Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Erstmals tappt Wolf auf Oschatzer Flur in Fotofalle
Region Oschatz Erstmals tappt Wolf auf Oschatzer Flur in Fotofalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:28 30.01.2019
Dieser Wolf Oschatz wurde am 23. Januar im Kirchenwald Oschatz zwischen Striesa und Collm fotografiert.. Quelle: Foto: privat
Oschatz

Um 3.13 Uhr war es so weit: Bei knackigen neun Grad Minus tappte am 23. Januar erstmals auf Oschatzer Flur ein Wolf in eine Fotofalle. Aufgestellt hat die Wildkamera Jürgen Katscher, Jagdpächter im Kirchenwald Oschatz, im Wald zwischen Striesa und Collm – etwa 200 Meter vom Bitumenweg für Spaziergänger und Radfahrer entfernt. Wahrscheinlich handele es sich um einen Jungwolf, einen Rüden. „So genau kann man das aber anhand dieses Fotos nicht feststellen“, sagt der Jagdpächter. Er vermutet zudem, dass es sich um den gleichen Wolf handelt, den er auch bereits im Seelitzer Wald bei Mügeln beobachtet hat. Einen Wolfsriss habe er bisher in seinem Zuständigkeitsbereich als Jäger jedoch noch nicht gefunden.

Menschenscheu verloren

Bisher habe die Ansicht vorgeherrscht, dass Wölfe stark frequentierte Wälder meiden würden. „Dem ist aber nicht so, wie das Foto aus dem Oschatzer Kirchenwald zeigt“, sagt Katscher. Denn hier seien derzeit Holzerntemaschinen unterwegs, und auch das belebte Wohnviertel Fliegerhorst sei nicht weit entfernt. Nach seiner Einschätzung habe der Wolf seine Menschenscheu komplett verloren. „Der Wolf gehört nicht in ein so dicht besiedeltes Territorium. Der Wolfsbestand ist viel zu hoch und muss reguliert werden“, fordert der Jagdpächter.

Acht Schafe in Dahlen gerissen

Markus Lehmann, Schäfer beim Heidegut Dahlen, musste am 14. Januar den Verlust von acht Schafen auf einer Koppel in Sörnewitz feststellen. „Da er mit seiner privaten Herde unter Futternot zu leiden hat, haben wir ihm gestattet, unsere Flächen mit zu nutzen“, erläutert Ernst Bößneck, Geschäftsführer des Heidegutes. Fünf Schafe habe man tot aufgefunden, drei seien später ihren Verletzungen erlegen. Der Wolf als Verursacher steht für ihn wegen des charakteristischen Kehlbisses außer Frage. „Der Wolf hat hier keine natürlichen Feinde“, stellt Ernst Bößneck fest.

Wenn nicht in den Bestand eingegriffen werde, sei es seiner Meinung eines nicht allzu fernen Tages mit der Nutztierhaltung, wie man sie heute kenne, vorbei.

Wölfe zwischen Bucha und Zeuckritz

Der Wolfsriss in Dahlen ist nicht der erste in der Region. Zuletzt war Ende November des Vorjahres ein Wolfsriss am Ortsrand Cavertitz gemeldet worden. Jagdpächter Theo Steinle wurde hier zu einem Schafsriss gerufen. Schon mehrfach hätten Jäger bei Cavertitz sowie zwischen Bucha und Zeuckritz Wölfe beobachtet. Dass sie so nah am Ort auf Jagd gingen, würde die Anwohner erheblich verunsichern.

In der Dahlener Heide ein Wolfsrudel mit zwei Welpen

Nach Angaben des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen gab es im Monitoringjahr 2017/18 in der Dahlener Heide ein Wolfsrudel mit zwei Welpen. Für das laufende Beobachtungsjahr geht man von einem Rudel mit vier Welpen aus. Als offiziell nachgewiesen gilt der Wolf in dieser Region seit dem Jahr 2016. Im vergangenen Jahr wurden dem Kontaktbüro Wölfe aus der Region Oschatz am 25. Juni ein totes Lamm und am 13. Oktober zwei tote Schafe – beide Male in Dahlen – gemeldet. Als Verursacher sei ein Wolf nicht auszuschließen, urteilt das Kontaktbüro.

2018 wurden dem Büro aus ganz Sachsen 139 getötete, verletzte oder vermisste Nutztiere gemeldet. In 87 Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt oder konnte nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 240 Tiere getötet, 54 Tiere verletzt und 28 Tiere sind vermisst.

Von frank hörügel und Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Oschatzer Stadtteil Fliegerhorst gelten Regeln für den Eigenheimbau. Die Festlegungen sollen für künftige Standorte gelockert werden. Jüngst wurde einer teilweisen Ausnahme bei einem fast vollständig bebauten Abschnitt stattgegeben.

30.01.2019

Auf dem Collm fehlt im Moment die Infotafel zum Albertturm. Unbekannte haben das Schild aus der Verankerung gerissen und zerstört.

30.01.2019

Mit der neuen Veranstaltungsreihe „KulturParkett“ bringt die Oschatzer Freizeitstätten GmbH ab Februar neue Akzente in die Stadthalle. Aber auch sonst wird in den kommenden elf Monaten jede Menge im Thomas-Müntzer-Haus geboten.

30.01.2019