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Erntebilanz durchwachsen

Erntebilanz durchwachsen

Die Landwirte in der Oschatzer Region sind in diesem Jahr weniger denn je zu beneiden. Ein langer, scheinbar kein Ende nehmender Winter, dann ein Frühsommer, der seinen Namen nicht verdiente, und als negative Zugabe obendrauf ein regelrechter Dürre-Juli.

Sonne satt und keine Gewitterwolken am Horizont: So wie hier bei der Getreideernte auf einem Feld an der B 6 in Oschatz wünschen sich die Landwirte in der Region das Wetter für die Erntesaison.

Quelle: Dirk Hunger

Region Oschatz. Entsprechend durchwachsen fällt auch das Zwischenresümee zur Erntesaison aus.

 

Der Vorstandvorsitzende der Agrargenossenschaft Laas in Liebschützberg, Harald Rietzschel, bringt die Sorgen der hiesigen Landwirte auf den Punkt: "Hinter uns liegt eine ganz problematische erste Jahreshälfte." Aufgrund des langen Winters liege man rund drei Wochen hinter dem Plan zurück. "Die Maisbestände schwanken hinsichtlich der Erträge. Prinzipiell kann man aber sagen, dass sich die Kälte im Frühjahr, die Nässe im Juni und die langanhaltende Trockenheit im Juli nicht unbedingt förderlich auf den Wachstumsprozess ausgewirkt haben. Auf leichten Standorten stagniert das Wachstum zudem." Hinsichtlich der Erträge gäbe es keinen Grund für Euphorie, vielmehr rechne man mit einem unter dem langjährigen Durchschnitt liegenden Ergebnis. "Die Natur vermag zwar bestimmte Wettereinflüsse zu regulieren, bei extremen Konstellationen wie in diesem Jahr wird dieser Mechanismus jedoch außer Kraft gesetzt." Immerhin brächte der jüngste Regen noch einen gewissen Wachstumsschub für Teile der Maisbestände, die Hackfrüchte sowie das Grünland. "Jetzt sitzt uns aber andererseits die Angst vor dem Hagel im Nacken, der Gift insbesondere für den Raps wäre."

 

Kein Hagel, aber aller Wahrscheinlichkeit nach ein kleiner Tornado hat den Rapsbeständen der in Dahlen ansässigen Landgut Börln GbR im Bereich Radegast kürzlich zugesetzt. "Hier haben wir nach den jüngsten Unwettern große Schäden zu verzeichnen", so der Leiter Pflanzenproduktion, Thomas Pätzold. Deshalb konzentriere man sich derzeit auf den Rapsdrusch, um die Ernte möglichst vor den nächsten Unwettern ins Trockene zu bringen. "Insgesamt sieht es bezüglich der Erträge beim Raps nicht schlecht aus, allerdings sind auch die Preise ziemlich in den Keller gegangen", so Pätzold, der in Bezug auf den Weizen zum aktuellen Zeitpunkt noch keine gesicherte Prognose abzugeben vermag. "Die Gerste hat auch mit hohen Erträgen geprahlt, die am Ende aber trotz guter Qualität nicht zufriedenstellend ausgefallen sind."

 

Auch nicht bei der Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz. Wie sein Börlner Kollege vermag auch der Altoschatzer Vorstandsvorsitzende Andreas Fetzer noch keine Prognose zum Weizen und zum Raps abzugeben. "Beim Raps deutet sich zumindest ein durchschnittlicher Ertrag an. Und der Weizen hat von der Sonne der vergangenen Wochen profitiert, wobei man aber prinzipiell sagen muss, dass die Ausbildung der Ähren in der gesamten Region zurückgeblieben ist", beklagt Fetzer.

Roger Dietze

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