. "Als wir von der Entscheidung gehört hatten, haben wir uns gesagt, das kann es doch nicht gewesen sein. Etwas, was gut ist, kann doch nicht einfach so verschwinden", sprach Karolin Jäckel von der Bürgerinitiative über ihre Beweggründe.

"In meiner Brust schlagen zwei Herzen - einmal für die Frauen und ihre verständlichen Anliegen. Auf der anderen Seite aber auch für die Klinikleitung, die durch die nicht zu übersehenden Argumente zu dem Schritt gezwungen wurde", formulierte Moderator Dr. Manfred Schollmeyer die Situation. Und um es vorweg zu sagen. Die Entscheidung, die Geburtsstation an der Oschatzer "Collm Klinik" zum 1. Januar 2016 zu schließen, bleibt unangefochten. Dabei wurde in der Runde deutlich, dass die Scheidungsgründe viel komplexer sind, als der Mangel an Hebammen in der Collm-Region. "Die Situation bei den Hebammen ist nicht der Grund, sondern war der Auslöser der Entscheidung", bestätigte Geschäftsführerin Sabine Trudel. Viel entscheidender sei die niedrige Geburtenzahl, die damit einhergehende mangelnde Routine und gefährdeten Qualitätskriterien. Verschärfend kommt hinzu, dass es an der Klinik keinen Kinderarzt gibt und auch keine medizinische Versorgung im Falle einer Frühgeburt vorhanden ist.

In der Oschatzer "Collm Klinik" kamen in diesem Jahr 199 Kinder zur Welt. In Fachkreisen geht man davon aus, dass eine Klinik zwischen 500 und 700 Geburten benötigt, um eine fachliche Routine zu bekommen. "Uns geht es hier nicht um Geld, sondern darum, wer übernimmt vor der Mutter oder der Ärztekammer die Verantwortung, wenn etwas schief geht und von unserer Seite keine optimalen Bedingungen vorgelegen haben", fragte Stefan Härtel, Aufsichtsratsvertreter der Asklepion-Klinikgruppe. "Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht. Mein Herz blutet und wir haben viele Stunden diskutiert. Aber ich sehe letztlich keinen anderen Entscheidungsspielraum", so auch Andreas Kretschmar. "Es gibt Dinge, die man einsehen muss", verdeutlichte letztlich Stefan Härtel die Situation des Aufsichtsrats. Er betonte aber, dass diese Entscheidung keine Auswirkungen auf den Weiterbestand der Gynäkologischen Abteilung haben wird. Dies wurde auch von der Klinikleitung beteuert. Ganz sicher ist, dass es ab dem kommenden Jahr im Haus keine Geburten geben werde. Für die Vor- und Nachsorge der Mütter oder die Weiterführung des Babyschwimmens stehe die "Collm Klinik" weiter zur Verfügung.

Hagen Rösner

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