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Erster Zwischenbericht zu Flugzeugabsturz im Oktober in Oschatz

Erster Zwischenbericht zu Flugzeugabsturz im Oktober in Oschatz

"Ein Segelflugzeug stürzte gestern Nachmittag auf einen Acker bei Altoschatz. Die beiden Insassen im Alter von 56 und 29 Jahren wurden dabei schwer verletzt.

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Der Absturz des Segelflugzeuges vom Typ "Bocian" auf einem Acker bei Altoschatz. Beide Insassen wurden verletzt.

Quelle: Dirk Hunger (Archiv)

Oschatz. Die Kanzel des Bocian-Doppelsitzers, der sich überschlagen hatte, zerbarst völlig. Gegen 15 Uhr ging gestern der Notruf ein, dass ein Segelflugzeug auf einem Feld bei Altoschatz abgestürzt ist. Im Handumdrehen waren Retter und Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Parallel flog der Helikopter der ADAC-Luftrettung Christoph 61 ein." Das vermeldete die Oschatzer Allgemeine am 14. Oktober 2011.

In diesen Tagen wurde durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) in Braunschweig ein Zwischenergebnis erstellt. Um es vorweg zu nehmen: "Alleiniges Ziel der Untersuchung ist die Verhütung künftiger Unfälle und Störungen. Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen", hieß es in der Pressestelle.

Auszüge aus dem Protokoll: "Datum: 13. Oktober 2011, Ort: Nahe Flugplatz Oschatz Bocian, Personenschaden: ein Luftfahrzeugführer schwer und ein Luftfahrzeugführer leicht verletzt, Sachschaden: Luftfahrzeug zerstört, Drittschaden: Flurschaden. Das Segelflugzeug startete um 14.35 Uhr im Flugzeugschlepp auf dem Verkehrslandeplatz Oschatz mit zwei Personen an Bord zu einem Prüfungsflug für den Erwerb der Lehrberechtigung zum Segelfluglehrer."

Nach dem Ausklinken des Schleppseils in 500 Meter Höhe sei der Fluglehreranwärter nach eigenen Angaben drei Vollkreise geflogen. Danach habe der Flugprüfer die Steuerung des Segelflugzeuges übernommen und sei drei Vollkreise mit bewusst eingebauten Fehlern, die der Fluglehreranwärter erkennen und kommentieren sollte, geflogen.

"Nach Beendigung der Übungen stellten beide Luftfahrzeugführer übereinstimmend fest, dass die verbliebene Flughöhe zwar niedriger war als normal, aber für eine Landung auf dem Flugplatz noch ausreichen würde. Der Fluglehreranwärter kündigte daraufhin einen 'Anflug aus ungewohnter Position' über Funk an."

Kurz danach hätten beide Luftfahrzeugführer nach eigenen Angaben erkannt, dass sie sich in einer Abwindzone befanden und deshalb ein vor dem Flugplatz befindliches Waldstück "nicht mehr überflogen werden konnte".

Daraufhin hätten sie den Kurs geändert, um auf einer vor ihnen befindlichen Ackerfläche eine Außenlandung durchzuführen.

"Im Endanflug kollidierte das Segelflugzeug mit einer Pappel. Das Luftfahrzeug wurde dabei abgebremst, drehte sich um 180 Grad um die Hochachse, prallte mit der Rumpfspitze auf den Boden und gelangte auf dem Rücken liegend in seine Endlage. Der auf dem vorderen Sitz befindliche Flugprüfer wurde schwer, der hinten sitzende Fluglehreranwärter leicht verletzt. Das Segelflugzeug wurde zerstört", so Klaus-Uwe Fuchs von der BfU.

Der 57-jährige verantwortliche Luftfahrzeugführer, der Flugprüfer, sei seit 1973 im Besitz eines Luftfahrerscheins für Segelflugzeugführer. Alle Flug- und anderen Berechtigungsscheine beziehungsweise Lizenzen hätten ihre Gültigkeit. "Seit dem 8. Oktober 2010 war er im Besitz eines unbefristet gültigen Luftfahrerscheins für Luftsportgeräteführer zum Führen von Gleitflugzeugen mit Lehrberechtigung."

Die Gesamtflugerfahrung betrug 2732 Stunden. In den 90 Tagen vor dem Unfall habe er 19 Starts auf dem Bocian, 21 Segelflugstarts im Flugzeugschlepp, 30 Segelflugstarts an der Winde und einen Start mit einem Reisemotorsegler als Referenz vorweisen können.

"Der 29-jährige Fluglehreranwärter war seit dem 14. November 2001 Inhaber eines unbefristet gültigen Luftfahrerscheins für Segelflugzeugführer." Verbuchen könne er 178 Stunden, davon 164 Stunden auf verschiedenen Segelflugzeugen." Auf dem Bocian habe er 22 Stunden mit 145 Landungen geflogen, davon neun Landungen in den 90 Tagen vor dem Unfall.

Am Flugplatz Oschatz habe laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes niederschlagsfreies Wetter mit Sichten von über zehn Kilometer geherrscht. "Die Unfallstelle befand sich rund 800 Meter südlich des Flugplatzes" der Großen Kreisstadt.

Gabi Liebegall

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