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Erschreckend viele Unfälle mit Todesfolge

Erschreckend viele Unfälle mit Todesfolge

Der Anfangsverdacht, wonach eine Pkw-Fahrerin, die am 29. Juni auf der Bundesstraße 182 bei Staritz in einen tödlichen Unfall mit einer Fahrradfahrerin verwickelt war, unter dem Einfluss von Drogen stand, ist aus der Welt.

Das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Blutuntersuchung sei negativ gewesen, hieß es aus der Pressestelle der Leipziger Polizeidirektion. Bei der 28-Jährigen hatte noch am Unfallort ein Drogenschnelltest angeschlagen. Allerdings schränkte die Polizei ein, dass dieser nicht gerichtsverwertbar sei. Deswegen war eine Blutentnahme notwendig. Andreas Loepki, Leiter des Leipziger Direktionsbüros, wies im Zusammenhang mit den Schnelltests darauf hin, dass diese hoch sensibel seien und gelegentlich auch Fehlanzeigen produzierten.

 

Dies ist ein Anlass, um jene Schnelltests noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und nach deren Wirkungsweise zu fragen. Den Polizeibeamten stehen dabei verschiedene Methoden zur Verfügung. So können sie Testpersonen unter anderem auf Kokain/Opiate oder - umfangreicher - auf Cannabis/Amphetamine/Methamphetamine/XTC/Kokain/Opiate untersuchen. Eingeschweißt in eine etwa 5 x 20 Zentimeter große Verpackung, befindet sich der Test, mit dem innerhalb von acht Minuten der Speichel auf Drogensubstanzen hin untersucht werden kann. Rote Markierungen auf den Streifen zeigen das Ergebnis an - ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest.

 

Der sogenannte DrugWipe-Test ist ein "immunologischer Schnelltest. Ein Wischer überträgt die Speichelprobe auf Teststreifen, auf denen sich drogenspezifische Antikörper befinden. Sind in der Probe Drogen vorhanden, binden diese an die Antikörper. Der Test startet, sobald die integrierte Glasampulle zerdrückt und die Flüssigkeit freigesetzt wird. Mithilfe der Flüssigkeit wandern die gebundenen Drogen zur Testlinie. Die rote Testlinie wird dann optisch ausgewertet", heißt es in der Produktbeschreibung. Dabei müssen Polizeibeamte immer auf das Verfallsdatum des Tests achten. Empfohlen wird, Einmalhandschuhe zu tragen, um Kontakt mit dem Speichel zu vermeiden. Mit ähnlichen Produkten können auch Schweiß und Oberflächen auf Drogen hin untersucht werden.

 

Ungeachtet der Frage nach Drogen- und Alkoholkonsum starben in den vergangenen vier Wochen auf den Straßen im Revierbereich Torgau bei fünf Unfällen insgesamt acht Menschen. Dabei kamen jeweils ein Radfahrer bei Staupitz und Staritz, ein Pkw-Insasse bei Döbrichau (hier steht das Ergebnis des nach Drogen- und Medikamenten untersuchten Bluts noch aus), ein Motorradfahrer plus Sozius in Dommitzsch - hier sah die Staatsanwaltschaft nach Angabe von Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz davon ab, die Leichen zu obduzieren beziehungsweise einen Bluttest durchzuführen; das Motorrad sei rein technisch betrachtet ohne Beanstandung gewesen - sowie drei Tote beim Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der B87, Abzweig Melpitz, ums Leben. Bei Letzterem ist die Unfallursache bislang unklar. Laut Polizei warte man noch immer auf das entsprechende Dekra-Gutachten. Drogen- respektive Alkoholkonsum des Unfallfahrers konnten ausgeschlossen werden.

 

Jene Unfall-Häufung sei erschreckend, betonte Andreas Starke, Leiter des Torgauer Polizeireviers. So etwas habe es, so weit er zurückblicken könne, in der Region noch nicht gegeben. Gleichwohl sprach Starke von traurigen Einzelschicksalen. Eine allgemeingültige Tendenz, wonach das Unfallrisiko auf hiesigen Straßen spürbar gestiegen sei, sähe er nicht. Dennoch rechne er damit, dass die Vorkommnisse bei der nächsten Zusammenkunft der Verkehrsunfallkommission des Landkreises eine Rolle spielen werden. Die acht Toten übersteigen schon jetzt die Zahl von 2013, als drei Menschen auf den Straßen im Revierbereich ihr Leben ließen. Im gesamten Landkreis belief sich die Zahl auf sechs.

Christian Wendt

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