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Oschatz Ernte im Raum Oschatz besser als befürchtet – aber Preise im Keller
Region Oschatz Ernte im Raum Oschatz besser als befürchtet – aber Preise im Keller
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00:35 26.10.2015
Die Getreideernte ist längst von den Feldern eingebracht. Nun hoffen die Landwirte auf bessere Preise, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Quelle: Dirk Hunger
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Naundorf/Raitzen/Laas

"Das Getreide muss natürlich vermarktet werden. Das ist allerdings aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise schwierig." Denn die Bauern haben in diesem Jahr weltweit eine gute Ernte einbringen können. Zudem seien die Lager der verarbeitenden Unternehmen momentan gut gefüllt, so dass es auch im Inland wenig Absatz gebe. "Wir warten auf die Belebung des Weizenmarktes Ende 2015, Anfang 2016", blickt Paul auf die kommenden Monate. Auch die Futterlager der Agrargenossenschaft seien gut gefüllt, die Silos mit Maissilage sind randvoll. "Die Fütterung unserer Tiere ist gut abgesichert."

Zurzeit stehe die Zuckerrübenernte und die Bestellung der Felder mit Winterweizen an. Insgesamt hat die Agrargenossenschaft laut Paul 95 Hektar Zuckerrüben angebaut, etwa 1700 Tonnen der Feldfrüchte seien schon geliefert worden. Der Unternehmenschef rechnet mit einem Ertrag um die 850 Doppelzentner pro Hektar. Die Bestellung der Felder mit noch 250 Hektar Winterweizen stehe bevor. "Dazu brauchen wir allerdings ein paar Tage goldenen Herbst", sagt Paul. Laut aktueller Wetterprognose soll sein Wunsch in den nächsten Tagen in Erfüllung gehen.

"Die Ernte ist besser, als ursprünglich gedacht, aber die Preise könnten besser sein", schätzt Dr. Hartwig Kübler, Inhaber des Hofgutes Raitzen, ein. In seinem Unternehmen seien neun Tonnen Winterweizen geerntet worden. Beim Silomais liege das Ergebnis bei 44 bis 45 Tonnen. "Das sind 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr", so Kübler. Grund dafür sei das Wetter. "Das Frühjahr war sehr kühl. Das mag der Mais nicht. Der Sommer war viel zu trocken und der Regen kam relativ spät." Kübler verweist in diesem Zusammenhang auf vom Wetter unabhängige Tätigkeitsbereiche, die für das Unternehmen vorteilhaft sind: "Wir sind relativ breit aufgestellt, zum Beispiel mit Bio-Energie. Zudem haben wir eine reine Fersenaufzucht, die wir sechs Monate lang für einen Milchviehbetrieb als reine Dienstleistung übernehmen. Die Tiere gehen anschließend wieder zurück in den Betrieb."

Weizen, Gerste und Raps hat Andrea Reinhardt aus Nasenberg auf den Feldern angebaut. "Für das, was wir geerntet haben, sind die Preise allerdings zu gering. Deshalb verkaufen wir noch nicht und spekulieren auf bessere Zeiten", sagt die Landwirtin. Die Ernte sei aber noch nicht abgeschlossen. Die auf neun Hektar angebauten Zuckerrüben müssen noch eingebracht werden.

Arbeit gebe es unterdessen noch genug. "Wir sortieren derzeit Kartoffeln und bereiten unsere Technik für den Winterdienst vor." Das Unternehmen von Andrea Reinhardt unterstützt bei Bedarf die Straßenmeisterei Oschatz.

Einen Wunsch äußert die Nasenbergerin noch gegenüber der Oschatzer Allgemeinen: "Wir hoffen auf einen strengen Winter, damit die Mäuse und die anderen Schädlinge kaputt gehen und wir nicht zusätzlich eingreifen müssen."

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