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Erste Milchzapfstelle der Region wurde in Laas eröffnet

Landwirtschaft Erste Milchzapfstelle der Region wurde in Laas eröffnet

In der Agrargenossenschaft Laas besteht jetzt täglich von 6 bis 20 Uhr die Möglichkeit, frische Milch selbst zapfen. Das Unternehmen nahm eine Milchzapfanlage in Betrieb. Der Bedarf sei da, erläuterte Vorstandsvorsitzender Dietmar Wiesner vor den Gästen. Es habe bereits viele Nachfragen gegeben.

Prosit: Eine Kostprobe frischer Milch für Groß und Klein gab es am Donnerstag bei der Inbetriebnahme der Milchzapfstelle in der Agrargenossenschaft Laas.
 

Quelle: Dirk Hunger

Laas.  „Wir müssen etwas tun zur Erhaltung und Verbesserung des Images der Landwirtschaft.“ Mit diesen Worten begrüßte am Donnerstag Dietmar Wiesner, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Laas, die Gäste zur offiziellen Inbetriebnahme der Milchzapfstelle auf dem Firmengelände neben dem Einkaufscenter in der Klingenhainer Straße 1 in Laas. Unter ihnen der Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg David Schmidt (parteilos), Iris Claasen, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Döbeln-Oschatz, Vertreter des Landratsamtes Nordsachsen und Einwohner der Gemeinde. „Die Milchzapfstelle frei Hof ist eine Möglichkeit, auch wieder mehr junge Leute an die Landwirtschaft heranzuführen.“

Verkauft wird frische Rohmilch, die zu Hause allerdings noch abgekocht werden muss. Täglich von 6 bis 20 Uhr besteht die Möglichkeit, am Automaten zunächst eine wiederverwendbare Ein-Liter-Glasflasche mit Firmenetikett darauf für einen Euro zu erwerben. Gleich daneben zapft man sich dann die auf fünf Grad gekühlte Milch ebenfalls für einen Euro.

Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg David Schmidt  mit seiner selbstgezapften Milch

Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg David Schmidt mit seiner selbstgezapften Milch.

Quelle: Dirk Hunger

„Es gibt viele Leute, die sich und ihre Kinder ganz bewusst gesund ernähren wollen. Das möchten wir mit dieser Milchzapfstelle demonstrieren“, sagte Wiesner. Das Interesse für eine solche Tankstelle sei groß. „Alle, die mit Skepis, auch aus dem Zwang heraus gehandelt haben, sind eines Besseren belehrt worden“, verdeutlichte Wiesner. In vielen Betrieben sei es eine Erfolgsgeschichte geworden. Er kenne Betriebe, die heute schon 300 bis 400 Liter an den Milchzapfstellen verkaufen.

400 Kühe liefern täglich 9000 Liter Milch

Auch in Laas habe es diesbezüglich schon viele Anfragen gegeben, wann endlich der Verkauf beginnt. Nicht unerwähnt möchte der Vorstandsvorsitzende die Tatsache lassen, dass die Agrargenossenschaft eine Zertifizierung „Ohne Gentechnik“ für die Rohmilch dokumentiert bekam. Die 400 Kühe, die täglich 9000 Liter Milch liefern, werden ausschließlich mit genfreiem Futter versorgt. An der Zapfstelle erhalten die Kunden Milch mit einem Fettgehalt von 4,5 Prozent und 3,5 Prozent Eiweiß, wie der Vorstandsvorsitzende weiter informiert. „Die Milch hat natürlich einen ganz anderen Geschmack und man kann im Gegensatz zur H-Milch alles daraus machen – Quark und Joghurt genauso wie Butter und Käse.“

Die Milchtankstelle sei ein „Leuchtturm für die Region“, so der Bürgermeister

Die Milchtankstelle sei ein „Leuchtturm für die Region“, so der Bürgermeister.

Quelle: Dirk Hunger

„Ich habe gerade überlegt, wann habe ich das letzte mal Rohmilch getrunken. Da war ich ungefähr so groß, wie die Kleinen hier. Das hat mir gut getan. Deshalb bin ich wahrscheinlich auch so groß geworden“, sagte Bürgermeister David Schmidt augenzwinkernd. Bereits über den Buschfunk habe er im Sommer erfahren, dass die Milchtankstelle kommt. Er sprach bezüglich der Agrargenossenschaft von einem Leuchtturm für die Region, die innovativ in Laas tätig sei.

Derzeit erhalten die Milchbauern 30,25 Cent

„Sie haben das Investment gewagt. Das ist sicher nicht ohne Risiko. Dafür möchte ich danke sagen, dass sie das ermöglicht haben und ich werde immer wieder herkommen und Milch holen. Vielleicht wachse ich dann noch ein bisschen“, ergänzte Schmidt, bevor die Zapfstelle in Betrieb genommen wurde und alle Anwesenden eine Kostprobe nehmen konnten.

Die Milchbauern haben immer wieder mit niedrigen Abnahmepreisen zu kämpfen. In den Monaten Mai und Juni ging der Preis sogar auf etwa 22 Cent pro Liter runter. Derzeit erhalten die Bauern 30,25 Cent. „Um die Milchproduktion nachhaltig wirtschaftlich zu betreiben, benötigen wir über 35 Cent pro Liter“, verdeutlichte Wiesner.

Von Heinz Großnick

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